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StartseiteVerbrauchertippWas Theaterbesucher wissen sollten17.12.2019

Tickets, Einlasszeiten und CoWas Theaterbesucher wissen sollten

Wer in die Oper oder ins Theater geht, unterliegt dem Hausrecht. Das heißt, wer in der Vorstellung stört, kann des Saales verwiesen werden. Doch auch Theaterbesucher haben Rechte. Wer zum Beispiel stau- oder ÖPNV-bedingt zu spät kommt, muss nicht zwangsläufig draußen bleiben.

Von Margret Bielenberg

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Der vollbesetzte Publikumssaal im Steintorvarieté Halle. (Joachim Blobel)
Wer Theatertickets online kauft, hat Vorteile (Joachim Blobel)
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Wer sich lange auf einen Theaterabend gefreut hat und nun feststellt, dass die Vorstellung ausfällt oder verschoben wird, wird nicht nur enttäuscht sein, sondern sich auch fragen, ob das Eintrittsgeld erstattet wird oder ob man sich mit einem Gutschein zufrieden geben muss. Für Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg ist das rechtlich eindeutig.

"Also wenn eine Veranstaltung verlegt wird, für die ich ein Ticket hab, dann bekomm ich das Geld zurück. Ich muss mich da nicht mit einem Gutschein zufrieden geben. Ich kann natürlich, wenn ein anderer Termin angeboten wird, den kann ich annehmen, muss ich aber nicht."

Freut man sich auf seinen Lieblingsdarsteller und der ist plötzlich erkrankt und die Rolle wird von einem anderen Schauspieler übernommen, kann das Theater gegebenenfalls kulant sein und dem Besucher eine folgende Vorstellung anbieten. Verpflichtet dazu ist es nicht.

Tickets online kaufen hat Vorteile

Wer sein Ticket online beim Theater kauft und namentlich registriert ist, hat Vorteile gegenüber einem sogenannten Anonym-Kauf, den man an der Vorverkaufskasse tätigt. Denn häufig informieren Theater ihre Kunden vorab, wenn es beispielsweise zu Änderungen der Besetzung oder zum Vorstellungsausfall kommt.

Ein Online-Ticket kann weitere Vorteile haben, zum Beispiel, wenn man den Ausdruck, der als Theaterkarte gilt, zu Hause vergessen hat, aber auf seinem Handy den Kauf nachweisen kann.

"Grundsätzlich müssen Sie die Karte vorzeigen. Wenn Sie sie nicht haben, kommen Sie eigentlich nicht rein. Also insofern sollte man wirklich darauf achten, dass man sie mitbringt. Wenn man sie natürlich online hat, nur nicht ausgedruckt, dann wird sich sicherlich eine Möglichkeit finden, dass mal jemand auf das Handy guckt."

Wer zu spät zur Vorstellung kommt, muss sich nach den Einlassbedingungen des jeweiligen Theaters richten und die können sehr unterschiedlich sein. Lutz Bestgen vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg erläutert.

"Also generell ist der Einlass und der Späteinlass mit der Regie abgesprochen - für jede Produktion. In der Regel gibt es einen Späteinlass bei all unseren Produktionen. Es gibt bestimmte Situationen, wo das unmöglich ist, weil der Einlass sozusagen durchs Bühnenbild stattfinden würde, dann geht es nicht bei kleineren Spielstätten. Aber im großen Haus haben wir immer einen Späteinlass. Wann der genau liegt, bestimmt die Regie."

Stellt sich nun die Frage, was alles hinein darf in den Theatersaal. Im Deutschen Schauspielhaus Hamburg beispielsweise dürfen Speisen und Getränke nicht hinein. Auch wenn sie in der Pause vor Ort gekauft wurden. Anders sieht es bei Mänteln oder Jacken aus.

"Viele Häuser schlagen den Garderobenpreis auf den Kartenpreis auf und nehmen dann die Garderoben kostenlos an, beziehungsweise fordern ihr Publikum auf, abzugeben. Das ist bei uns nicht so. Es ist völlig freiwillig, die Garderobe abzugeben - kostenpflichtig. Bei Gepäck ist das ein bisschen anders: Würde es im Saal stören oder wäre eine Stolpergefahr, das nehmen wir kostenlos an, an allen Garderoben."

Zwei Theaterbesucher blicken neugierig durch die Eingangstür der Alten Oper in Erfurt. (Zentralbild)Auch wer zu spät kommt, hat noch die Möglichkeit, die Vorstellung zu besuchen (Zentralbild)

Fotografieren verboten

Fotografieren ist aus urheberrechtlichen Gründen während der Vorstellungen nicht erlaubt. Außerdem: Jedes Theater behält sich vor, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen, sagt Lutz Bestgen:

"Beim Hausrecht geht es in erster Linie um Störungen der Vorstellungen. Wir üben das Hausrecht aus, wenn eine Vorstellung vorsätzlich gestört wird, wenn ein Gast auffällig ist, andere Gäste belästigt oder die Vorstellung tatsächlich unterbricht durch Zwischenrufe oder durch unangenehmes Erscheinen. Da können wir tatsächlich sagen, dieser Gast wird der Vorstellung verwiesen."

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