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SyrienRussland startet Großoffensive gegen Rebellen

Ein russisches Kampfflugzeug auf einem Flugzeugträger im Mittelmeer (dpa / picture alliance / Tass)
Ein russisches Kampfflugzeug kurz vor dem Start auf Ziele in Syrien (dpa / picture alliance / Tass)

In Syrien hat das russische Militär eine neue Großoffensive gestartet. Ziel sind unter anderem die Provinzen Idlib und Homs. Nach Angaben von Aktivisten wurde auch Aleppo bombardiert – zum ersten Mal seit vier Wochen.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu bestätigte den Einsatz: "Russland hat mit einer groß angelegten Operation gegen Terroristen in den Provinzen Idlib und Homs begonnen." Ziel der Angriffe aus der Luft und vom Wasser aus seien Stellungen der Terrormiliz IS und der früheren Al-Nusra-Front. An der Militäroperation seien auch russische Kriegsschiffe im östlichen Mittelmeer beteiligt. Russland und das syrische Regime von Staatschef Assad fassen den Begriff "Terroristen" weiter und beziehen auch solche Kämpfer mit ein, die im Westen als gemäßigte Rebellen gelten. Syrien und Russland wird vorgeworfen, alle Gegner des Regimes mit Waffengewalt zu bekämpfen. 

Nach Angaben der Hilfsorganisation Weißhelme wurden mindestens 14 Angriffe auf den Osten Aleppos geflogen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London berichtet, dass zum Teil auch Fassbomben abgeworfen wurden. Mindestens drei Menschen seien getötet worden. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten, sie können nicht unabhängig überprüft werden.

Russland: Angriffe auf IS-Stellungen

In den vergangenen Tagen hatten regimenahe syrische Medien berichtet, dass eine große Offensive auf Aleppo bevorstehe. Zivilisten und Kämpfer wurden aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Der Ostteil wird von Rebellen gehalten und belagert.

Die Provinz Idlib wird größtenteils von einem islamistisch geführten Rebellenbündnis kontrolliert. Laut der Gruppe Nur al-Din al-Senki wurden mindestens vier Städte in der Provinz angegriffen.

Versorgungslage in Syrien immer schwieriger

Die Versorgung in Syrien wird immer schwieriger. Mehr als sieben Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen auf Lebensmittelhilfe derzeit angewiesen. Wie das UNO-Landwirtschaftsprogramm FAO und Welternährungsprogram WFP mitteilten, ist die Nahrungsmittelproduktion in Syrien selbst auf den bisher niedrigsten Stand gefallen.

(at/tgs)

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