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SyrienMoskau will Luftangriffe mit den USA koordinieren

Ein Standbild aus einem Video des russischen Militärs zeigt den Abwurf von Bomben über Syrien. (picture alliance / EPA / Presseservice des russischen Verteidigungsministeriums)
Ein Standbild aus einem Video des russischen Militärs zeigt den Abwurf von Bomben über Syrien. (picture alliance / EPA / Presseservice des russischen Verteidigungsministeriums)

Zwischen Russland und den USA könnte es bald eine stärkere Absprache über Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien geben. Aktuell aber setzt Moskau seine Attacken aus der Luft alleine fort. Zudem begannen syrische Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten eine Bodenoffensive.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, Moskau wolle mit den USA über eine engere Abstimmung bei Luftangriffen in Syrien sprechen. Man habe die Anfrage des Pentagons zur Koordinierung der Luftangriffe geprüft und müsse nur noch technische Detailfragen klären. "Insgesamt könnten diese Vorschläge akzeptiert werden", sagte Generalmajor Igor Konaschenkow nach Angaben russischer Agenturen.

Russland und die USA verfolgen unterschiedliche Ziele in Syrien. Während Washington mit seinen Verbündeten gegen die Terrormiliz IS vorgehen will, versucht Moskau, Machthaber Assad zu unterstützen. Deshalb gibt es bislang nur Kontakte auf unterer Ebene, um Zwischenfälle bei den Einsätzen zu vermeiden. 

Internationale Kritik an Moskau

Russland steht wegen seiner Luftangriffe international in der Kritik. Gestern hatte NATO-Generalsekretär Stoltenberg Moskau vorgeworfen, bei den Militäroperationen in Syrien absichtlich auch den Luftraum des Bündnispartners Türkei verletzt zu haben. Das dürfe sich nicht wiederholen.

Die Türkei betonte, bei der Sicherung der Grenzen und des Luftraums werde es keine Zugeständnisse geben. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erneuerte seinen Vorwurf, dass sich die russischen Luftangriffe in Syrien vor allem gegen gemäßigte Rebellengruppen richteten, die gegen Assad kämpfen. Von bisher 57 Attacken hätten 55 der gemäßigten Opposition gegolten. Nur zwei hätten sich gegen IS-Stellungen gerichtet, sagte Davutoglu.

Russische Piloten des Kampfflugzeuges SU-30 auf einer Militärbasis in Syrien (5.10.2015) (dpa / picture-alliance / Dmitriy Vinogradov)Russische Piloten des Kampfflugzeuges SU-30 auf einer Militärbasis in Syrien. (dpa / picture-alliance / Dmitriy Vinogradov)

Die syrische Armee und ihre Verbündeten griffen unterdessen mit russischer Luftunterstützung mindestens vier Stellungen von Aufständischen an. Die nahe London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, die Kämpfe nördlich der Stadt Hama seien die heftigsten seit Monaten. Das angegriffene Gebiet steht unter Kontrolle verschiedener moderater und radikaler Rebellen. 

Gegner und Verbündete des Regimes hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass Tausende Kämpfer aus dem Iran und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah für eine Bodenoffensive der Armee nach Syrien verlegt worden seien. Zudem flog Moskau nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte erneut Luftangriffe. Kampfflugzeuge hätten Ziele in den Provinzen Idlib und Hama beschossen.

"Welt": 2.000 russische Soldaten in Syrien

Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" sind derzeit rund 2.000 russische Soldaten sowie Berater und technisches Personal in Syrien stationiert. "Sie bauen die Landebahn aus, errichten Hallen und Hubschrauberlandeplätze, und sie stellen neue Wohn-Container für Personal auf. Das ist auf Satellitenfotos zu sehen", zitiert die Zeitung einen NATO-Diplomaten. Zudem unterstützten sie die syrische Armee mit Ausrüstung. Die Zahl der Russen in Syrien ist aber nicht so hoch, als dass man damit eine Bodenoffensive führen könnte", hieß es weiter.

(hba/swe)

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