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StartseiteVerbrauchertippInsgesamt oft gute Pflegeleistung08.06.2020

Test von flüssigem und festem ShampooInsgesamt oft gute Pflegeleistung

Die Stiftung Warentest hat nun neben den herkömmlichen auch feste Shampoos untersucht. Die festen Shampoos werben mit einer besseren Ökobilanz. Das Testergebnis: Die Pflegeleistung ist oft gut, egal, ob fest oder flüssig. Bei der Ökobilanz spielen aber meist andere Faktoren eine größere Rolle.

Von Dieter Nürnberger

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Die Stiftung Warentest hat flüssige und feste Haarshampoos getestet (Jörg Carstensen/dpa)
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Flüssige Shampoos bestehen im Wesentlichen aus Reinigungssubstanzen, Schaumstabilisatoren sowie Pflege- Duft- und Farbstoffen. Vor allem aber bestehen sie aus Wasser - zu Anteilen zwischen 70 und 90 Prozent. Somit unterscheiden sich festes Shampoo und Haarseifen zuallererst einmal optisch, sagt Thomas Koppmann von der Stiftung Warentest.

"Feste Shampoos sind im Prinzip das Gleiche. Sie sind genauso zusammengesetzt,  nur dass in diesen Produkten das Wasser fehlt. Und Haarseifen sehen aus wie feste Shampoos, sie werden aber anders hergestellt: Denn wie bei einer klassischen Kernseife werden Öle oder Fette mit Laugen verseift, so nennt man das. Dabei entstehen waschaktive Substanzen, die Schmutz lösen. Und das überschüssige Fett oder Öl hat dann pflegende Eigenschaften."

Vor allem Naturkosmetikhersteller bieten derzeit feste Substanzen für die Haarwäsche an. In Anwendung und Dosierung sind sie etwas gewöhnungsbedürftig, denn zuerst muss das feste Stück unter laufendem Wasser in den Händen aufgeschäumt werden.

Pflegeeigenschaften waren oft gut

Beim wichtigsten Kriterium der Untersuchung - den Pflegeeigenschaften - konnten die meisten Haarwaschmittel punkten. Fast egal, ob flüssig oder fest:

"Alle flüssigen Shampoos haben bei den Pflegeeigenschaften mit gut abgeschnitten, auch die festen. Etwas abgeschlagen sind die Haarseifen. Wenn es um Glanz, Volumen oder auch elektrostatische Aufladung geht - aber auch hier gibt es gute Produkte."

Da Haarseife Lauge mit einem vergleichsweise hohen PH-Wert enthält, sollte nach der Haarwäsche besser mit einer Mischung aus Wasser und Essig - der sogenannten sauren Rinse - nachgespült werden, so die Warentester. Ansonsten ist das Haar weniger geschmeidig und schlechter zu kämmen und es können sich weißliche Rückstände bilden.

Abwertungen bei den festen Haarwaschmitteln gab es vor allem aufgrund von Deklarationsmängeln. Auch wurde ein kritischer Stoff gefunden.

"Es gab eine Haarseife von Savion, hier wirbt beispielsweise der Anbieter mit 'duftstofffrei', was ja oft für Allergiker wichtig ist. Wir haben in dieser Haarseife aber mehrere Duftstoffe analytisch nachweisen können. Und ein weiteres Shampoo ist aufgefallen. Nämlich das von Lush: Das enthielt den Duftstoff Lilial. Und der steht in Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen." 

Regale mit Deodorants in einem Drogeriemarkt. (dpa / picture alliance / Norbert Försterling)Regale mit Deodorants in einem Drogeriemarkt. (dpa / picture alliance / Norbert Försterling)

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Ökobilanz wird eher durch das eigene Verhalten beeinflusst

Die Stiftung Warentest untersuchte auch die Ökobilanzen von flüssigen und festen Haarwaschmitteln. Generell belasten feste Produkte die Umwelt weniger, so Thomas Koppmann.

"Es ist so, dass die festen Shampoos teilweise ganz ohne Verpackung auskommen. Statt Plastik haben sie eine Papier- oder Papp-Verpackung. Die sind umweltfreundlicher und es ist auch weniger an Verpackung. Außerdem sparen feste Shampoos während des Transports Energie ein, weil sie weniger Platz benötigen als die Flaschen mit flüssigem Shampoo, welches ja zu mehr als der Hälfte aus Wasser besteht."

Allerdings werde die Umweltbilanz im Wesentlichen durch die Wassererhitzung und den -verbrauch beeinflusst. Und hier könne jeder Verbraucher durch sparsameres Verhalten selbst punkten.

Vorne in der Untersuchung lagen übrigens einige Discounterprodukte: Bei den Flüssigshampoos beispielsweise von Lidl und Aldi. Bei den festen Shampoos die Naturkosmetik-Eigenmarke von dm. Und bei den Haarseifen konnten mit Finigrana und Speick ebenfalls zwei Naturkosmetik-Produkte noch eine gute Bewertung erreichen.  

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