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StraßburgUmstrittene Antibiotika-Regeln für Tiere - Entscheidung des EU-Parlaments erwartet

Masthähnchen dicht gedrängt in einem Stall (dpa / Jens Büttner)
Dicht an dicht gedrängt: Brechen Krankheiten aus, werden alle Masthähnchen mit Antibiotika behandelt. (Symbolfoto) (dpa / Jens Büttner)

Das Europäische Parlament gibt heute seine Abstimmungsergebnisse zu den künftigen Regeln für die Abgabe von Antibiotika an Tiere bekannt.

Der grüne Europaabgeordnete Häusling fordert, dass fünf Antibiotikagruppen nur noch in Ausnahmefällen für Tiere verwendet werden dürfen. Damit soll dem massenhaften Einsatz von Antibiotika in der Tiermast ein Riegel vorgeschoben und die Gefahr von Resistenzbildungen verringert werden. Der Verband praktizierender Tierärzte warnte, durch die Pläne sei auch die Behandlung von Haustieren in Gefahr. Häusling sieht sich aufgrund solcher Befürchtungen teils massiver Kritik bis hin zu Morddrohungen von Tierbesitzern ausgesetzt. Die gestrige Abstimmung im EU-Parlament bezieht sich auf ein Veto Häuslings und des Umweltausschusses. Sollte das Veto mit absoluter Mehrheit bestätigt werden, muss die EU-Kommission neue Kriterien vorlegen, nach denen Antibiotika ausgewählt werden sollen, die künftig nur noch Menschen vorbehalten sind. Häusling kritisierte die bisherigen Vorschläge aus Brüssel als zu schwammig.

Diese Nachricht wurde am 16.09.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.