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TodesstrafeBundesregierung verurteilt Hinrichtung von iranischem Ringer Afkari

Demonstranten halten vor der Iranischen Botschaft Bilder des hingerichteten Ringers Navid Afkari und demonstrieren lautstart gegen dessen Hinrichtungen im Irak. Das Todesurteil ist am 12.09.2020 vollstreckt worden. (dpa / Annette Riedl)
Gegen die Hinrichtung des Ringers Afkari im Iran hatten im Vorfeld mehrere Demonstranten protestiert. (dpa / Annette Riedl)

Die Bundesregierung und die EU haben die Hinrichtung des iranischen Ringers Navid Afkari scharf verurteilt.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, man sei entsetzt darüber, dass die Todesstrafe gegen den Sportler vollstreckt worden sei. Es habe erhebliche Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens gegeben. Die Bundesregierung hatte sich laut der Sprecherin mehrfach auf hoher diplomatischer Ebene in Teheran für die Aussetzung des Todesurteils eingesetzt. Ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Borrell sagte, die Todesstrafe werde von der EU unter allen Umständen abgelehnt. Die Staatengemeinschaft werde in der Frage weiter versuchen, auf den Iran einzuwirken und auch einzelne Fälle ansprechen.

Zweifel an Geständnis

Afkari war am Wochenende hingerichtet worden, weil er 2018 einen Sicherheitsbeamten getötet haben soll. Das angebliche Geständnis wurde nach Darstellung von Menschenrechtsorganisationen erzwungen.

Auch der in Teheran geborene FDP-Politiker Bijan Djir-Sarai sagte im Dlf: "Man kann absolut nichts glauben, was die iranische Justiz sagt. Viele Geständnisse kommen unter Folter zustande. Ich bin fest überzeugt, dass es auch in diesem Fall so war."

Forderungen an den Sport

Djir-Sarai forderte zudem von den internationalen Sportverbänden eine klare Verurteilung der Tat sowie konkrete Maßnahmen bis hin zum Ausschluss des Iran von internationalen Wettbewerben. Solche Maßnahmen verlangte der FDP-Politiker auch gegen andere Länder, die Menschenrechtsverletzungen begehen, wie etwa China.

Diese Nachricht wurde am 16.09.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.