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StartseiteVerbrauchertippVom Sparmodell bis zum Highend-Gerät05.11.2018

Tablets im TestVom Sparmodell bis zum Highend-Gerät

Die Stiftung Warentest hat Tablets verschiedener Preisklassen untersucht. Ein Ergebnis: Wer sparen will, muss auch deutliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Aber es gibt auch gute preisgünstige Modelle. Mit den Flaggschiffen der Hersteller ist man an der Spitze der Entwicklung.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Mädchen benutzt ein Tablet (imago)
Glas oder Plastik am Gehäuse - es ist eine sehr individuelle Frage, welche Art von Tablet man benötigt (imago)
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Tablets der Einstiegsklasse kosten meist zwischen 100 und 300 Euro. Darunter sind auch einige Produkte der allseits bekannten und führenden Markenhersteller. Doch können solche günstigen Modelle wirklich überzeugen? Die Stiftung Warentest hat neun Android-Tablets mit Bilddiagonalen bis knapp 27 Zentimeter untersucht - die Ergebnisse reichen von "gut" bis "ausreichend". Im Grunde also ein nicht so unübliches Gesamtbild, sagt Christian van de Sand. Doch zu günstig sollte ein Tablet auch nicht sein. 

"Bei Tablets, die weniger als 150 Euro kosten, haben wir jetzt in diesem Test gesehen, dass beispielsweise die Display-Qualität sehr schlecht ist. Da werden Farben unnatürlich dargestellt, auch ist die Verarbeitung häufig nicht so hochwertig. Wir machen bei den Geräten ja auch stets einen sogenannten Kratz-Test. Und da stellten wir bei den günstigen Modellen schon bei wenig Kraftaufwand fest, dass deutliche Kratzer im Gehäuse zu sehen sind."

Billige Modelle häufig mit Plastikgehäuse

Während bei hochwertigen Modellen häufig Metall oder Glas zum Einsatz kommt, müssen die günstigsten Tablets oft mit einem Plastikgehäuse auskommen. Doch weitaus wichtiger sei, was sich sozusagen unter der Haube befindet. Konkret: Wie schnell der Prozessor ist.

"Bei allen rechenaufwendigen Anwendungen - wenn ich also viele Fotos gleichzeitig anschauen möchte oder wenn ich Internetbrowser nicht nur eine, sondern vielleicht zehn Seiten parallel geöffnet habe - stellen wir fest, dass das diese günstigeren und nicht so ganz so leistungsstarken Prozessoren schneller in die Knie zwingt. Und dann macht es irgendwann auch keinen Spaß mehr, diese Geräte zu benutzen."

Zudem verfügte keines der günstigen Einstiegsmodelle über die aktuelle Betriebssystem-Version Android 9. Das ist zwar aktuell noch nicht dramatisch - in Zukunft kann es aber passieren, dass manche Apps von einer älteren Betriebssystem-Version nicht mehr unterstützt werden. Außerdem sind die neueren Versionen in der Regel weniger anfällig für Angriffe von Cyberkriminellen.

Immerhin: Zwei der günstigen Modelle wurden noch mit "gut" bewertet. Zum einen das Samsung Galaxy Tab A 10.5. Mit 325 Euro gehört es preislich allerdings eher schon zur Mittelklasse bei den Tablets. Das beste Preis-Leistungsverhältnis hatte die Nummer zwei in der Untersuchung: das Lenovo Tab 4 für gerade mal 169 Euro. Warentester Christian van de Sand:

"Das ist wirklich das Gerät für die absoluten Sparfüchse. Es schneidet gerade noch mit "gut" ab. Es ist nicht ganz so rechenstark - wenn ich aber keine wahnsinnig anspruchsvollen Anwendungen damit umsetzen will, dann komme ich im Alltag auch damit klar. Und was bei diesem Modell auch der Fall ist, wie bei vielen günstigen Tablets: Die Kamera ist da nicht so ganz so gut. Doch viele fotografieren vielleicht doch eher mit dem Smartphone oder haben eine Digitalkamera - können also diese Schwäche ganz gut in Kauf nehmen."

Kriterien: Akku und Rechenleistung

Mit solchen Einschränkungen müssen Käufer der deutlich teureren Spitzenmodelle in der Regel nicht rechnen. Das neue Flaggschiff von Samsung, das Galaxy Tab S4 erreichte in der Untersuchung sogar die bislang beste Warentest-Bewertung eines Tablets überhaupt. Bislang führte hier das Apple iPad Pro 10.5.

"Insgesamt hat uns das Samsung im Vergleich zum Apple-Gerät durch seinen guten Akku überzeugt. Man muss aber dazu sagen, dass das Apple dann an anderen Stellen Stärken hat, die das Samsung nicht hat. Beispielsweise bei der Rechenpower. Auch das Display des Apple-Modells hat uns mehr überzeugt. Dafür punktet das Samsung Galaxy Tab S 4 wiederum mit seiner Vielseitigkeit - zum Beispiel kann der Speicher erweitert werden. Und es hat einen USB-C-Anschluss, wo ich viele externe Geräte anschließen kann."

Allerdings ist das Flaggschiff von Apple inzwischen auch schon über ein Jahr alt. Und es dürfte schon bald ein neues Modell auf den Markt kommen.

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