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StartseiteVerbrauchertippAusprobieren vor dem Kaufen20.05.2020

Tipps zum FahrradkaufAusprobieren vor dem Kaufen

In der Coronakrise überlegen viele Menschen, aufs Rad umzusteigen. Aber die Auswahl ist riesig: City-Räder, Trekking-Räder, Mountainbikes, Rennräder, Klappräder, Hollandräder, E-Bikes und viele mehr. Was bei der Auswahl des passenden Fahrrads zu beachten ist.

Von Paulus Müller

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DEU, Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Münster, 16.05.2020: Fahrradfahrer auf einem Fahrradweg. Radfahren auf der Wolbecker Straße, die Stadt Münster hebt Radwegebenutzungspflicht in einem Teilabschnitt auf, die Schilder Getrennter Geh- und Radweg werden entfernt. *** DEU, Germany, Nordrhein Westfalen, Münster, 16 05 2020 Cyclist on a cycle path Cycling on Wolbecker Straße, the city of Münster lifts the obligation to use a cycle path in one section, the signs Separate pedestrian and cycle path are removed (imago images / Rüdiger Wölk)
Budget, Nutzungsart - und der Radtyp - vieles sollte vorab geklärt werden (imago images / Rüdiger Wölk)
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Wenn wir ein Fahrrad kaufen, kaufen wir im besten Fall ein Verkehrsmittel, das uns viele Jahre gut und sicher von A nach B bringt. Damit aber alles passt, sollte man sich vorab ein paar Fragen stellen, sagt Fahrradverkäufer Einhart Bucheim vom Fahrradgeschäft Veloküche in Köln.

"Wie will ich das Fahrrad nutzen? Möchte ich damit Sport treiben? Möchte ich damit jeden Tag zur Arbeit fahren? Oder möchte ich damit Touren machen, Reisen machen?"

Je nach Einsatzgebiet fällt die Wahl dann auf einen ganz anderen Fahrradtypen. Wer Sport treiben will, der wählt ein besonders leichtes Rad, für Radreisen braucht man ein stabiles Rad.

Zusatzkosten beachten

Für die tägliche Fahrt zur Arbeit sind dann andere Dinge im Fokus, sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC. Sicherheit und Komfort zum Beispiel.

"Wenn ich jeden Tag damit zur Arbeit fahren will, sollte das Fahrrad Schutzbleche haben, eine fest installierte Beleuchtung - das wäre dann wichtig, auch wenn es nicht so sportlich aussieht." Das gilt zum Beispiel für City- und Trekking-Räder - die meist verkaufte Kategorie in Deutschland.

Was man natürlich auch vor dem Kauf klären sollte: das Budget. Beim Fahrradkauf geht es um recht viel Geld. So ab 700 Euro geht es los, sagen die Fahrradverkäufer und auch der Experte vom ADFC sagt: Ein gutes Fahrrad kostet.

"Wir vom ADFC sagen immer ab 500 Euro bekommt man Fahrräder, die man regelmäßig nutzen kann. Wenn man es wirklich täglich nutzt, als Vielfahrer, dann dürfen es auch ein bisschen mehr sein. Weil einfach die Verschleißfestigkeit von gewissen Teilen eher gegeben ist."

Und man sollte unbedingt noch zusätzliche Ausgaben mit im Budget einplanen. Denn Regenkleidung, wasserdichte Fahrradtaschen und natürlich ein gutes Schloss für das Fahrrad gehören dazu, sagt René Filippek.

"Ein Fahrradschloss ist grundsätzlich sehr wichtig. Auch da: nicht zu sehr auf den Preis gucken. Geben sie da ruhig ein bisschen mehr aus – die Sicherheit ist es wert." Als Richtwert sagen Experten, dass man circa 10 Prozent des Radpreises für ein Schloss investieren sollte.

Wenn diese wichtigen Fragen geklärt sind - Budget, Nutzungsart - und der Radtyp klar ist: Dann wird ein guter Verkäufer oder eine Verkäuferin im Geschäft weitere Fragen stellen um Details zur Ausstattung zu klären.

Das Rad passend machen

Das wichtigste ist aber dann: Ausprobieren. Ruhig bei mehreren Händlern, verschiedene Fahrräder ausgiebig draußen Probe fahren. Fahrradverkäufer Christian Lang von der Veloküche in Köln, sagt die Zeit sollte man investieren:

"Viele Leute bringen nicht die Zeit mit, die wir ihnen eigentlich gerne geben würden. Sich mal an ein Fahrrad gewöhnen, wie sich das anfühlt. Und dann auch den Umstieg auf das nächste Bike. Weil das sollte nicht nur eins sein, was wir testen, wir wollen wirklich auch mal unterschiedliche Kategorien den Leuten mitgeben. Und 15 bis 20 Minuten. Kein Thema, das wollen wir sogar."

Gute Fahrradhändler verändern dann auch mal die Lenker-Position oder tauschen den Sattel aus, damit das Rad dann auch wirklich passt. Das ist auch der Vorteil gegenüber dem Online-Handel. Mittlerweile gibt es viele Online-Shops für Fahrräder, aber auch Hersteller, die ihre Räder direkt über ihre Website verkaufen.

René Filippek sagt: Das kann sinnvoll sein für Menschen, die sich wirklich auskennen. Aber: "Wer nicht wirklich Ahnung davon hat, der ist nicht gut beraten sich im Direktvertrieb ein Rad zu verkaufen, weil es dann eben nicht garantiert ist, dass man dann hinterher vernünftig drauf sitzt."

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