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StudieRechtsrock-Szene setzt auf gemäßigtere Sontexte

Ein Besucher eines Rechtsrock-Konzerts in Ostdeutschland. (dpa/ZB/Sebastian Haak)
Ein Besucher eines Rechtsrock-Konzerts in Ostdeutschland (dpa/ZB/Sebastian Haak)

Die Rechtsrock-Szene setzt zur Vermittlung ihrer extremistischen Ideologie nach einer Studie inzwischen auf gemäßigtere Songtexte und eine juristisch unangreifbare Ausdrucksweise.

Das ist eines der Ergebnisse der Untersuchung "Rechte Hassgewalt in Sachsen" des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung an der Technischen Universität Dresden entstand. Anders als in den Sozialen Medien habe sich in den Liedtexten der Anteil rechtsextremer Feindbilder beständig verringert.

Die Studie sieht allerdings gewisse Unterschiede zwischen älteren und neueren Gruppen in der Szene. Bei älteren Bands seien Feindbilder noch immer fester Bestandteil der Texte, diese fielen jedoch rhetorisch deutlich gemäßigter aus. "Neuere Bands vermitteln Feindbilder überwiegend stark interpretationsoffen und oft indirekt über Selbst- und Weltbilder", heißt es in der Erhebung.

Die Bands setzten nun verstärkt auf eine Technik der "literarischen Camouflage" - einer kodierten, juristisch unangreifbaren Ausdrucksweise. Als Ursache für diese Entwicklung werden in der Studie staatliche Repressionsmaßnahmen gegen die Szene zu Beginn der 1990er Jahre genannt.

Sachsen zählt zu den Hochburgen für Rechtsrockkonzerte in Deutschland. Zwischen 2011 und 2016 fanden dort laut Studie durchschnittlich zwischen 20 und 25 Prozent der bundesweit registrierten Konzerte statt. Die Musik wirke nach innen als "Kitt der Szene".

Die Studie ergab außerdem, dass rechte Hassgewalt in Sachsen stark zugenommen hat.