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StartseiteVerbrauchertippJederzeit wissen, wo der Vierbeiner steckt20.09.2019

Tracker für HaustiereJederzeit wissen, wo der Vierbeiner steckt

Mehr als 100.000 Katzen und Hunde wurden im vergangenen Jahr bei der Tierschutzorganisation Tasso als vermisst gemeldet. Ortungsgeräte, sogenannte Tracker, sollen das verhindern - und Halter und Haustier schneller wieder zusammenbringen. Für die umfassende Überwachung fallen jedoch laufende Kosten an.

Von Susanne Lettenbauer

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GPS-Tracker für Haustiere an einem Halsband (AFP/Mandel Ngan)
GPS-Tracker können am Halsband befestigt und die Tiere dann per Smartphone-App überwacht werden (AFP/Mandel Ngan)
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Sie heißen invoxia, Weenect, Girafus, Petpointer, Tractive oder Loc8tor. Kosten zwischen 40 und 200 Euro, sind rund vier bis 50 Gramm schwer, im Halsband integriert oder separat zum Befestigen am Geschirr und Halsband erhältlich: Der Markt für Ortungsgeräte, die Haustiere beim Gassigehen oder als Freigänger bei sich tragen können, ist in den vergangenen Jahren gewachsen und entsprechend unübersichtlich.

Nur eingeschränkte Reichweite bei Peilsendern

Generell unterscheidet man zwischen einfachen Peilsendern und GPS-Geräten. Peilsender sind sehr leicht, die Akkulaufzeit beträgt mehrere Monate, es entstehen keine Zusatzkosten, weil keine SIM-Karte benötigt wird. Nachteil: Ihre Reichweite beschränkt sich auf nur bis zu 500 Meter. Tracker mit GPS-Funktion haben diese Einschränkung nicht, erklärt Michael Hurnaus von der österreichischen Firma tractive, die sich auf Ortungsgeräte für Haustiere spezialisiert hat:

"Der große Unterschied ist, mit einem GPS-Gerät kann man zu jedem Zeitpunkt nachschauen, wo ist die Katze, der Hund genau jetzt. Also es muss niemand das Tier finden und irgendwo hinbringen, sondern ich kann wirklich in Echtzeit nachschauen, wo Hund oder Katze ist."

Überwachen per Smartphone-App

Per Smartphone-App ist die Überwachung sehr einfach. Die Route ist außerhalb von Gebäuden im Gelände bis auf den Meter genau nachverfolgbar. Regen oder Matsch macht den meisten Trackern nichts aus, sie sind wasserfest. Nachteil: Die Akkulaufzeit. Je nachdem, wie oft und lange die Echtzeitüberwachung genutzt wird, hält der Akku zwischen zwei bis maximal fünf Tage, erklärt Trackerhersteller Hurnaus:

"Wir müssen das Gerät jederzeit ansprechen können, das heißt, es muss immer und überall am Mobilfunknetz hängen. Und der Akku ist, wenn man ihn runternimmt, nur in etwa zwei mal zwei mal einen Zentimeter groß. Der Akku selbst hat nur sechs oder sieben Gramm, und je größer man mit diesem Akku wird umso besser geht’s, aber das bedingt natürlich mehr Gewicht."

Ausserdem benötigt das Gerät eine SIM-Karte wie ein Handy, um GPS-Daten nutzen zu können. Und das kostet. Die Abogebühren liegen bei knapp 8 Euro im Monat und bis zu 50 Euro im Jahr. Problem: Wenn der Tracker verloren wird, weil die Katze ihr Halsband verliert oder der Hund sich zu intensiv gewälzt hat, wird die Restlaufzeit des Abonnements je nach Anbieter nicht erstattet. Im besten Falle erhält man ein Ersatzgerät.

Aktivitäten der Tiere aufzeichnen

Sein Haustier im Freien zu überwachen sei generell eine gute Idee, meint Lea Schmitz, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. So könne die Zahl von rund 164.000 Katzen und 90.000 Hunden in deutschen Tierheimen vielleicht reduziert werden:

"So ein Trackinggerät kann natürlich hilfreich sein. Also wenn der Hund sich mal losreißt und einem Kaninchen hinterher jagt, dass man ihn einfach schnell selbst wieder auffinden kann und ihn im besten Falle gar nicht erst als vermisst melden muss." 

Vor allem bei Katzen sollten die Tracker aber nur an Sicherheitshalsbändern befestigt werden, die sich bei Krafteinwirkung von allein öffnen, wenn sich das Tier in einem Zaun oder in Hecken verfangen hat, betont die Tierschützerin. Zusätzlich zur Ortungsfunktion können einzelne Trackinggeräte auch die Aktivitäten des Tieres aufzeichnen. Ähnlich einem Schrittzähler beim Menschen. Wer möchte, kann so kontrollieren, ob Hund oder Katze genügend Auslauf in der Woche bekommt.

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