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StrompreisEEG-Umlage sinkt erstmals in ihrer Geschichte

Eine Windkraftanlage in Alsleben in Sachsen-Anhalt (picture alliance / dpa / Revierfoto )
Die EEG-Umlage (picture alliance / dpa / Revierfoto )

Nun ist es amtlich: Die Ökostrom-Umlage sinkt zum ersten Mal seit ihrer Einführung - wenn auch nur gering. Von 6,24 auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde. Für die Verbraucher ist das eine Ersparnis im einstelligen Eurobereich. Wie sich die Umlage in Zukunft entwickeln wird, ist aber unklar.

Mit der EEG-Umlage wird der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert. Pro Kilowattstunde zahlen Stromkunden den entsprechenden Anteil, der dann auf ein Sonderkonto fließt. Das steht derzeit mit rund 1,5 Milliarden Euro im Plus, weil die Umlage in den vergangenen Jahren bewusst zu hoch angesetzt worden war, um einen "Puffer" zu bilden.

Wie genau funktioniert die EEG-Umlage?

Wer Ökostrom produziert, etwa durch Solaranlagen auf dem eigenen Dach, profitiert von der Umlage. Wer in der Vergangenheit solche Anlagen gebaut hat, der bekommt noch für die kommenden 20 Jahre einen garantierten Festpreis ausgezahlt - die sogenannte Einspeisevergütung. Je mehr Ökostrom also ins Stromnetz eingespeist wird, desto mehr muss also an die "Erzeuger" ausgezahlt werden. Das ist ein Faktor, der die Ökostrom-Umlage steigen lässt.

Ein anderer sind die Ausnahmen für Industriebetriebe. Damit Unternehmen, die viel Strom verbrauchen, wie etwa Stahlwerke, ihre Produkte weltweit noch konkurrenzfähig verkaufen können, müssen sie einen deutlich reduzierten Beitrag zahlen. Pro Jahr sind es etwa fünf Milliarden Euro, die die Industrie "spart". Damit steigt die Umlage-Last für die restlichen Verbraucher.

Und ein dritter Faktor ist die Entwicklung des Strompreises an der Börse. Weil die Produzenten von Ökoststrom ihren garantierten Festpreis ausgezahlt bekommen, führen sinkende Börsenpreise für Strom paradoxerweise dazu, dass die EEG-Umlage steigt. Denn mit ihr wird die Differenz zwischen Börsenpreis und dem Garantiepreis ausgeglichen. In der jüngeren Vergangenheit sind ist der Börsenpreis für Strom deutlich gefallen - auch weil es ein größeres Angebot von Wind- und Sonnenenergie gibt.

In diesem Jahr sind durch diese Faktoren bisher Förderkosten von rund 14,7 Milliarden Euro entstanden.

EEG-Reform bremst Ausbau

Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird die Förderung von Ökostrom künftig aber reduziert. Das Gesetz, das Anfang August in Kraft getreten ist, sieht unter anderem vor, den Zubau von neuen Ökostrom-Anlagen zu begrenzen und die Einspeisevergütungen zu kürzen. Wie sich die Umlage mit den Änderungen entwickeln wird, lässt sich wohl aber erst in den kommenden Jahren sagen.

(pr)

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