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StudieGeburtenfolge beeinflusst Eltern-Kind-Beziehung

Ein Mächen schreibt oder malt auf ein Stück Papier. (pan xiaozhen / Unsplash)
Laut einer Studie haben Nesthäkchen und Sandwich-Kinder tendenziell ein schlechteres Verhältnis zu ihren Eltern als ihre älteren Geschwister. (pan xiaozhen / Unsplash)

Sogenannte Nesthäkchen haben häufig eine weniger enge Beziehung zu den Eltern als ihre älteren Geschwister. Das schreiben Wissenschaftler am Forschungszentrum Demografischer Wandel (FZDW) an der Frankfurter University of Applied Sciences in ihrer Studie.

Mit ihren Ergebnissen widerlegen die Forscher teilweise Klischees - etwa, dass die jüngsten Kinder in einer Familie oft verwöhnt seien und besonders viel Aufmerksamkeit von ihren Eltern bekämen. Vielmehr haben der Untersuchung zufolge die ältesten Kinder in einer Familie das beste Verhältnis zu den Eltern.

Ob man als erstes oder letztes Kind in eine Familie geboren wurden, kann demnach die eigene Persönlichkeit mitprägen. Das hat das Forscherteam mittels des sogenannten Big Five-Ansatzes herausgefunden. Demnach lässt sich die Persönlichkeit eines Menschen im Wesentlichen durch fünf Merkmale charakterisieren: Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit, Offenheit für Erfahrung und Neurotizismus.

Einzelkinder und Kinder mit jüngeren Geschwistern sind der Studie zufolge rücksichtsvoller. Sie hätten bei der Befragung häufiger angegeben, im Umgang mit anderen verträglicher zu sein. Nesthäkchen und Kinder mit jüngeren und älteren Geschwistern - sogenannte Sandwich-Kinder - hätten dagegen höhere Werte bei dem Merkmal Neurotizismus: "Damit ist gemeint, dass diese Kinder sich beispielsweise häufiger Sorgen machen und dass sie auch weniger entspannt sind und weniger gut mit Stress umgehen können", sagte Sven Stadtmüller im Deutschlandfunk Kultur (Audio-Link). Er war als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Studie beteiligt.

Für ihre Erkenntnisse werteten die Forscher Daten aus einer eigenen Längsschnittsstudie aus. In dieser befragen sie jedes Jahr rund 10.000 Schülerinnen und Schüler an ungefähr 150 weiterführenden Schulen in 14 Bundesländern. Die Kinder sollten in jeder Erhebungswelle angeben, wie viele jüngere und ältere Geschwister sie haben. Für die Auswertung wurden verschiedene Gruppen gebildet: Einzelkinder, Kinder mit einem jüngeren und Kinder mit einem älteren Geschwisterkind. Insgesamt gingen die Forscher von mindestens 700 Kindern aus.

Diese Nachricht wurde am 14.07.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.