Montag, 23.07.2018
 
Seit 10:10 Uhr Kontrovers
StartseiteVerbrauchertippSmartfunktionen bei älteren Fernsehern "nachrüsten"11.05.2018

TechnologieSmartfunktionen bei älteren Fernsehern "nachrüsten"

Smarte Technik gibt es nicht nur bei Mobiltelefonen: Ein "schlauer" Fernseher eröffnet im heimischen Wohnzimmer völlig neue Multimedia-Perspektiven. In vielen Fällen muss dafür nicht mal ein neues Gerät gekauft werden.

Von Michael Voregger

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Streamingdienst DAZN läuft auf zwei Fernsehern. (Blende11 Fotographen)
Multimedia-Erlebnisse über den Fernseher - nicht immer muss ein neues Gerät her, es gibt Möglichkeiten zum Nachrüsten. (Blende11 Fotographen)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Streaming-Geräte im Test Ältere Fernseher internettauglich machen

TV-Zuschauer im Visier von Werbewirtschaft und Fernsehsendern

Internetfähige Fernseher, die zusätzliche Funktionen wie Apps und Video-Streaming anbieten, werden als Smart-TV bezeichnet. Diese "schlauen Fernseher" erhöhen den Komfort beim Fernsehen und bieten meist ein rundes Multimedia-Erlebnis. So lassen sich beispielsweise Videos über das Internet schauen und Online-Videotheken und Streamingdienste, Dienste wie Netflix oder Amazon Prime nutzen. Steht im Wohnzimmer ein schon etwas älterer Fernseher, muss der dafür aber nicht unbedingt gegen ein neueres Modell ausgetauscht werden - zumindest wenn Bild- und Tonqualität ansonsten noch ausreichen, sagt Sven Hansen, Redakteur bei der Zeitschrift c't:

"Da gibt es tatsächlich einfache Nachrüst-Lösungen - auch recht günstige. Man stellt sich das dann so vor - man steckt das einfach hinten in den HDMI-Anschluss, also da, wo Bild und Ton übermittelt werden. So kommen die Signale in den Fernseher rein. Das fängt bei 40 Euro an und das ist von Amazon der Fire-TV-Stick. Also auch ein sehr kleines Gerät - das sieht man gar nicht und im Prinzip baumelt das hinter dem Fernseher. Man hat dann nur noch die Fernbedienung in der Hand. Solche Nachrüst-Lösungen bringen die Funktionen an das Gerät, die das Gerät von Haus aus nicht mitbringt."

Kabel- oder Satellitentuner oft im Gerät eingebaut

Eine andere preiswerte Lösung ist Chromecast von Google. Wer sich bei Apple umschaut, der bekommt mit dem Apple TV für rund 200 Euro ein entsprechendes Gerät. Auch in vielen Blu-ray-Playern und Festplattenrekordern sind inzwischen solche Smart-TV Optionen integriert. In solchen Geräten sind manchmal auch noch Kabel- oder Satellitentuner eingebaut, die dann Inhalte aufzeichnen können. Aktuelle Spielekonsolen eignen sich ebenfalls als Zusatzgerät. Eine wesentliche Voraussetzung ist natürlich, dass der Fernseher mit dem Zusatzgerät in das Internet eingebunden werden kann. Torsten Herres ist Herausgeber der Zeitschrift Digital Fernsehen.

"Die meisten Nachrüst-Sets gehen per WLAN ins Netzwerk. Boxen wie das Fire-TV, nicht zu verwechseln mit dem Fire-TV Stick, aber auch die Apple-TV Box und die Blue Ray Player mit Smart-TV Funktionen bieten zusätzlich auch klassische Netzwerkschnittstellen."

Per Netzwerkkabel ins Heimnetz integrieren

Damit lassen sich die Geräte dann auch per Netzwerkkabel ins Heimnetz integrieren. Ist das Zusatzgerät einmal in das Netz eingebunden, muss man sich nicht mehr weiter um die Verbindung kümmern. Dann ist es auch möglich, eine Verbindung zum Smartphone oder zum Tablet herzustellen. Was ich auf dem kleinen Gerät schaue, kann dann ganz schnell auf den Fernseher gebracht werden. Sven Hansen:

"Das man mit einer normalen WLAN-Verbindung für Standard-HD-Filme schon auf der sicheren Seite ist, das liegt an dem besonders effizienten Komprimierungsverfahren, die dort zum Einsatz kommen. Es gibt eine spezielle Sache - das sind hochaufgelöste 4K-Videos. Auch die kann man heute über die Streamingdienste bekommen. Da sollte man spätestens über eine feste Verkabelung nachdenken. Also die Daten nicht über Funk übertragen, sondern über ein Internetkabel. Das ist ein wenig mehr Aufwand - dafür hat man eine sichere Bildqualität und keine Aussetzer."

Mit einem smarten Stick lassen sich die meisten Fernseher für ein paar Euro zu einem Smart-TV ausrüsten. Neben einem Internetanschluss ist nur eine HDMI-Schnittstelle notwendig. Seit 2006 werden die meisten Geräte damit ausgerüstet. Nur wer noch ein altes Röhrengerät nutzt, sollte vielleicht tatsächlich über eine Neuanschaffung nachdenken.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk