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Studie zum ArbeitsmarktWeiter deutliche Ost-West-Unterschiede - Im Osten gleiche Chancen für Frauen in 2. Führungsebene

Eine Frau telefoniert vor Monitoren. Handelsraum der European Energy Exchange, EEX, Europäische Energiebörse.  (imageBROKER)
Eine Frau telefoniert vor Monitoren (imageBROKER)

Bei Bezahlung und Erwerbstätigkeit sind die Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Ostdeutschland meist geringer als im Westen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. So habe die Erwerbstätigenquote westdeutscher Frauen 2018 mit knapp 72 Prozent um gut acht Punkte unter der von westdeutschen Männern gelegen. In den neuen Ländern betrage der Unterschied nur vier Prozentpunkte. Auch die Art der Beschäftigung falle anders aus. Aktuell hätte fast jede Zweite der erwerbstätigen Frauen in Westdeutschland eine Teilzeitstelle, in Ostdeutschland sei es jede Dritte.

Dreh- und Angelpunkt: Kinderbetreuung

Nach Einschätzung der Wissenschaftler ist das Angebot der Kinderbetreuung maßgeblich für die Unterschiede. In Ostdeutschland würden mehr als 41 Prozent der Kinder unter drei Jahren und fast Dreiviertel der 3- bis 6-Jährigen ganztags außer Haus betreut. Dagegen seien es im Westen nur 14,3 beziehungsweise 40,5 Prozent.

Das mache sich auch auf dem Lohn- und Gehaltszettel bemerkbar: Im Westen liege der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen 21 Prozent unter dem von Männern, der Abstand sei damit dreimal so groß wie in den neuen Ländern.

Ostdeutsche Frauen: Gleiche Chance in der zweiten Führungsebene

Studienautorin Zucco sagte dem Deutschlandfunk, ostdeutsche Frauen hätten andere Erwerbsbiographien als westdeutsche Frauen. Im Osten würden Frauen häufiger Vollzeitarbeiten und am Erwerbsleben teilnehmen. Auch würden sie häufiger Führungspositionen einnehmen. Vor allem in der zweiten Ebene hätten ostdeutsche Frauen die gleichen Chancen wie ihre männlichen Kollegen.

Diese Nachricht wurde am 15.09.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.