Sonntag, 24.10.2021
 
Seit 03:05 Uhr Heimwerk
StartseiteMarkt und MedienZu viel Unterhaltung bei MDR und WDR?01.08.2015

StudieZu viel Unterhaltung bei MDR und WDR?

"Die vorliegende Studie lässt Zweifel daran aufkommen, ob der WDR und insbesondere der MDR ihrem Programmauftrag in vollem Umfang gerecht werden", schreibt die Otto-Brenner-Stiftung im Vorwort zu einer Studie, die sie mitfinanziert hat. Der Autor der Studie, der Kommunikationswissenschaftler Joachim Trebbe, würde selbst nicht unbedingt zu diesem Fazit kommen, sagte er im DLF.

Joachim Trebbe im Gespräch mit Christoph Sterz

Der Moderator Rene Kindermann in der MDR-Talkshow "Riverboat" (picture alliance / dpa/ Tom Schulze)
Zu viel Unterhaltung bei MDR und WDR? Eine Studie untersucht das. (picture alliance / dpa/ Tom Schulze)

Die Formulierung der gewerkschaftsnahen Otto-Brenner-Stiftung sei aber eine Zuspitzung, die er in Ordnung fände, so Trebbe. In allen dritten Programmen im deutschen Fernsehen sei ein stärkerer Trend zur "boulevarden Human-Touch-Berichterstattung" festzustellen. Diese Berichterstattung über Stars und Sternchen und Menschen in tragischen oder komischen Situationen läge überall bei 20 Prozent der Sendezeit, sei aber aus der Perspektive des Programmauftrags von nicht so entscheidender Relevanz wie politische Fragen.

Dabei gehe es weniger um die Themen als um die Art der Thematisierung, erklärte Trebbe: "Wir gucken uns an, wie ein bestimmtes Thema aufgemacht ist."Stehe bei einem Beitrag die gesellschaftlich relevante Perspektive im Vordergrund und der Zuschauer werde in die politische Diskussion eingeführt, "dann bezeichnen wir das als politisch relevante Berichterstattung. Wenn es in dem Beitrag um ein persönliches, privates Einzelschicksal einer Person geht und der größere gesellschaftlich-politische Zusammenhang nicht hergestellt wird, dann bezeichnen wir es als Boulevardberichterstattung."

Das komplette Interview können Sie mindestens fünf Monate lang in unserem Audio-Player nachhören.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk