Tag für Tag 

DiversitätKirchengemeinden in den USA werden immer bunter

Pastor Terry Wayne Brooks spricht vor der Gemeinde der der Bayview Baptist Church San Diego, USA (imago stock&people/ Zuma Press/ NELVIN C. CEPEDA, SAN DIEGO UNION-TRIBUNE)

Eine neue US-Studie zeigt: In den vergangenen 20 Jahren ist die Diversität in den Kirchengemeinden der USA stetig gestiegen. Es gibt zwar noch viele rein weiße oder rein schwarze Gemeinden. Doch es gibt auch eine Bewegung, die sich für „multiracial churches“ einsetzt, für ethnisch gemischte Kirchen.

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"Dokumentationsstelle Politischer Islam" in WienModellcharakter für Deutschland?

Wien: Werner Kogler (Die Grünen,l), Vizepräsident von Österreich, und Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, sprechen bei einer Sondersitzung des Nationalrates zum Terroranschlag im Parlamentsausweichquartier in der Wiener Hofburg. (APA/Herbert Neubauer)

Die österreichische Bundesregierung aus ÖVP und Grünen hat vor einigen Monaten die "Dokumentationsstelle Politischer Islam" ins Leben gerufen. Es geht um die Erforschung von religiös motiviertem politischem Extremismus. Eine Stelle mit Pioniercharakter, die durchaus umstritten ist.

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Schausteller-Seelsorge in Corona-ZeitenKirmes, Kirche, Krise

Eine geschlossene Bude am Ort des Hamburger Winterdom. Die Veranstaltung wurde abgesagt. (picture alliance / xim.gs)

Karussells und Riesenräder stehen nun schon eine ganze Weile still. Die Schaustellerbranche trifft die Corona-Krise besonders hart. Für Friedrich Brandi, ehrenamtlicher Zirkus- und Schausteller-Seelsorger in Hamburg, ist es zurzeit schwierig, „seine Jahrmarkt-Gemeinde“ überhaupt zu erreichen.

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Reverend Raphael WarnockVon der Kanzel ins Kapitol

Reverend Raphael Warnock im Dlf-Interview mit Katja Ridderbusch im Jahr 2018 (Katja Ridderbusch / Deutschlandradio)

Reverend Raphael Warnock ist einer der beiden frisch gewählten demokratischen Senatoren des US-Bundesstaates Georgia. Er ist Pastor der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, der Heimatkirche von Martin Luther King. 2018 sprach er mit dem Dlf über dessen Erbe und eigene politische Ziele.

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IsraelDigitales Schlupfloch für Zivilehen

Bild zeigt den Moment, in dem bei die Braut bei einer jüdischen Hochzeit ihren Ehemann sieben Mal umkreist (picture alliance / Newscom / Rafael Ben-Ari)

In Israel gibt es bisher nur religiöse Eheschließungen, keine zivilen. Für hunderttausende Israelis ist das ein Problem. Sie können nicht heiraten. Ein mögliches Schlupfloch der Regelung: eine Online-Hochzeit mit ausländischem Standesbeamten. Der ultra-orthodoxe Innenminister will das verhindern.

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Wilton GregoryErster schwarzer Kardinal in der US-Geschichte

Kardinal Wilton Gregory (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Andrew Harnik)

In zwei Wochen zieht Joe Biden als Präsident ins Weiße Haus ein. Er ist katholisch. Auch Wilton Gregory lebt in Washington. Er ist der erste schwarze Kardinal in der US-Geschichte. Die beiden werden sich begegnen. Sie dürften gemeinsame Interessen haben, was die Zukunft des Landes betrifft. Aber nicht nur.

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1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland„Eine einseitige Liebeserklärung“

Europas größter Chanukka-Leuchter ist am 12.12.2017 in Berlin vor dem Brandenburger Tor zu sehen.  (Gregor Fischer/dpa)

Aus dem Jahr 321 stammt der erste Beleg für eine jüdische Gemeinde im heutigen Deutschland. Für Jüdinnen und Juden ist das ein Anlass zum Feiern und zum Erinnern. Ein Grund zum Jubeln sei das Jubiläum aber nicht: zu traurig sei die jüdisch-deutsche Geschichte – und oft auch die Gegenwart.

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Tanzimat-Ära im Osmanischen ReichDer erste Versuch einer Reform in der Türkei

Sultan Abdülmecid I. (imago stock&people)

Seitdem die AKP an der Macht ist, wird die Türkei islamischer - und das, obwohl die Verfassung seit Kemal Atatürk die säkulare Natur des Staates betont. Aber Atatürks Säkularisierung ist nicht vom Himmel gefallen. Schon im 19. Jahrhundert prägte die Reform-Phase „Tanzimat“ das Osmanische Reich.

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Milad Karimi über islamische Spiritualität und Corona"Vor dem Virus sind alle gleich"

Prof. Ahmad Milad Karimi in Kitzingen. (Daniel Biskup)

Der islamische Religionsphilosoph Milad Karimi sieht in der Coronakrise ein "Zeichen Gottes". Die "konsumorientierte, umweltverschmutzende Weise zu leben darf so nicht weitergehen", sagte Karimi im Dlf. Die Pandemie biete auch die Chance, Fehler in der Flüchtlingspolitik zu korrigieren.

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Christliches "Beschneidungsfest" am Neujahrstag"Jesus ist beschnitten worden"

Meister von St. Severin.tätig in Köln um 1485–1515: "Die Beschneidung Jesu" (um 1490), ausgestellt in Paris, Musée du Louvre (imago stock&people / Le Pictorium)

Der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück appelliert an die katholische Kirche, am 1.1. wieder das "Fest der Beschneidung des Herrn" zu feiern. Jesus sei als Jude geboren und erzogen, sagte Tück im Dlf. Christen sollten sich ihrer jüdischen Wurzeln erinnern. Die Kirchen seien "aufgerufen, an der Seite der Juden zu stehen".

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Kulturwissenschaftler über Impfgegner "Spuren einer para-religiösen Erzählung"

Ein Schild mit der Aufschrift "Ich will keine Impfung" wird an einem Stock hochgehalten. (picture alliance/dpa/Sebastian Kahnert)

Einst galten Pandemien als Strafe Gottes. Medizin stand im Verdacht, den göttlichen Plan zu vereiteln. Diese Deutung wird heute kaum noch vertreten. Kulturwissenschaftler Andreas Bernard sieht solche Denkmuster jedoch bei Corona-Leugnern. Diese seien nicht einmal durch Erfahrung umzustimmen, sagte er im Dlf.

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Islamophobie-Studie in FrankreichErfolg schützt nicht vor Ausgrenzung

Muslime verlassen die Moschee in Bordeaux (AFP / Mehdi Fdedouach)

Für eine neue Studie wurden in Frankereich Musliminnen und Muslime befragt, die den sozialen Aufstieg geschafft haben. Viele berichteten davon, dass sie sich wegen ihres Glaubens stigmatisiert fühlten. Zur Mittelschicht zu gehören bedeute noch lange nicht, in der Mitte der Gesellschaft akzeptiert zu werden.

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RauhnächteStille Tage, wilde Nächte

Das Bild zeigt vier junge Frauen mit Nachbauten mittelalterlicher Instrumente - sie bilden gemeinsam die Mittelalter-Musikgruppe "Die Irrlichter". Von links nach rechts: Brigitta Jaroschek, Annika Thoma, Stephanie Keup-Büser, Anna Karin (Die Irrlichter)

Böse Geister treiben ihr Unwesen, Tiere können sprechen, Wäsche aufhängen ist gefährlich: Für die zwölf Tage nach der Wintersonnenwende gab es schon in vorchristlicher Zeit besondere Erzählungen und Bräuche. Bis heute regt die Zeit "zwischen den Jahren" die Fantasie an - und den Aberglauben.

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Englische Christmas CarolsHeidnische Bräuche christlich gedeutet

Der "Canterbury Cathedral Girls Choir" singt Christmas Carols im Londoner Bahnhof St.Pancras  (imago stock&people / Rob Pinney)

Traditionelle englische Weihnachtslieder sind eher sinnlich als besinnlich. Es fließt reichlich Alkohol, es wird wild gefeiert. Erst mit dem Viktorianischen Zeitalter wurden die Carols züchtig.

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Weihnachten und die himmlischen Heerscharen„Engel tragen keine Maske“

Silberne Engelfigur, die eine Kerze hält (imago stock&people)

Der Glaube an Engel, wie er von Juden, Christen und Muslimen geteilt wird, kann in Zeiten der Coronakrise helfen. Davon ist der Theologe Uwe Wolff überzeugt. „Wir brauchen die Engel dringender denn je“, sagte Wolff im Dlf. Engel könnten Viren nicht wegzaubern, aber „innere Stärke“ geben.

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Religiosität der Zukunft "Die Sehnsucht nach dem göttlichen Funken bleibt"

Wanderin steht auf einem Felsbrocken und breitet die Arme aus (imago images / Westend61)

Der Leipziger Theologe und Journalist Stefan Seidel denkt in seinem neuen Buch über Religion ohne Kirche nach. "Der Mensch ist ein Seelenwesen", sagt er im Dlf. Das Corona-Jahr zeige die Grenzen des Nüchtern-Rationalen. Aber dass Not dauerhaft beten lehrt, glaubt er nicht.

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Trauma KinderverschickungDie Suche der Opfer, das Schweigen der Täter

Eine historische Postkarte der Kinderheilanstalt „Waldhaus“. (picture alliance / dpa / Hauke-Christian Dittrich)

Vor drei Jahren machte unsere Autorin erstmals öffentlich, was Kinder erlebt hatten, die in den 1950er- bis 80er-Jahren zur Kur geschickt wurden: Gewalt, Sadismus, Zwangsernährung. Jetzt hat sie bei den Einrichtungen noch einmal nachgefragt, wie sie die Vergangenheit aufarbeiten.

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Katholische Integrierte GemeindeVerdacht auf geistlichen Missbrauch

Rundglasfenster im Dunkeln (imago stock&people)

Die Katholische Integrierte Gemeinde, 1963 gegründet, wirkte wie eine christliche, intellektuelle Kommune. In den 1970er Jahren soll es erste Vorwürfe gegen die Führung gegeben haben. Diese habe sich totalitär ins Leben eingemischt. Joseph Ratzinger gilt als Mentor, mittlerweile hat er sich distanziert. Ehemalige Mitglieder fordern Aufarbeitung.

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Humanistische Weltanschauung"Weihnachten ist kein rein christliches Fest"

Zugschienen in Marktoberdorf, Bayern, Dezember 10, 2020. (www.imago-images.de)

Auch Menschen ohne Religion feiern Weihnachten, aber sie denken dabei nicht an die Geburt Jesu. Anika Herbst von der Humanistischen Vereinigung erklärt, warum sie das Licht feiert und das Lied "1000 Sterne sind ein Dom" liebt. Den Kirchen rät sie zum Verzicht auf Gottesdienste.

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Der Fall Paty und die Reaktionen in Deutschland"Wir dürfen die Augen nicht verschließen"

Schüler in einem Klassenzimmer in einer Maria-Montessori-Grunschule in Berlin-Tempelhof (imago stock&people/ Liesa Johannssen)

Die große Mehrheit muslimischer Schülerinnen und Schüler in Deutschland zeigt sich erschüttert von der Ermordung des französischen Geschichtslehrers. Eine kleine Minderheit aber rechtfertigt die Tat in sozialen Netzwerken und im Unterricht. Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich allein gelassen.

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Beethovens Verhältnis zur Religion"Der Glaube an ein höheres Wesen war in ihm"

Die Beethoven-Statue auf dem Bonner Münsterplatz (dpa / picture-alliance / Oliver Berg)

Am 17. Dezember 1770 wurde Ludwig van Beethoven katholisch getauft - zum Kirchgänger wurde er aber nicht. Dafür hat er Messen komponiert, den Himmel vertont und Götterfunken sprühen lassen. Kabarettist und Beethoven-Kenner Konrad Beikircher sagt: Sein Glaube an Gott sprengte die Konfession und Konvention.

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Sexueller Missbrauch in der katholischen KircheRücktritt Woelkis wäre "ein notwendiges Zeichen der Reinigung"

Kardinal Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln im Kunstmuseum Kolumba des Erzbistums Köln. (picture alliance / Günther Ortmann)

Kardinal Woelki steht nach Recherchen des Journalisten Joachim Frank im Verdacht, einen Fall sexuellen Missbrauchs vertuscht zu haben: Woelki habe den Täter aus persönlichen Gründen geschützt, so Frank. Ludwig Ring-Eifel, Chef der katholischen Nachrichtenagentur, hält Woelkis Milde für menschlich verständlich.

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Sexueller Missbrauch im Erzbistum KölnDer Priester, der Kardinal und die Kinder

Die beiden Kölner Kardinäle Woelki (l.) und Meisner (r., 2017 verstorben) auf der Deutschen Bischofskonferenz 2013 (imago stock&people / Michael Gottschalk)

Ein Pfarrer, so der Verdacht, soll sich mehrfach schwer an Kindern vergangen haben – zum ersten Mal 1986. Sollte der Vorwurf zutreffen, war die Bestrafung milde: Er war weiter als Seelsorger tätig, hielt Vorträge, schrieb Bücher. Eine Recherche im Hoheitsgebiet der Kardinäle Meisner und Woelki.

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Jüdische Perspektiven auf die Corona-PandemieDie doppelte Gefahr

Ein Mitarbeiter der "Hevra Kadisha",  Israels öffizieller jüdischer Bestattungsgesellschaft, transportiert eine Leiche auf einem Rollwagen. Er trägt einen Mund-Nasen-Schutz. (picture alliance / Accociated Press / Oded Balilty)

Die jüdische Bevölkerung sieht sich durch Seuchen doppelt bedroht: zur gesundheitlichen Gefahr kommt die gesellschaftliche Gefahr. Denn oft werden Jüdinnen und Juden beschuldigt, für Katastrophen verantwortlich zu sein – von der Antike bis zur Coronakrise.

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Politische Abendgebete für Belarus in BerlinWachet und betet

Anti-Lukaschenko Protest in Belarus: Kritiker des Machthabers laufen durch Minsk, einer von ihnen hält eine weiß-rote Flagge (TASS)

Die evangelische Gethsemane-Kirche in Berlin war ein Sammelpunkt für DDR-Oppositionelle. Später kam es hier zu politischen Gebeten für Peter Steudtner, den in der Türkei festgenommenen Menschenrechtler. Jetzt wird gebetet für Menschen im von politischen Unruhen erschütterten Belarus.

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Religiöse OrteVon Druidenbaum bis Tierfriedhof

Japanischer Garten des EKO-Hauses in Düsseldorf (einem japanischen Kulturverein) (Deutschlandradio/Christian Bongers)

Auch in der Corona-Pandemie könne man sich "innerlich auf die Reise machen", sagte Johann Hinrich Claussen, EKD-Kulturbeauftragter, im Dlf. Mit seinem Buch über ungewöhnliche religiöse Orte rund um die Welt wolle er zeigen, "was Religion an Stärkung und Trost" leiste - selbst nach Terroranschlägen.

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Widerstandsfähigkeit in der Coronakrise„Ein stark gelebter Glaube hilft“

Eine junge Kirchengängerin singt während des Gottesdienstes. Sie trägt einen Mundschutz. (imago images / Future Image)

Die Corona-Pandemie kann für manche auch zu einer persönlichen Krise werden. Eine Studie legt jetzt nahe, dass Menschen mit einem ausgeprägten Glauben weniger unter der Krise leiden. Experten bestätigen, dass Religiosität die Psyche stärken kann. Doch welche Art von Religion hilft - und warum?

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Religionen in ChinaKirche und Kommunismus

Katholische Kirche in Peking, China. (imago / Kyodo News)

Nach dem Tod des kommunistischen Diktators Mao Zedong 1976 begann für Kirchen und Religionsgemeinschaften in China eine Zeit der Entspannung. Doch noch immer werden sie von der Kommunistischen Partei strengstens überwacht. Das erleben auch die Experten am China-Zentrum in Sankt Augustin.

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Spirituelles in sozialen NetzwerkenWenn die buddhistische Gelassenheit verloren geht

(imago / ZUMA press)

Im Netz tauschen sich Buddhistinnen und Buddhisten über ihre Erfahrungen mit Meditationen und Meistern aus. Immer wieder taucht auch Werbung für dubiose Angebote auf. Gehört das zur Meinungsfreiheit oder brauchen die Foren mehr Selbstkontrolle? Darüber streiten auch Buddhisten.

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Kirchen in der KolonialzeitChristliche Überlegenheitsdoktrin

Missionare auf einer Radierung von David van der Kellen III, 1837 - 1885. (imago images / Artokoloro / David van der Kellen)

"Erblast Mission" - unter diesem Titel arbeitet eine Online-Vorlesungsreiche der Universität Frankfurt ein Stück Kolonialgeschichte auf. Expertinnen und Experten untersuchen, wie Missionare die christliche Botschaft mit rassistischen und imperialistischen Ideologien verbanden.

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Kirchenabrisse in der DDR"Das Ding muss weg"

Die Sprengung der Universitätskirche am Leipziger Karl-Marx-Platz am 30.05.1968  (imago stock&people / epd)

Walter Ulbricht gilt als Kirchenfeind und Kirchenzerstörer. Der frühere Chef des Zentralkomitees der SED wird für die Kirchensprengungen in der DDR verantwortlich gemacht. Der Kunsthistoriker Arnold Bartetzky sagt: So einfach war es nicht. Auch Stadtverwaltungen und sogar Kirchenobere stimmten zu.

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Jugendliche in den USAJung, amerikanisch, depressiv

Illustrationsfoto zum Thema Depressionen: Eine Frau kauert auf einer Treppe. Das Foto zeigt sie von oben. Sie hat die Arme um ihren Körper geschlungen. (picture alliance / Frank May)

Eine neue Harvard-Studie stellt fest, dass fast die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen in den USA Symptome einer mittelschweren Depression zeigt, sechsmal so viele wie vor der Pandemie. Die Seele leidet unabhängig von sozialem Status, Geschlecht und ethnischer Herkunft. Die Trauer wird lange anhalten.

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Antisemitismus in der SpracheWenn die Mischpoke schachert

Eine Mann verteilt Einkaufsbeutel mit Davidstern und der Aufschrift: Judebeutel-Gegen Antisemitismus beim Kippa-Tag in Freiburg und der Demonstration gegen Antisemitismus, antisemitische Anfeindungen und Ausgrenzung. (imago images/Winfried Rothermel)

Mischpoke, mauscheln, schachern - jiddische Wörter wie diese sind Teil der deutschen Alltagssprache geworden. Doch ihre Bedeutung ist oft negativ besetzt. Der Journalist Ronen Steinke erklärt, wie vormals neutrale Bezeichnungen judenfeindlich aufgeladen wurden und wirbt für sprachliche Sensibilität.

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MeToo-Debatte in der katholischen Kirche"Es sind keine Einzelfälle, es sind viele"

Zwei Ordensschwestern sitzen im Dom.  (dpa / Rolf Vennenbernd)

Erwachsene Frauen, die Opfer von spiritueller und sexueller Gewalt wurden, haben bisher verschämt geschwiegen. Im Buch "Erzählen als Widerstand!" berichten erstmals 23 Betroffene, was ihnen Priester und Ordensleute angetan haben. Mitherausgeberin Ute Leimgruber sagt: "Das hat System, das ist System".

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Islamistische Attentate"Der Terrorismus hat enorm von der Pandemie profitiert"

Gedenken an den Terroranschlag am 5.11.2020 in der Wiener Innenstadt, bei dem vier Menschen gestorben sind und mehr als 20 verletzt wurden (imago images / Kyodo News)

Europa wurde jüngst von mehreren islamistische Anschlägen erschüttert. Doch warum gerade jetzt diese verstärkten Aktivitäten? Der CSU-Auslandsverband in Brüssel hat Islamismus-Fachleute eingeladen, um zu fragen: Gibt es einen Zusammenhang von Terror und Corona-Pandemie?

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Theologen über Einsamkeit in Corona-Zeiten„Menschen verkümmern zu Tode"

Großmutter betrachtet mit Enkeltochter ein altes Fotoalbum (imago images / Westend61)

In der evangelischen Kirche rumort es. Tun wir in der Coronakrise genug für die Einsamen und Verängstigten? Das fragen sich immer mehr Theologen. Ein Dorfpfarrer kritisiert: Die Menschen seien in eine Angstpsychose versetzt worden. Trost, Ermutigung, Orientierung würden unterbunden.

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Islamische BeerdigungenEnde der Sargpflicht in Bayern?

Verwelkte Rosen und Grabsteine stehen auf dem muslimischen Gräberfeld auf dem Friedhof Stöcken in Hannover (Niedersachsen). (dpa / Hauke-Christian Dittrich)

Ohne Sarg, nur im Leintuch, ausgerichtet nach Mekka: So werden Muslime traditionell beerdigt. Auf deutschen Friedhöfen ist das nicht immer möglich. Bayern hat beschlossen: Verstorbene müssen nicht mehr grundsätzlich in einem Sarg beerdigt werden. Doch passiert ist bis heute nichts.

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Tod in Zeiten von COVID-19Über die Berührung am Sterbebett

Zwei Hände, die Schutzhandschuhe tragen, halten sanft eine alte Hand (imago stock&people / Ute Grabowsky)

Berührung ist wichtig, auch für sterbende Menschen. Religiöse Sterberituale sind mit Hautkontakt verbunden. In Pandemiezeiten ist diese Praxis in Gefahr. Drei Mitglieder des Deutschen Ethikrates haben diskutiert, wie die Sterberituale zu retten sind.

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Paul Celan zum 100. Geburtstag"Den unbestatteten Toten einen Erinnerungsort geben"

Das undatierte s/w-Porträt aus den 1960er Jahren zeigt den Lyriker Paul Celan (1920-1970). Der deutschsprachige Künstler aus Rumänien wurde bekannt durch die 1952 erschienene Gedichtesammlung "Mohn und Gedächtnis".  (picture alliance / Richard Koll)

Paul Celans Dichtung sei geprägt vom Motiv, der Toten zu gedenken, und vom Einspruch gegen das Vergessen, sagte der katholische Theologe Jan-Heiner Tück im Dlf. Celan als atheistisch oder religiös zu vereinnahmen, hält er für "unterkomplex".

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Kritik in der katholischen Kirche"Das Papier legt den Finger in die Wunde"

Julia Knop, Professorin für katholische Theologie an der Universität Erfurt (Julia Knop)

Ein kritisches Papier der Katholischen Studierendendengemeinde Köln steht nicht mehr auf der Homepage, das Erzbistum hatte interveniert. Die Theologin Julia Knop sagt: Gerade eine solche Reaktion zeigt, wie berechtigt die Forderungen der Studierenden sind.

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Homophobe ÄußerungenPfarrer Olaf Latzel wegen Volksverhetzung vor Gericht

Olaf Latzel, Pastor der evangelischen St.-Martini-Kirche in Bremen, zu Beginn eines Strafprozesses am Amtsgericht Bremen (imago/Eckhard Stengel)

Der evangelische Pastor Olaf Latzel steht wegen Verdachts auf Volksverhetzung in Bremen vor Gericht. Es geht um seine Äußerungen über Homosexuelle. Seine Fangemeinde ist groß. Einblicke in eine Gedankenwelt voller Sünde, Strafe und Männerherrlichkeit.

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Weihnachtsplanung der KirchenMaria mit Mundschutz

Christvesper mit Krippenspiel in der evangelischen Kirche in Grossstaedteln bei Leipzig an Heiligabend (imago images / epd / Jens Schulze)

Gottesdienst im Stadion, Bibellektüre daheim, Krippenspiel mit Hygienemaßnahmen: Es werden Pläne für jene Tage im Jahr geschmiedet, an denen die Kirchen normalerweise voll sind.

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Muslime in China Jeden Freitag Schweinefleisch

Sayragul Sauytbay, ethnische Kasachin mit chinesischem Pass, in einem kasachischen Gericht (AFP / Ruslan Pryanikov)

Sayragul Sauytbay gehört zur kasachischen Minderheit in China, ihr Glaube ist eine Mischung aus Islam und Schamanismus. Zunächst arbeitet sie als Schulleiterin, dient treu dem Staat. Dann erlebt sie die brutalen Seiten des Regimes. Von ihren Erfahrungen im Umerziehungslager berichtet sie in einem Buch.

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Straftatbestand politischer Islam"Dieser Begriff ist völlig vage"

Professor Mathias Rohe, Islamwissenschaftler an der Uni Erlangen-Nürnberg (imago stock&people/ argum/ Falk Heller)

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz will einen Straftatstand "Politischer Islam" einführen. Der Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe hält das für nicht zielführend. Sich nur einen Extremismus herauszupicken, greife zudem zu kurz, sagte er im Dlf. Er plädiert für Prävention.

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Sexualisierte Gewalt in der katholischen KircheDas Schweigen der Laien

Schatten bei der Vorstellung der Missbrauchsleitlinien der katholischen Kirche. (dpa / Harald Tittel)

Täterschutz war wichtiger als Opferfürsorge - so lautet ein Ergebnis eines Gutachtens für das Bistum Aachen. Im Erzbistum Köln bleibt ein Gutachten derselben Kanzlei unter Verschluss. Betroffene fühlen sich wieder missbraucht - und Laienverbänden fällt es schwer, für die Opfer Partei zu ergreifen.

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Religionswissenschaftler Michael Stausberg "Vielleicht gehört Scheitern zum Status eines Heilsbringers"

Ein lächelnder, halbkahler Mann mit Brille und rötlichem Schnurrbart vor einer efeubewachsenen Mauer. (Johanna Schmalscheidt)

Der Religionswissenschaftler Michael Stausberg hat ein Buch über "Die Heilsbringer" des 20. Jahrhunderts geschrieben. Mit dabei sind Gandhi und Mutter Teresa, aber auch die Beatles und Hitler. "Heilsversprechen können dramatische Folgen haben", sagte Stausberg im Dlf.

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Libertäre in GeorgienSpaßkirche mit ernstem Anliegen

Bischof Herman Sabo mit einer Priesterurkunde (Deutschlandradio / Gesine Dornblüth)

Die orthodoxe Kirche in Georgien ist empört: Der Staat lässt zu, dass sich immer mehr Männer von einer Konkurrenzkirche zu Priestern weihen lassen. Sie entziehen sich so dem Wehrdienst. Die "Pseudo-Kirche" wurde von einer libertären Partei gegründet.

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Pew-StudieRegierungen contra Religion

Rohingya-Flüchtlingsfamilie in einem Flüchtlingslager in Bangladesch. Die Familie floh aus Myanmar nachdem ihr Haus von einer Gruppe Bewaffneter angezündet worden war. (picture alliance / dpa / Nazrul Islam)

Die Religionsfreiheit wird von Regierungen weltweit immer stärker eingeschränkt, sagte Samirah Majumdar vom US-amerikanischen Forschungszentrums Pew im Dlf. Besonders betroffen seien der Nahe Osten, Nordafrika und Ostasien. In Europa wiederum zeige sich der negative Einfluss rechtsextremer Gruppen.

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Corona und die Seele"Mich hat Bidens Rede berührt"

Peter Dabrock, ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Ethikrats (imago)

Joe Biden hat in seiner ersten Rede als gewählter Präsident der USA von der Seele Amerikas gesprochen. In der Coronakrise stärker auf emotionale Aspekte zu achten, würde auch Deutschland guttun, meint der Theologe Peter Dabrock. "Wir dürfen uns heilen lassen", sagte er im Dlf.

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Katholische Sexualmoral„Die katholische Kirche fügt Homosexuellen Leid zu“

Regenbogenflagge an einem Kruzifix (imago / imagebroker / grassegger)

Papst Franziskus spricht sich in einem Film für die zivilrechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften aus. Der Vatikan stellt klar: Die Lehre, wonach praktizierte Homosexualität Sünde ist, verändert sich dadurch nicht. Der Theologe Stephan Goertz sagt: Sie muss sich ändern, um ethisch zu sein.

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Geschichtsunterricht in FrankreichWie heikle Themen unterrichtet werden können

Jugendliche betrachten eine Wand mit verschiedenen antisemitischen Klebezetteln am 2017 im NS-Dokumentationszentrum in München (dpa / Alexander Heinl)

Wenn in den Schulen der Banlieue die Shoah auf dem Plan steht, schalten viele muslimische Schülerinnen und Schüler ab oder äußern sich antisemitisch. Lehrkräfte versuchen ein neues Konzept: weniger Emotion, mehr Ideologiekritik. Das soll auch gegen den Fundamentalismus von heute helfen.

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Jews of Color in den USAEin Kampf für grundlegende Gerechtigkeit

Auf einer Demonstration von Black Lives Matter in Washington DC wird ein Schild in die Höhe gehalten. Die Aufschrift lautet: "Shabbat Sha BLM". (imago images / ZUMA Wire)

12 bis 15 Prozent der amerikanischen Jüdinnen und Juden sind nicht weiß. "Jews of Color", wie sie sich nennen, erfahren auch innerhalb der Synagogen und Gemeindehäuser Rassismus. Viele von ihnen solidarisieren sich mit der Black-Lives-Matter-Bewegung. Auf den Ausgang der Wahlen blicken sie mit Sorge.

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Frankreichs Islam-Debatte Die Laizität muss bleiben, die Liberalität muss gehen

Rosenkranz und Frankreichfahne in der Hand eines Teilnehmers der Mahnwache  (imago images / ZUMA Wire)

Im Angesicht des islamistischen Terrors wird in Frankreich erregt darüber diskutiert, wie sich das laizistische Prinzip durchsetzen lässt. Zur Debatten stehen neue Verbote von Kopftuch und Schleier, zudem wird die Linke schuldig gesprochen, weil sie zu vieles toleriert habe.

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