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StartseiteInformationen am MorgenSaudi-Arabien weist kanadischen Botschafter aus06.08.2018

Streit über inhaftierte BürgerrechtlerinSaudi-Arabien weist kanadischen Botschafter aus

Die kanadische Außenministerin hat die Festnahme von Menschenrechtsaktivistinnen in Saudi-Arabien kritisiert. Eine Reaktion darauf folgte prompt: Riad stoppt diplomatische und geschäftliche Beziehungen mit Ottawa.

Von Georg Schwarte

Chrystia Freeland spricht bei einer Pressekonferenz (dpa / Gregor Fischer)
Die kanadische Außenministerin Chrystina Freeland prangerte die Festnahme von Bürgerrechtlerinnen in Saudi-Arabien an (dpa / Gregor Fischer)
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Saudi-Arabien hat den kanadischen Botschafter aufgefordert, innerhalb von 24 Stunden das Land zu verlassen. Außerdem rief das saudische Königreich seinen Botschafter aus Kanada zu Konsultationen zurück. Das Land reagierte damit umgehend auf einen Tweet der kanadischen Außenministerin Freeland. Sie hatte sich zuvor besorgt über die Festnahme einer saudischen Bürgerrechtlerin geäußert und erklärt, Kanada stehe an der Seite der Familie Badawi. Außerdem verlangte Freeland die umgehende Freilassung der Frau. Die Festgenommene ist die Schwester eines seit 2012 in Saudi-Arabien inhaftierten Bloggers, der wegen seiner Opposition zur saudischen Regierung zu einer langjährigen Haftstrafe und zu 1000 Peitschenhieben verurteilt worden war. Die Frau des Bloggers ist mittlerweile kanadische Staatsbürgerin.

Investitionen gestoppt

Riad verbat sich die so wörtlich "Einmischung Kanadas in die inneren Angelegenheiten des Staates" und nannte die Äußerung der kanadischen Außenministerin einen Verstoß gegen internationale Gepflogenheiten. Saudi-Arabien kündigte zudem an, sämtliche geplanten Investitionen in Kanada zu stoppen und ein gerade geschlossenes Handelsabkommen zu annullieren. Jede weitere Einmischung, so Saudi-Arabien, bedeute, dass das Land seinerseits das Recht habe, sich in die inneren Angelegenheiten Kanadas einzumischen.

Saudi-Arabien ist einer der größten Exportmärkte für Kanada in der Region und gilt als enger Verbündeter der amerikanischen Regierung.

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