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TerrorismusUSA helfen Nigeria mit Soldaten

Ein Mann hält ein Blatt Papier mit der Aufschrift "Bring Back our girls" hoch (AFP / Jorge Guerrero)
Die Entführung der Schülerinnen hat weltweit für Entrüstung gesorgt. (AFP / Jorge Guerrero)

Die USA wollen die Suche nach den mehr als 200 in Nigeria verschleppten Schülerinnen mit Bodentruppen unterstützen. Derweil reißt die Welle an Anschlägen in dem afrikanischen Land nicht ab. Nach dem schweren Anschlag in Jos gab es wieder Todesopfer bei einem brutalen Angriff.

US-Präsident Barack Obama teilte in Washington mit, dass rund 80 amerikanische Soldaten in den Tschad, das Nachbarland Nigerias, verlegt worden seien. Sie sollen bei der Suche nach den entführten Mädchen helfen. Bislang hatte sich die US-Armee nur mit Aufklärungsflugzeugen und Drohnen beteiligt. 

Die US-Einheit werde die "Geheimdienst- und Aufklärungsoperation" im Norden Nigerias und den umliegenden Gebieten begleiten, hieß es in dem Schreiben von Obama an den Kongress. "Die Kräfte werden im Tschad bleiben, bis ihre Unterstützung bei der Beendigung der Entführung nicht länger benötigt wird." Die Schülerinnen waren im vergangenen Monat von der Islamistengruppe Boko Haram entführt worden.

Mehr als 160 Tote

Mindestens 17 Menschen kamen am Mittwoch bei einem Terroranschlag im Nordosten Nigerias ums Leben. Mitglieder von Boko Haram griffen drei Dörfer an und ermordeten 48 Menschen. Erst gestern hatten zwei Autobomben in der Stadt Jos mindestens 118 Menschen in den Tod gerissen, 45 weitere wurden verletzt. Die Sprengsätze waren auf einem belebten Markt und in der Nähe eines Busbahnhofs explodiert, als Tausende Menschen vor Ort waren. Auch dieser Anschlag wird Boko Haram zugeschrieben.

Präsident Goodluck Jonathan sprach Opfern und Hinterbliebenen sein Mitgefühl aus und versicherte den Bürgern, dass die Regierung weiter mit vollem Engagement daran arbeite, den Krieg gegen den Terrorismus zu gewinnen. Davon lasse sie sich auch nicht "durch die Grausamkeiten der Feinde des menschlichen Fortschritts und der Zivilisation abbringen", erklärte er.

Entwicklungsminister Müller will nach Nigeria reisen

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller verurteilte die Gewalt. Bei der Vorstellung des neuen Afrika-Konzeptes der Bundesregierung kündigte er an, bald nach Nigeria zu reisen, wo er über konkrete Ansätze der Zusammenarbeit sprechen wolle. Es sei in Deutschlands Interesse, die Kontakte mit dem westafrikanischen Land auszubauen.

Die Anschläge sind nur die jüngsten in einer ganzen Reihe von Attentaten: Erst im April hatten zwei getrennte Anschläge an einem Busbahnhof der Hauptstadt Abuja mehr als 120 Menschen getötet. Am Montag hatte eine Autobombe in der nordnigerianischen Stadt Kano 25 Menschen in den Tod gerissen. Zudem hält Boko Haram immer noch mehr als 270 Schulmädchen als Geiseln. Diese waren vor mehr als einem Monat aus einer entlegenen Stadt im Nordosten des Landes entführt worden. Dort kämpft Boko Haram seit Jahren für einen islamistischen Gottesstaat.

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