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StartseiteGesichter EuropasWind von rechts02.11.2019

SüdtirolWind von rechts

Südtirol gehört zu Italien, hat jedoch dank Autonomiestatut Freiheiten wie keine andere Region des Bel Paese. Die Steuereinnahmen bleiben in der Region und dank einer florierenden Wirtschaft, vor allem im Tourismus, ist genug Geld für alle da.

Von Kirstin Hausen

Die Flaggen Europas und Südtirols mit dem Tiroler Wappen (imago )
Die SVP ging in Südtirol eine Allianz mit der rechten Lega Nord ein Regierungsbündnis ein. (imago )
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So leben die drei Sprachgruppen (deutsch, italienisch, ladinisch), von politischen Geplänkeln abgesehen, seit Jahrzehnten friedlich nebeneinander. Doch im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise in Italien steht das "Modell Südtirol" von dieser Seite unter Beschuss. Die Wahlen vor einem Jahr haben den Landtag in Bozen aufgemischt: die bürgerliche Partei der Südtiroler (SVP), die bis 2013 über eine absolute Mehrheit verfügte, war gezwungen, mit der rechten Lega Nord ein Regierungsbündnis zu schließen. Wie verändert diese Zwangsehe die politische Landschaft in Südtirol? Brechen alte Wunden jetzt wieder auf?

13.10.2018, Italien, Brixen: An einem Wahlkampfstand der rechtspopulistischen Partei Die Freiheitlichen werben Mitglieder der Partei um Stimmen. (dpa / Lena Klimkeit) (dpa / Lena Klimkeit)Von Helden und politischen Fronten
Die Südtiroler sind stolz auf ihre Eigenständigkeit von Italien und ihre Nationalhelden Andreas Hofer. Doch die Wahlen vor einem Jahr haben den Landtag in Bozen aufgemischt: Die bürgerliche Partei der Südtiroler (SVP) muss sich mit der rechten Lega Nord arrangieren. Eine Zwangsehe mit Hindernissen.

Der Landtag von Südtirol a in Bozen (Bolzano) Italien (imago / Becker & Bredel) (imago / Becker & Bredel)Mehrsprachig? No grazie
Italienisch, Deutsch oder ladinisch – die Südtiroler müssen sich zu einer Sprachgruppe bekennen. Und nicht nur das. Auch fast alle Vereine haben eine deutsche und eine italienische Sektion. Eine streitbare Stadträtin in Bozen will das ändern und setzt sich für mehr Miteinander der Sprachgruppen ein.

Beschreibung:Meron aus Eritrea blickt am 19.08.2015 im Zug von Rom nach Bozen (Italien) aus dem Fenster. Auf der Flucht vor Hunger Krieg und Verfolgung suchen viele Flüchtlinge das Glück in Europa (picture alliance/ dpa/ Nicolas Armer) (picture alliance/ dpa/ Nicolas Armer)Angst vor dem Fremden
Die bisher eher moderate SVP hat sich nach der letzten Landtagswahl in Südtirol für die rechte Lega als Koalitionspartner entschieden. Vor allem beim Thema Zuwanderung kochen die Gemüter hoch. Und zwar bei der deutschen und der italienischen Sprachgruppe gleichermaßen.

Die Altstadt von Meran am Passerufer im Fürhling (imago / blickwinkel) (imago / blickwinkel)Südtirol profitiert vom Tourismus
Tourismus hat eine jahrhundertelange Tradition in Südtirol. Die Betten in den Hotels sind zunehmend ausgebucht. Die Region steuert auf die 35 Millionenmarke zu. Doch die steigende Zahl der Touristen hat auch Schattenseiten.

Riccardo dello Sbarba, Landtagsabgeordneter der Grünen (Deutschlandradio / Privat) (Deutschlandradio / Privat)Nebeneinander statt miteinander
Öffentliche Stellen werden in Südtirol nach einem Proporzsystem an Deutsche, Ladiner oder Italiener vergeben. Der grüne Landtagsabgeordnete Riccardo della Sbarba, deutschsprachiger Italiener, hat dennoch einen Traum: dass Südtirol ein kleines Europa in Europa werden könnte.

Literaturtipps zur Sendung:

Francesca Melandri: Eva schläft. Übersetzt von Bruno Genzler. Wagenbach Verlag, 2018. 440 Seiten.

Ulrich Ladurner: Südtiroler Zeitreisen. Erzählungen. Haymon 2012. 277 Seiten.

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