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TK-AnalyseManche wegen Corona verschobene Rücken-OP wäre unnötig gewesen

Eine Frau fasst sich mit beiden Händen in den Rücken. (picture alliance / dpa)
Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden viele Operationen wegen Problemen am Rücken verschoben. (picture alliance / dpa)

Die Verschiebung planbarer Operationen zu Beginn der Corona-Pandemie hat nach Einschätzung der Techniker Krankenkasse dazu geführt, dass unnötige Eingriffe bei Rückenleiden vermieden wurden.

Die Nachrichtenagentur AFP zitiert aus einer Analyse der TK. Demnach hat sich die Zahl der Rückenoperationen im Frühjahr - verglichen mit dem Vorjahreszeitraum - halbiert. Nach dem ersten "Shutdown" seien zwar einige Operationen nachgeholt worden; insgesamt hätten die Eingriffe in den ersten sechs Monaten des Jahres aber nicht mehr das Niveau des ersten Halbjahres 2019 erreicht. Vielmehr stellte die TK ein Minus von zwölf Prozent fest.

Bei einem Teil der Patienten seien die Rückenbeschwerden offensichtlich auch ohne OP zurückgegangen, erklärte die Krankenkasse. Es sei bekannt, dass in vielen Fällen auch andere Methoden wie beispielsweise Physiotherapie gut helfen könnten.

Gerade wenn es um Eingriffe an der Wirbelsäule geht, wird nach Einschätzung der TK zufolge in Deutschland zu viel operiert. Für die Kassen entstehen dabei hohe Kosten. "In neun von zehn Fällen raten die begutachtenden Schmerzzentren von einer Operation ab", erklärte TK-Vorstandschef Baas. Acht von zehn Versicherten könne die konservative Behandlung so gut helfen, dass sie dauerhaft ohne Operation auskämen.

Diese Nachricht wurde am 21.11.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.