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StartseiteNachrichten vertieftBeamtenbund droht mit historischem Streik12.12.2014

Tarifverhandlungen bei der BahnBeamtenbund droht mit historischem Streik

Es könnte einer "der schlimmsten Arbeitskämpfe aller Zeiten" werden – mit dieser Drohung hat der Beamtenbund die Bahn aufgefordert, ein Angebot im Tarifstreit vorzulegen. Die GDL-Dachorganisation reagiert damit auch auf Pläne der Bundesregierung.

Ein Bahn-Signal leuchet rot am 17.10.2014 vor einer Weiche im Hauptbahnhof in Hannover (Niedersachsen).  (picture-alliance / dpa / Julian Stratenschulte)
Der Beamtenbund droht mit "einem der schlimmsten Arbeitskämpfe aller Zeiten". (picture-alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verhandeln gerade miteinander über einen neuen Tarifvertrag. Aus den Verhandlungen dringt wenig nach außen. Willi Russ, der Zweite Vorsitzende des Beamtenbunds, hält diese Ruhe für trügerisch. Der Süddeutschen Zeitung (SZ) sagte er: "Mag sein, dass dies auch die Absicht der Bahn ist: die Öffentlichkeit vor Weihnachten etwas einzulullen."

Der Beamtenbund ist die Dachorganisation, der die GDL angehört. Er verwaltet die Streikkasse, aus der die Lokführer ihre Arbeitskämpfe finanzieren, und nimmt auch entsprechend Einfluss auf den Verlauf der Arbeitskämpfe. Russ forderte die Bahn in dem SZ-Interview auf, der GDL bis zum 17. Dezember ein Angebot "ohne Vorbedingungen" zu unterbreiten, ansonsten gebe es einen "der schlimmsten Arbeitskämpfe aller Zeiten": "Im Vergleich zu dem, was uns dann bei der Bahn bevorstehen wird, war alles Bisherige nur Kinderkram." Die GDL hatte für diesen Fall neue Streiks nach dem 11. Januar angekündigt.

"Da wackelt keiner einen Millimeter"

In den Tarifverhandlungen geht es nicht nur um mehr Geld für die Lokführer, sondern auch um die Frage, welche Gewerkschaft für welche Berufsgruppe die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn führt.

Die Bundesregierung hat gestern ein Gesetz zur Tarifeinheit beschlossen, durch das sich kleinere Berufsgewerkschaften teilweise entmachtet fühlen. Sie befürchten, nicht mehr als Mittel des Arbeitskampfs streiken und keine Tarifverträge mehr aushandeln zu dürfen. "Das schweißt alle Gewerkschaften zusammen", sagte Russ der Süddeutschen Zeitung. "Da wackelt keiner einen Millimeter."

Heute verhandelt die Bahn mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG über einen neuen Tarifvertrag. Die EVG ist der schärfste Konkurrent der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL. Sie hat rund 100.000 Mitglieder.

(stfr/bor)

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