Mittwoch, 18.07.2018
 
Seit 18:10 Uhr Informationen am Abend
StartseiteSport am Wochenende"Bewegung verbindet"10.07.2017

Tanztherapeutin Bea Carolina Remark"Bewegung verbindet"

Bis zu ihrem siebten Lebensjahr konnte Bea Carolina Remark aufgrund einer spastischen Lähmung gar nicht laufen - heute ist sie Tanz- und Bewegungstherapeutin. "Tanzen hat mich in meinem Körperbewusstsein verändert", sagt die 52-Jährige. Eine Erfahrung, die sie in integrativen Tanzprojekten weitervermittelt.

Bea Carolina Remark im Gespräch mit Astrid Rawohl

Tanztherapeutin Bea Carolina Remark beim Training mit behinderten und nicht-behinderten Tänzern und Tänzerinnen. (Bea Carolina Remark)
Tanztherapeutin Bea Carolina Remark (2.v.r.) tanzt mit Rollstuhlfahrerinnen, spastisch Gelähmten und Nicht-Behinderten. (Bea Carolina Remark)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Reha-Maßnahmen als Wirtschaftsfaktor Der Preis der Gesundheit

Theaterfestival "No limits" Inklusion als überholte Kategorie

Tanz im August Gekrümmt über die Bühne humpeln

Es begann in einer Reha-Klinik 1995, als Bea Carolina Remark zum ersten mal mit Tanztherapie in Berührung kam: Total begeistert fing sie daraufhin selbst eine dreijährige Ausbildung zur Tanztherapeutin an. Mehrere Weiterbildungen folgten - schließlich auch zur DanceAbility-Trainerin. Hinter DanceAbility steht eine in den 1980er Jahren begründete Tanzform aus dem zeitgenössischen Tanz, "die alle Menschen gleichermaßen in ihrer Bewegungssprache einschließt", erklärte Remark im Interview mit dem Deutschlandfunk.

Eine Tanzform, die niemanden ausschließt

Mit dieser Tanzform werde "niemand ausgeschlossen", so Remark: "Wenn ich mit einer heterogenen Gruppe arbeite, muss ich immer schauen, dass alle mitmachen können" - der Profitänzer genauso wie der spastisch Gelähmte, so dass am Ende "eine gemeinsame Tanzsprache" entsteht.

Tanztherapeutin Bea Carolina Remark beim Training. (Bea Carolina Remark)Tanztherapeutin Bea Carolina Remark beim Training. (Bea Carolina Remark)

Mittlerweile tanzt die 52-Jährige seit 20 Jahren. Früher sei ihre spastische Lähmung stärker aufgefallen. Ihr eckiger Gang habe sich "verändert, dadurch dass ich viel gemacht habe für meinen Körper", erzählt Remark. Eine Erfahrung, die sie als Tanztherapeutin und Choreographin weitervermitteln will. In ihren Workshops und Tanzprojekten tanzen spastisch Gelähmte mit Rollstuhlfahrerinnen, Nicht-Behinderte mit arm- und beinlosen Tänzern.

"Tanzen bedeutet Freiheit"

Zusammen mit ihren Tänzern und Tänzerinnen arbeite sie auf den Moment hin, in dem es "nicht mehr wichtig ist, ob ich eine Behinderung habe oder wo ich herkomme" - sondern nur das Potenzial der Menschen auf der Bühne im Vordergrund steht. Tanz und Bewegung ist für Bea Carolina Remark dabei das perfekte Medium, um Menschen zusammenzuführen: "Über Bewegung kann ich immer kommunizieren", so Remark, "ich glaube, Bewegung verbindet".

Für sie selbst bedeutet Tanzen: Freiheit 

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk