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StartseiteSport AktuellRobert Farah positiv auf Boldenon getestet15.01.2020

Tennis Robert Farah positiv auf Boldenon getestet

Juan Sebastian Cabal und Robert Farah waren 2019 das dominierende Männer-Doppel im Tennis: Sieg in Wimbledon, Sieg bei den US-Open und Platz 1 in der Weltrangliste. Aber kurz vor dem Beginn der Australian Open nun die Nachricht: Eine Dopingprobe von Farah aus dem Oktober ist positiv. Der Weltverband hat den Tennisprofi bis auf weiteres gesperrt.

Von Maximilian Rieger

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Robert Farah wurde positiv auf Doping getestet. (Shaun Brooks)
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Boldenon – so heißt die Substanz, die Kontrolleure in Robert Farahs Blut gefunden haben. Boldenon ist ein anaboles Steroid - Es beschleunigt den Muskelaufbau. Und hilft den Muskeln, sich zu erholen. Ein ideales Dopingmittel auch für Tennis-Profis – und deswegen verboten. Farah drohen nun mindestens zwei Jahre Sperre.

Aufnahme durch Fleischverzehr?

Der Kolumbianer bestreitet, die Substanz genommen zu haben. In einem Statement schreibt er, das Mittel sei durch kontaminiertes Fleisch in seinen Körper gelangt. Völlig auszuschließen ist das nicht: In Kolumbien, Farahs Heimat, nutzen Bauern Boldenon in der Rinderzucht. Das kolumbianische olympische Komitee hatte 2018 gewarnt, dass in einem Viertel aller Rindfleisch-Proben Boldenon gefunden worden sei – auf dieses Statement verweist auch Farah.

Kurz nach dieser Mitteilung hatte allerdings das Landwirtschaftsministerium den Angaben des NOK widersprochen: Von 218 untersuchten Proben hätten nur zwei Rückstände von Boldenon enthalten. In einem möglichen Verfahren könnten diese Zahlen entscheidend sein

Mexikanischer Ruderer als Präzedenzfall?

2014 hatte es ein mexikanischer Ruderer geschafft, einer Strafe zu entgehen, obwohl auch er positiv auf Boldenon getestet wird. Er bewies aber, zwei Tage vor der Probe Fleisch aus einer Region gegessen zu haben, in der Boldenon häufig verwendet wird. Zwei Wochen vor der positiven Probe war er zudem negativ getestet worden – hätte der Ruderer sich das Mittel gespritzt, wären die Rückstände im Urin größer gewesen, so eine Expertin. Aufgrund dieser Umstände wurde der Ruderer freigesprochen. Ein Präzedenzfall, der als Beispiel für Robert Farah dienen kann – wenn er genug Indizien vorbringen kann, die seine Version bestätigen.

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