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"The New York Times"Mehr als 100.000 Männer in der US-Armee wurden sexuell missbraucht

Im Rahmen der US-Operation "Atlantic Resolve" verlegt die US-Brigade militärisches Gerät nach Polen. (06.01.2017). US-Soldaten stehen während der Entladung von militärischen Gerät vor dem Transportschiff Resolve in Bremerhaven (Bremen).   (Ingo Wagner, dpa picture-alliance)
In der US-Armee gibt es zehntausende Missbrauchsfälle. (Ingo Wagner, dpa picture-alliance)

Beim Militär in den USA sind in den vergangenen Jahrzehnten 100.000 Männer sexuell missbraucht worden.

Das berichtet die "New York Times" in einem ausführlichen Beitrag. Jedes Jahr seien im Durchschnitt zudem etwa 10.000 Männer Misshandlungen ausgesetzt, meldet die Zeitung unter Berufung auf Statistiken des Pentagon. Bisher sei das Problem nicht angegangen worden, weil man sich auf sexuelle Übergriffe gegen Frauen konzentriert habe.

Weiter heißt es in dem Bericht, die meisten männlichen Misshandlungsopfer seien jung und hätten einen niedrigen Dienstgrad. Viele kämen mit der Situation nicht zurecht, würden aus dem Militär geworfen und hätten Schwierigkeiten, im zivilen Leben wieder Fuß zu fassen.

Über den Schreibtisch des Sergeant vergewaltigt

Größtes Problem sei das jahrelange Schweigen der gedemütigten Opfer gewesen, aber auch das Schweigen der Militärs, die glaubten, es gebe kein Problem und das Schweigen der Familien, die sich zu sehr schämten, um zu protestieren. Die Zeitung hat mit sechs Opfern ausführlich gesprochen.

Laut "New York Times" ist inzwischen zwar die Zahl der männlichen Opfer gestiegen, die sich melden und Hilfe suchen. Schätzungen zufolge traut sich das aber weiterhin nur jeder Fünfte. Wenn man sich gemeldet und gesagt hätte, man sei vergewaltigt worden, hätten die Leute gedacht, dass man ein Schwuler oder ein Kinderschänder sei, berichtet eines der Opfer: "Sie wurden behandelt, als wäre es ihre Schuld." Als 18-Jähriger sei er damals um 2 Uhr nachts im Büros seines Sergeant attackiert worden. Dieser habe ihn zunächst fast bis zu Besinnungslosigkeit gewürgt und dann über einen Schreibtisch vergewaltigt, während die anderen Rekruten im Nebenraum geschlafen hätten.