Mittwoch, 21.11.2018
 
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LesungStudio LCB

Im Literarischen Colloquium Berlin, Am Sandwerder 520.09.2018 19:30 Uhr, Berlin
(Deutschlandradio)

Lesung: Michael Lentz

Gesprächspartner: Jan Wilm und Daniela Seel

Moderation: Katharina Teutsch

Über zehn Jahre nach Michael Lentz’ letztem Roman 'Pazifik Exil' über die deutschen Schriftsteller im kalifornischen Exil taucht ein Erzähler namens Niemand auf. In Michael Lentz’ neuem Roman 'Schattenfroh' versucht dieser Niemand, dem Geheimnis der eigenen Existenz als Jemand auf die Spur zu kommen. Er ist ein von Zeichensystemen Besessener, der nach dem Tod des Vaters in eine tiefe Sinnkrise stürzt. Das tausendseitige 'Schattenfroh' ist damit konzeptuell eine Antwort auf die kurze Erzählung 'Muttersterben', mit der Michael Lentz im Jahr 2001 seinen Durchbruch als Prosaautor erlebte. Der neue Roman erzählt vom Sterben des Vaters, zugleich aber ist er auch Seelensuche, Ich-Jagd, eine irrsinnige Reise in den inneren psychischen Steinbruch. Zeitlich umfasst der durchgängig im Präsens geschriebene Roman etwa 500 Jahre: 1525 bis 2018. Der Größenwahn ist hier ebenso Programm wie die sensible Befragung der eigenen Substanz. Das alles mit einem Sprachgebrauch, der weit in die Tradition der Konkreten Poesie hineingreift. Was bedeutet der Tod des Vaters für das Leben des Sohns? Was bedeutet das Schreiben für die Existenz? Wie körperlich ist die Schrift? Michael Lentz wird darüber mit dem Kritiker Jan Wilm und Daniela Seel im Literarischen Colloquium sprechen.

Sendung: 29. September, 20.05 Uhr • Deutschlandfunk

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