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Studie der DAKDeutsche nehmen zu viele Antiobiotika

Mit Plakaten gegen Massentierhaltung und Tierquälerei demonstrieren Vertreter mehrerer Bürgerinitiativen am Freitag (25.11.2011) in Hannover am niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. (dpa / picture-alliance / Philipp von Ditfurth)
In Deutschland werden zu oft und unnötig Antiobiotika verabreicht. (dpa / picture-alliance / Philipp von Ditfurth)

Die Deutschen nehmen zu viele Antibiotika ein. Laut einer Studie der Krankenkasse DAK waren fast 30 Prozent der Verordnungen fragwürdig. Selbst bei Virusinfektionen vertrauen die Menschen auf Antibiotika. Die können dabei jedoch gar nicht helfen.

Laut der Studie haben im vergangenen Jahr vier von zehn DAK-Versicherten Antibiotika genommen. Die Medikamente wurden entgegen der offiziellen Behandlungsleitlinien häufig auch bei Infektionen der oberen Atemwege, Bronchitis oder Husten verschrieben. Die Mittel wirken aber nur gegen bakterielle Infektionen und sind bei Erkältungen oder Bronchitis in den meisten Fällen unnötig.

Gleichwohl sind rund 40 Prozent der Befragten der Meinung, Antibiotika würden auch bei Virusinfekten wirken. Drei Viertel erwarten eine Antibiotika-Verordnung, wenn sich Erkältungsbeschwerden nicht von selbst bessern. Ein Viertel der Befragten wünscht ein Rezept, um schnell wieder fit für den Job zu sein. "Antibiotika schaden in solchen Fällen mehr als sie nutzen", erklärte der Arzneimittelexperte Gerd Glaeske.

Tod durch resistente Keime

Als Folge der Über- und Fehlversorgung entwickeln immer mehr Bakterien Resistenzen, so dass Antibiotika ihre Wirksamkeit verlieren. Damit werden vor allem Infektionen im Krankenhaus laut DAK zur "tödlichen Gefahr". Von einer Million Versicherten, die 2013 in Krankenhäusern behandelt wurden, trugen laut DAK-Analyse knapp 20.000 einen resistenten Keim in sich. 2010 waren es nur rund 15.000 Versicherte. Das entspricht einem Anstieg von knapp einem Drittel. Nach offiziellen Zahlen sterben bundesweit jährlich schätzungsweise 7.500 bis 15.000 Patienten an Infektionen, die sie sich im Krankenhaus geholt haben.

Positiv sind laut der Studie die rückläufigen Verordnungsraten bei Kindern einzustufen. Sie bekommen aber immer noch mehr Antibiotika als die Erwachsenen. 2013 bekamen 45 Prozent der unter 15-jährigen DAK-Versicherten Antibiotika verschrieben. Für die Studie wertete die Krankenkasse Verschreibungs- und Diagnosedaten aus und befragte 3.100 Versicherte.

(tzi/sima)

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