Die Nachrichten

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

Die Nachrichten

"The Head & The Load"Ruhrtriennale ist eröffnet

Das Foto zeigt das Musiktheaterstück "The Head and the Load" unter der Regie von W. Kentridge bei der Ruhrtriennale. (dpa-Bildfunk / Caroline Seidel)
Das Foto zeigt das Musiktheaterstück "The Head and the Load" unter der Regie von W. Kentridge bei der Ruhrtriennale. (dpa-Bildfunk / Caroline Seidel)

Überschattet von einer Kontroverse über Antisemitismus hat die Ruhrtriennale begonnen.

Als Eröffnungsproduktion lief "The Head & The Load" (Der Kopf und die Last). Das Stück des südafrikanischen Künstlers William Kentridge wurde im Landschaftspark Duisburg-Nord aufgeführt und erhielt vom Publikum reichlich Applaus.

In der "installativen und szenischen Musiktheaterarbeit" geht es um die Rolle Afrikas im Ersten Weltkrieg. In der Pressemitteilung heißt es: "Über zwei Millionen Menschen aus dem afrikanischen Kontinent wurden, meist als Träger von Waffen und Material, von den Kolonialmächten gezwungen, in den europäischen Krieg zu ziehen." Diesen Teil europäischer und afrikanischer Geschichte erkunde William Kentridge. Zur Eröffnung der Ruhrtriennale lief außerdem ein Vortrag der indischen Philosophin Nikita Dhawan über Postkolonialismus und Migration.

Die Ruhrtriennale ist ein internationales Kunstfestival und steht in diesem Jahr unter dem Motto "Zwischenzeit". Bis zum 23. September geht es vor allem um die Themen Migration und Vertreibung - mit 920 Künstlern aus 30 Ländern, die verschiedene Industriestandorte im Ruhrgebiet bespielen.

Die Intendantin Stefanie Carp hatte im Vorfeld Vorwürfe des Antisemitismus auf sich gezogen. Sie hatte die schottische Band "Young Fathers" zunächst ein-, dann ausgeladen - und später nochmals eingeladen, was die Band aber ablehnte. Die "Young Fathers" stehen der umstrittenen israelkritischen Bewegung "Boycott, Divestment, Sanctions" nahe.

Jüdische Verbände und Landespolitiker kritisierten das Verhalten der Intendantin, es gab auch Forderung nach ihrer Absetzung. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet kündigte an, dieses Jahr keine Veranstaltungen der Ruhrtriennale zu besuchen.