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StartseiteNachrichten vertieftHaftbefehl gegen Mitbewohner22.01.2015

Tod eines AsylbewerbersHaftbefehl gegen Mitbewohner

Der gewaltsame Tod eines Asylbewerbers in Dresden ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft aufgeklärt. Ein Sprecher teilte mit, dass gegen einen Mitbewohner und Landsmann des 20-Jährigen aus Eritrea Haftbefehl erlassen wurde. Das Vorgehen der Polizei in dem Fall hatte für Empörung und Verunsicherung unter Dresdner Asylbewerbern gesorgt.

Kerzen, Blumen und Gedenkbriefe liegen 21.01.2015 an der Stelle im Hof des Plattenbaus in Dresden (Sachsen), an der, der getötete Asylbewerber, Khaled B. gefunden wurde. (picture alliance / dpa / Arno Burgi)
Der gewaltsame Tod eines Asylbewerbers in Dresden ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft aufgeklärt. (picture alliance / dpa / Arno Burgi)
Weiterführende Information

Tod eines Asylbewerbers - Mitbewohner senden Hilferuf an Dresdner Behörden
(Deutschlandfunk, Aktuell, 21.01.2015)

Dresdner Flüchtlinge - "Die Atmosphäre ist vergiftet"
(Deutschlandfunk, Interview mit Ali Moradi vom sächsischen Flüchtlingsrat, 20.01.2015)

Mehr als eine Woche dauerten die Ermittlungen im Fall des getöteten Khaled Bahray. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat von einem Mitbewohner des 20-Jährigen Asylbewerbers begangen wurde. Die Behörde teilte mit, dass gegen den Mann Haftbefehl wegen Totschlags erlassen wurde. Der MDR berichtet, dass er ein Geständnis abgelegt hat.

Die Leiche des Flüchtlings aus Eritrea war am 13. Januar im Hof eines Plattenbaus im Dresdner Stadtteil Leubnitz-Neuostra gefunden worden. Dort hatte das Opfer mit sieben anderen Flüchtlingen aus Afrika in einer Wohnung gelebt.

Kritik an Vorgehen der Polizei

Die Polizei hatte zunächst mitgeteilt, dass an der Leiche keine Hinweise auf Fremdeinwirkung festgestellt worden seien. Nach der Obduktion gaben die Behörden bekannt, dass der Mann durch Messerstiche in Hals und Brust getötet worden war.

Unter den Asylbewerbern hatte das Vorgehen der Polizei Empörung ausgelöst. Sie warfen ihr vor, nicht sofort auch einen fremdenfeindlichen Hintergrund in Betracht gezogen zu haben. In einem Brief an die Behörden hieß es, die Flüchtlinge sähen sich täglich mit Anfeindungen, Aggressionen und tätlichen Angriffen konfrontiert.

(tj/stfr)

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