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StartseiteUmwelt und VerbraucherTeuer trotz halbem Preis?28.09.2012

Teuer trotz halbem Preis?

20 Jahre BahnCard

Wer umweltfreundlich reisen möchte, kauft sich eine Bahncard 50 und zahlt bei der nächsten Fahrt die Hälfte des Fahrpreises. Doch nicht auf allen Strecken gilt die 50er-BahnCard. Ein Prinzip also mit Vor- und Nachteilen.

Von Philip Banse

Konzern-Zentrale der Deutschen Bahn AG in Berlin (AP)
Konzern-Zentrale der Deutschen Bahn AG in Berlin (AP)
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Ich bin jetzt verbunden mit Philip Banse: Wie viele Kunden nutzen denn bisher das Angebot der beiden BahnCards 50 und 25?

Derzeit besitzen rund 4,8 Millionen Menschen eine Bahncard. Der Chef der Fernverkehrssparte Berthold Huber sagt, er rechne damit, dass es Ende des Jahres fünf Millionen Bahncard-Kunden gibt. Die mit Abstand erfolgreichste Bahncard ist die Bahncard 25: Zwei Drittel der BahnCard-Kunden haben die 25-Prozent-Variante. Nur halb so viele, 1,6 Millionen, haben eine Bahncard 50.

Britta Fecke: Was kostet die BC aktuell?

Bahncard 50 2. Klasse kostet 240 Euro, ab dem 9. Dezember dann sieben Euro teurer. Mit BC50 zahlt man die Hälfte vom Normalpreis. Die Bahncard 25 ist erheblich günstiger, kostet in der 2. Klasse 59 Euro pro Jahr, ab dem 9. Dezember dann einen Euro mehr, also 60. Kritiker monieren vor allem, dass es alle Bahnkarten nur im Abo für ein Jahr gibt. Wer nicht spätestens sechs Wochen vor Ablauf kündigt, bekommt die Bahncard für ein weiteres Jahr. Der Chef der Fernverkehrssparte Berthold Huber sagt dazu:

"Interessant ist ja immer die Beanstandungsquote, also kommen die Leute zu uns und sagen, sie wollten die BahnCard ja nicht mehr und sie hätten zu spät gekündigt – die ist verschwindend gering."

Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband ProBahn wünscht sich trotzdem eine BahnCard ohne Abo-Zwang:

"Die Zahl derer, die sich beschweren, nimmt in der Tat ab, das ist richtig. Aber trotzdem gibt es nach wie vor bei einem großen Kundenstamm den Wunsch, auch mal für ein Jahr und dann ohne weiteres Kündigen eine BahnCard zu kaufen."

ProBahn kritisiert auch, dass es mit der BahnCard 50 nur Rabatt auf den Normalpreis gibt, nicht wie mit der Bahncard 25 auch auf Sparpreise. Fernverkehrssparte Berthold Huber entgegnet: Die Bahn habe BahnCard50-Kunden testweise mal mit einer zusätzlichen Bahncard 25 ausgestattet.

"Die ist praktisch nicht eingesetzt worden, weil die Preisschwelle bei der 50 so tief ist, dass es sich praktisch nicht mehr lohnt, beziehungsweise keiner bereit ist, Flexibilität für einen Euro aufzugeben."

Es dürfte aber auch klar sein: Die Bahn liebt die Bahncard25, weil sie aufgrund der Zubindung die Planung erheblich erleichtert.

Britta Fecke: Wieso sind Spar-Kontingente nicht sichtbar?

Viele Teile passen noch nicht zusammen. Die Bahn will die Bahncard zu einer Mobilitätskarte machen, bei der dann auch bestimmte Kontingente Call-a-Bike und Carsharing mit Flinkster enthalten sind. Bequem von A nach B, egal mit welchem Verkehrsmittel, das ist sicher eine gute Idee, aber bisher passt da vieles noch nicht zusammen:

- Flinkster und Call a Bike kann man nur an bestimmten Stationen abgeben
- Zwei Smartphone-Apps, eine für Fahrplan, eine andere für Ticketkauf

Ein großer Kritikpunkt ist ja auch: Mit einem Bahncard-Ticket kann ich zwar vom Zielbahnhof mit U-Bahn, Bus und Straßenbahn weiter bis an mein Ziel fahren. Von mir zu Hause zum Start-Bahnhof muss ich mir dagegen noch ein extra Ticket für den öffentlichen Nahverkehr kaufen:

"Deswegen verhandeln wir gerade mit den Verbünden und sind guter Hoffnung, dass wir das bis zum Jahreswechsel noch hinbekommen, dass wir auf die Bahncard diese City-Ticket-Funktion bekommen auf der Hinfahrt. Dann ist das tatsächlich eine Bahncard, die dem Anspruch Mobilitätskarte zu sein, schon ein ganzes, ganzes Stück näher kommt. Aber zum Jahreswechsel sollte uns das gelingen."

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