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StartseiteInterview"Kartelle gefährden die Pressefreiheit"01.05.2015

Tag der Pressefreiheit"Kartelle gefährden die Pressefreiheit"

Die Pressefreiheit leidet weltweit unter Terror und staatlichen Eingriffen. Für Josef Haslinger gibt es in demokratischen Ländern jedoch auch eine Gefahr für die freie Meinungsäußerung: "Die Bildung von Medienkartellen in der westlichen Welt ist keine ideale Voraussetzung", sagte der Schriftsteller im Deutschlandfunk.

Der Schriftsteller Josef Haslinger (imago stock & people)
Der Schriftsteller Josef Haslinger (imago stock & people)
Weiterführende Information

Was der Presserat bewirken kann 
(Deutschlandfunk, DLF-Magazin, 02.04.2015)

Pressezensur in Mexiko - Der Fall Aristegui 
(Deutschlandfunk, Markt und Medien, 28.03.2015)

Zeitungsverkäufer gegen "Bild" - Boykott am Kiosk 
(Deutschlandfunk, Deutschland heute, 10.04.2015)

"BILD hat ein besonderes Verhältnis von Größe, Wirkung und Verantwortungslosigkeit"
(Deutschlandfunk, Markt und Medien, Interview mit BILDblog-Gründer Stefan Niggemeier, 07.06.2014)

Auf die Terroranschläge gegen die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo habe die Welt treffend reagiert. "'Je suis Charlie' war die richtige Antwort, weil es wirklich eine gemeinsame Stimme war, mit der man dem Wahnsinn entgegentreten wollte, dass man Pressefreiheit mit Morden bekämpft", sagte Haslinger. Nicht jeder fände die Karikaturen von Charlie Hebdo gut. "Aber jeder der 'Je suis Charlie' sagt, findet es gut, dass solche Karikaturen erscheinen können."

Auch in den Ländern, in denen die Demokratie gesichert sei, gebe es jedoch eine Gefährung der Pressefreiheit, "durch Kartelle, durch Machtkonzentrationen auf Seiten des Kapitals, das in öffentliche Meinung investiert". 

Neue Generationen ohne Recht auf Privatheit

Der Datenschutz sei das große Zukunftsproblem, sagte Haslinger. "Wir laufen Gefahr, dass eine neue Generation heranwächst, für die es selbstverständlich ist, dass es kein Briefgeheimnis mehr gibt. Dass alles, was man sagt, im öffentlichen Raum ist - und dass man das auch nicht mehr los wird." Die Presse müsse dafür eintreten, dass es keine Generation gibt, der "von der Wiege an das Recht auf Privatheit aufgetrieben wird".

Das Gespräch können Sie mindestens sechs Monate nachhören. 

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