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Streit um PolizeikostenWerder Bremen droht mit Klage

Polizeieinsatz beim "Risikospiel" Hamburger SV gegen Werder Bremen am 21. September 2013 (dpa / picture alliance / Axel Heimken)
Polizeieinsatz beim "Risikospiel" Hamburger SV gegen Werder Bremen (Archiv). (dpa / picture alliance / Axel Heimken)

Im Streit um die Kosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen droht Bundesligist Werder Bremen mit einer Klage gegen die Deutsche Fußball-Liga.

Grund ist die Weigerung der DFL, die bisherigen Kosten von 1,17 Millionen Euro mit zu übernehmen. Bei einer Versammlung in Neu Isenburg stimmten 32 von 34 Vertretern der Erst- und Zweitligavereine gegen einen Antrag Werder Bremens, die Polizeikosten über einen Fonds auf alle Schultern zu verteilen.

Bremens Vertreter äußerten sich nach dem Votum enttäuscht. Man habe heute gemerkt, dass es keine Solidarität mit Werder gebe, sagte Vereinspräsident Hess-Grunewald. Werders Vorsitzender der Geschäftsführung, Filbry, erklärte, nun bleibe wohl nur der Rechtsweg, um die Interessen des Clubs zu vertreten.

Rummenigge kritisiert Werder

Kritik an der Ankündigung kam von Bayern Münchens Vorstandschef Rummenigge. Er habe kein Verständnis für eine solche Klage. Diese würde ein absolutes Novum in der Geschichte der DFL darstellen, sagte Rummenigge. Er verteidigte die Weigerung der anderen Clubs, sich an den Kosten zu beteiligen. Dies wäre ein völlig falsches Zeichen. Die Gründung eines solchen Fonds wäre eine offene Tür und ein Muss für alle Bundesländer, die Bundesliga zur Kasse zu bitten.

DFL will vors Bundesverfassungsgericht ziehen

Ausgangspunkt des Streits ist die Entscheidung der Bremer Landesregierung, dem Verein einen Teil der Polizeikosten bei Hochrisikospielen etwa gegen den Lokalrivalen Hamburger SV in Rechnung zu stellen. Bremen ist bislang das einzige Bundesland mit einem solchen Vorgehen. Die Rechnungen müssen zunächst von der DFL beglichen werden, die die Kosten nun aber an Werder weiterleitet. Die Hälfte der Gesamtsumme wird dem Bundesligisten allerdings bis zur endgültigen juristischen Klärung gestundet. Die DFL will gegen die Entscheidung des Landes Bremen vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte es im März für grundsätzlich rechtens erklärt, wenn die Ländern die Polizeikosten der DFL in Rechnung stellen.