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StartseiteVerbrauchertippIgel im Garten richtig überwintern lassen 23.10.2018

TierpflegeIgel im Garten richtig überwintern lassen

Igel werden in unseren Breiten immer seltener - in Bayern könnten sie bald sogar auf der roten Liste stehen. Mit einem warmen Unterschlupf und der richtigen Verpflegung können Gartenbesitzer dafür sorgen, dass die kleinen Stacheltiere gut durch den Winter kommen.

Von Ursula Reinsch

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Ein kleiner Junge streichelt einen Igel vor einer Hecke. (imago / blickwinkel)
Wenn man sie richtig pflegt, sind Igel gerne im heimischen Garten zu Gast. (imago / blickwinkel)
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Anneliese B. hat immer wieder Igel in ihrem naturbelassenen und chemiefreien Garten in einer Einfamilienhaussiedlung. Ihre Erfahrungen?

"Ganz wunderschöne Erfahrungen. Wir hatten einmal eine ganze Familie hier im Garten, das waren also fünf Kleine, und haben die auf dem Balkon großgezogen. Und wir legen also regelmäßig immer abends eine Handvoll Erdnüsse unter die Bank. Und morgens sind die meistens weg."

Und im Winter nehmen die Igel unter dem Schuppen im Garten der Igelfreundin Quartier. Jahr für Jahr. Genau jetzt kann man Igeln das Überwintern erleichtern. Dafür muss man nicht einmal viel Geld ausgeben. Einfach nur den Garten etwas weniger sauber aufräumen, sagt Achim Kemper, Vorstandsmitglied beim Naturschutzbund Deutschland, kurz Nabu:

"Laub ist ganz ganz wichtig, nicht nur für Insekten, weil die da überwintern. Der Igel braucht dieses Laub, um eben sein eigenes Schlafnest, um die Überwinterungsstelle, so auszustatten, dass die isoliert ist. Der packt einen richtigen Haufen zusammen, verfüllt den also auch mit Brombeerzweigen. Das ist ganz wichtig. Da kugelt der sich also so lange in dem Haufen hin und her, bis also drum herum ne gute gut gepolsterte Laubschicht entsteht, die eben auch verfestigt wird durch diese Dornenhecken."

Wer möchte, kann auch ein spezielles Igelhäuschen kaufen. Die kosten meist zwischen 20 und 35 Euro. Wer Zeit und Lust hat, kann ein wasserdichtes und von unten gut isoliertes Igelhaus auch selber bauen. Anleitungen dafür gibt es kostenlos im Internet. Und für den Igel angenehm ist:

"Am besten ist ein Zweikammersystem. Also ein Vorbau, wo er rein kommt. Versetzt die Einschlupflöcher, so ein bisschen schräg. Da die gut klettern können, sollten die 30 bis 40 cm hoch sein." Der Eingang sollte zur wetterabgewandten Seite zeigen.

Igel richtig versorgen

Wer seinen kleinen Gast überdies verwöhnen möchte, kann ihn insbesondere jetzt vor dem Winterschlaf von einem Tierarzt oder anderen Experten untersuchen und versorgen lassen. Viele Tiere haben Flöhe und Zecken. Die können geschulte Tierfreunde selbst entfernen. Und wer den Igel überdies füttern möchte, muss wissen wie - und die Futterschale täglich säubern:

"Man fängt an am besten mit Schnittkäse, man kann auch Eier nehmen, Obst, ungesalzene geschälte Nüsse, abwechslungsreiche Kost, kleingeschnittene Kost von Rind, Pferd, Schwein. Da man sehr oft zu weiches Futter gibt, ist es sehr wichtig, dem ab und zu mal einen Hühnerhals oder Hühnerflügel zu geben, damit der was zu beißen hat, sonst kriegt er Probleme mit dem Gebiss. Wenn er einmal einen wunden Zahn hat, dann ist es sehr sehr schwierig, das kriegt man nicht mehr weg."

Milch vertragen übrigens die meisten Igel nicht. Normalerweise ist Füttern nicht nötig. Igel finden auch jetzt noch Insekten oder Schnecken im Garten.

Unbedingt beachten: Die Tiere sollten kräftig sein, also 500 bis 700 Gramm wiegen, bevor sie jetzt bis zum April in dem Winterschlaf gehen. Schwache Igel oder Igelkinder können daher gefüttert werden oder in fachkundige Hände in eine Igelstation gegeben werden. Informationen und Kontaktadressen dazu gibt es ebenfalls im Internet.

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