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StartseiteSport am WochenendeTalente ohne Ende?24.10.2011

Talente ohne Ende?

10 Jahre Freiburger Fußballschule

Die Freiburger Fußballschule feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Etliche Nachwuchsspieler, die beim SC Freiburg ausgebildet wurden, haben seitdem den Weg in den Profifußball und in die Bundesliga gefunden. Auch der deutsche Fußball erlebte in den vergangenen Jahren einen Aufschwung - nicht zuletzt aufgrund der systematisch ausgebauten Nachwuchsförderung. Eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion in den Räumen der Fußballschule widmete sich am Montagabend dieser Förderung.

Von Sebastian Bargon

Bundestrainer Joachim Löw (AP)
Bundestrainer Joachim Löw (AP)

Da die Anforderungen im modernen Profi-Fußball extrem hoch sind, ist eine gute Ausbildung eminent wichtig. Dazu gehört nicht nur Technik und Taktik, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung der Talente. Johannes Flum kam mit 15 Jahren in die Freiburger Fußball-Schule. 6 Jahre später ist er Profi.

"Ich denke, die Jungs, die die Chance bekommen hier zu wohnen und zu leben und die Ausbildung mitzumachen, denen kann ich das nur empfehlen, weil nicht nur auf der fußballerischen, sondern auch auf der pädagogischen Seite beste Arbeit geleistet wird."

Die Fußballschule des SC Freiburg wurde vor 10 Jahren unter Volker Finke ins Leben gerufen. Denn der Verein konnte und kann nicht wie andere Clubs große Transfers tätigen. Eine weise Entscheidung, lobt der Ex Sportclub-Profi Jens Todt, der heute Manager des VfL Bochum ist:

"Der SC Freiburg hat sich eben ganz früh für einen bestimmten Weg entschieden und hat das auch stringent durchgezogen durch den ganzen Verein. Von daher sind auch sehr viele Spieler oben bei den Profis angekommen. Der SC Freiburg ist ein Verein, der sich schon zu einem Zeitpunkt entschieden hat sehr viel für die Nachwuchsarbeit zu investieren als das noch gar nicht Pflicht war."

Von der guten Ausbildung der deutschen Fußball-Profis profitiert auch das Nationalteam, sagt Bundestrainer Joachim Löw:

"Weil vor einigen Jahren, 2005 oder 2006, gab es relativ wenige junge Spieler, die vor allem auch gespielt haben. Heutzutage sind die Trainer in der Bundesliga denke ich insgesamt mutiger geworden junge eigene Spieler auch zu bringen und zu fördern. Ihnen eben auch die Chance zu geben und nicht einen älteren oder ausländischen Spieler zu kaufen. Und wenn man sieht, wie schnell einige junge Spieler in der Bundesliga oder der Nationalmannschaft Fuß fassen, dann spricht das natürlich auch für die gute Arbeit in den Vereinen."

Löw bedauerte, dass zu seiner aktiven Zeit hauptsächlich Wert auf die sogenannten "deutschen Tugenden" gelegt worden sei. Aber nur mit Kampfgeist und Härte sei heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

"Das brauchen wir als Grundausstattung, aber wir mussten uns natürlich technisch und taktisch weiter entwickeln. Das haben wir auch getan. Also ich denke, da haben alle daran gearbeitet. Es gibt mittlerweile bei uns viele Weltklassespieler in Deutschland. Aber es gibt natürlich auch Nationen wie Spanien, die haben jetzt zweimal den Titel gewonnen, also 2008 und 2010. Barcelona Champions League-Sieger, also von daher sind sie im Ranking - vielleicht auch die englische Liga - noch ein bisschen vor der Bundesliga. Also wir holen auf und wir werden besser. Wir dürfen nur nicht aufhören uns weiter zu entwickeln!"

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