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StartseiteThemaMensch und Natur14.12.2018

ThemenschwerpunktMensch und Natur

Der Deutschlandfunk hat zum Jahreswechsel 2018/2019 ein Sonderprogramm zusammengestellt, das unter dem Titel "Mensch und Natur" 22 Sendungen versammelt: Vom 23. Dezember 2018 bis 6. Januar 2019 hören Sie Hörspiele, Literatur und Dokumentarisches zum Thema.

Ein Mann mit einer vom Färben blauen Hand reißt eine Pflanze aus dem Boden (Deutschlandradio / EyeEm / Mubariz Khan )
Der Mensch greift in die Natur, die Natur prägt den Menschen (Deutschlandradio / EyeEm / Mubariz Khan )
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 "Mensch und Natur" Die Beiträge des Schwerpunkts auf einen Blick

Der Schwerpunkt der Reihe "Mensch und Natur" liegt auf den Weihnachtstagen, Silvester und Neujahr. Stellen Sie sich vor, der Wald schlägt aus. Wächst wild über seine Grenzen hinaus und schlingt rasend schnell Wurzeln und Äste um die von Menschen gebauten Wege, Gleise und Straßen. Die Menschen wissen - außer Katastrophenhilfe - zunächst keinen Rat. Ein Erkundungstrupp sucht nach Vermissten und findet in der Tiefe des Waldes etwas ganz anderes, Unerwartetes, Neues ... Dieses spannende Hörspiel am Heiligabend, "Der Wald", ist Teil einer Sendereihe, die das schön komplizierte Verhältnis von Mensch und Natur unters Mikroskop legt.

Es gibt rund um den Globus kein Fleckchen unentdeckte Erde, keine Terra incognita mehr. Alles ist betreten, vermessen und in Besitz genommen. Und es gibt kaum noch Flecken, die wirklich natürlich sind. Alles hat der Mensch umgewandelt, sich anverwandelt, umgestaltet. Die Autorinnen und Autoren der Essays, Features, Reportagen, Gespräche und Hörspiele von "Mensch und Natur" finden in historischen Biografien und Stoffen Hinweise auf ganz aktuelle Fragen. Oder sie beobachten den alltäglichen Umgang des Menschen mit der Natur.

In der Literatur steht das Stichwort "Nature Writing" für eine neu erwachte Beschäftigung mit Flora, Fauna und Mensch. Die Seele eines Habichts wird genauso gründlich erforscht wie die, die man den Bäumen zugesteht. Und die menschliche Sehnsucht nach der Ungeheuerlichkeit der Wildnis steht immer noch im rätselhaften Nebeneinander mit der nach einem geordneten Garten.

Alexander von Humboldt auf Forschungsreise in Südamerika (imago )Alexander von Humboldt auf Forschungsreise in Südamerika (imago )

"Ansichten der Natur", die wohl berühmteste und ertragreichste Forschungsreise Alexander von Humboldts nach Lateinamerika, hat auch Literaturgeschichte geschrieben. "Essay und Diskurs" gibt an den Feiertagen mit der vierteiligen Lesung (von Wolfgang Büttner) Einblick in Humboldts einzig-artige Fähigkeit, seine wissenschaftlichen Forschungen auch als kulturelles, sprachliches Ereignis nachzuvollziehen. Dokumentarische Features der Sendereihe unternehmen Expeditionen in die neuen Wunsch-Wildnisse der urbanen Bevölkerung von München bis Wien.

Zwei Hörspiele porträtieren die naturkundlichen Forschungen von Maria Sibylla Merian und Amalie Dietrich im frühen 18. und im 19. Jahrhundert. Judith Schalansky, soeben mit dem Wilhelm Raabe-Preis ausgezeichnet, lädt in einem Hörspiel zur Erkundung eines "Atlas der entlegenen Inseln" ein. Der kapitalistische Mensch nimmt den Ausverkauf der Wälder der Karpaten jenseits der EU-Grenzen hin. Aber wie berechnen Volkswirte eigentlich die Ökosystemleistung der Natur, wie beziffern Naturschützer den Wert ihrer Schützlinge? Und noch eine spannende Frage: Wie geht man damit um, dass einheimische Pflanzen und Tiere von anderen, zugereisten Arten verdrängt werden?

Zurück zur Literatur kommt die Sendereihe über "Mensch und Natur" in Gesprächen mit der Schriftstellerin Esther Kinsky und dem Publizisten Eckhard Fuhr. Die jahrtausendealten Verwebungen, aber auch tief verwurzelte Gegensätze von Natur und Kultur kommen dabei zur Sprache. Ein innerer Monolog des Schriftstellers Gerhard Meier mit seiner verstorbenen Frau führt in den Garten, die Tagebuchaufzeichnungen John Alec Bakers geben die Obsession der Jagd nach dem Wanderfalken preis. Und gegen Ende der Reihe führt das Hörspiel "Kosmokoloss" eine Tragikomödie über das Klima und den Erdball auf. Ob die Erdbewohner dann klüger agieren als im Wald am 24. Dezember?

Barbara Schäfer,
Abteilungsleitung
Feature/Hörspiel/Hintergrund Kultur
Deutschlandfunk

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