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StartseiteVerbrauchertippAusgesperrt und abgezockt19.11.2018

Tipps zu SchlüsseldienstenAusgesperrt und abgezockt

In Notsituationen verlangt mancher Schlüsseldienst über 1.000 Euro. Experten raten: Wer sich ausgesperrt hat, sollte vor Beginn der Arbeiten den Preis für die professionelle Türöffnung klären. Es empfiehlt sich demnach, bereits vorsorglich für den Fall der Fälle Anbieter in der Nähe zu suchen.

Von Ann-Kathrin Stracke

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Ein Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes baut ein neues Türschloss ein.  (dpa/ picture alliance / Holger Hollemann)
Ein Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes baut ein neues Türschloss ein. (dpa/ picture alliance / Holger Hollemann)
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Bis zu 1.200 Euro kann es kosten, wenn ein Schlüsseldienst, die Tür öffnet. Das sei kein normaler Preis, sondern ein unseriöses, viel zu teures Angebot, so Daniel Boshammer, Junior-Chef in einem Einzelhandelsbetrieb in Düsseldorf. Doch solche Geschichten hört er von seinen Kunden seit Jahren.

Einige Anbieter würden die Notsituation derjenigen, die sich ausgesperrt haben, ausnutzen: "Und unseriöse Schlüsseldienste kommen dann dahin und machen die ganze Tür kaputt. Dann sind es teilweise 1.000, 2.000 Euro, die die Kunden dafür bezahlen müssen, obwohl die Tür wirklich nur zugefallen ist."

Vorab über Preis informieren

Vor unseriösen Schlüsseldiensten warnen Verbraucherzentralen fortwährend. Einer ihrer Studien zufolge liegt der Preis für eine Türöffnung am Tag zwischen 70 und 120 Euro, je nach Schließmechanismus der Tür, so Monika Jenke, Beraterin bei der Verbraucherzentrale in Köln. Sie rät den Kunden, sich über den Preis für die Türöffnung zu informieren, bevor der Schlüsseldienst mit seiner Arbeit beginnt.

Liegt das Angebot weit über den von der Verbraucherzentrale angegebenen Durchschnittspreisen von 70 bis 120 Euro, solle der Verbraucher sich nicht auf den Schlüsseldienst einlassen und diesen wegschicken. Auch dann, wenn er damit begänne die Betroffenen stark unter Druck zu setzen. Auch das sei unseriös, so die Beraterin der Verbraucher-Zentrale. Auch bei der Rechnung ist Obacht geboten, rät Jenke:

"Ich sollte immer eine Rechnung haben, wo alle Positionen im Einzelfall aufgelistet sind. Und ich sollte eine Rechnung haben, wo auch der Anbieter genannt ist, wo ich auch weiß: mit wem habe ich es hier eigentlich zu tun."

Anbieter in der Nachbarschaft suchen

Um einen guten, seriösen Schlüsseldienst zu finden, sollte der Verbraucher folgende Kriterien erfüllen: "Ich muss genau schauen, im Impressum, in den Geschäftsbedingungen, ist das jetzt hier ein Vermittler, der gar nicht vor Ort ansässig ist, oder ist es wirklich ein örtlicher Anbieter."

Schlüsseldienstexperte Daniel Boshammer rät zudem: "Der Schlüsseldienst sollte eine Adresse hinterlegt und ein Ladenlokal haben. Das sollte man schon beachten."

Monika Jenke von der Verbraucherzentrale Köln empfiehlt, sich einen Schlüsseldienst in der Nachbarschaft zu suchen, dessen Nummer zu speichern und diesen dann, im Fall der Fälle, anzurufen.

Und sie hat noch einen Tipp parat: Sollte die Tür zum Beispiel nachts ins Schloss gefallen sein, so dass ein Zuschlag fällig würde, könnte sich auch eine Hotelübernachtung lohnen anstatt direkt den Schlüsseldienst zu engagieren. Das sei häufig günstiger als einen überteuerten Nachttarif zu bezahlen. Und vielleicht auch etwas entspannter.

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