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StartseiteSport AktuellDOSB-Führung zieht Akademieleitung an sich20.12.2016

TrainerausbildungDOSB-Führung zieht Akademieleitung an sich

Ein Machtkampf zwischen DOSB-Präsident Alfons Hörmann und dem Leiter der Trainerakademie Thomas Weikert hatte für Aufsehen gesorgt: Weikert sollte abgelöst werden, wurde aber im Vorfeld nicht persönlich informiert. Es folgte ein öffentlicher Schlagabtausch. Die Abstimmung über eine Neubesetzung wurde daraufhin um vier Wochen verschoben.

Von Andrea Schültke

Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport beim DOSB (Deutschlandradio / Jessica Sturmberg)
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Die Trainerakademie Köln. Hier werden Trainerinnen und Trainer für ihre Arbeit mit Leistungssportlern ausgebildet. Das war wegen des Streits zwischen Thomas Weikert und Alfons Hörmann zuletzt in den Hintergrund getreten.

Heute wurde Dirk Schimmelpfennig als Nachfolger von Thomas Weikert zum Vorstandsvorsitzenden der Trainerakademie gewählt. Der Sportvorstand des DOSB war der Wunschkandidat des Dachverbandes. Die Stimmung unter den Mitgliedern war gedämpft. Auch der Antrag auf geheime Abstimmung war ein Beleg dafür.

Entschuldigung schriftlich und in einer Telefonkonferenz

"Ich denke auch, dass es für die Situation mit den Schwierigkeiten, die wir die letzten fünf Wochen hatten eine gute Möglichkeit ist, auf diesem Wege das Vertrauen zu zeigen", sagte Schimmelpfennig nach der Wahl. 21 Mitglieder hatten für ihn gestimmt. Eher ungewöhnlich: die fünf Gegenstimmen und drei Enthaltungen.

Thomas Weikert (r.), Präsident des Tischtennis-Weltverbands ITTF, spricht in ein Mikrofon (KAZUHIRO NOGI / AFP)Thomas Weikert, Präsident des Tischtennis-Weltverbands ITTF (KAZUHIRO NOGI / AFP)

Vor der Wahl Schimmelpfennigs hatte Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender des DOSB, intensiv für seinen Kandidaten geworben. Schon im Vorfeld hatte er den Mitgliedern schriftlich versichert, der Machtkampf zwischen Alfons Hörmann und Thomas Weikert sei einvernehmlich beigelegt, Alfons Hörmann habe sich bei Thomas Weikert entschuldigt. Der bestätigte: "Das hat er gemacht, sowohl in einer Telefonkonferenz als auch schriftlich, damit ist für mich die Sache erledigt."

"Viel kaputtgegangen"

Dennoch war dem Präsidenten des Tischtennis-Weltverbandes anzumerken, dass seine letzte Mitgliederversammlung keine leichte war: "Wir haben uns zusammengerissen. Es ist viel in der letzten Zeit leider auch kaputtgegangen, was wir hoffentlich reparieren unter den Beteiligten. Ein bisschen traurig, weil mir das natürlich auch acht Jahre Spaß gemacht hat. Aber auf der anderen Seite denke ich, der Dirk Schimmelpfennig wird das gut hinbekommen. Und von daher ist das vielleicht auch der richtige Schritt."

Weikert sagte, er gehe in aufgeräumter Stimmung. Nicht so der stellvertretende Vorsitzende Bernd Barth. Der Trainingswissenschaftler geht aus Altersgründen. In seiner Schlussrede erklärte er, er habe das Verhalten des DOSB in den letzten Wochen als "stillen Putsch" empfunden. Seine ehemaligen Mitstreiter forderte er auf: "Seid wachsam - nicht jeder, der vorgibt, ein Freund der Trainerakademie zu sein, ist auch einer." Dabei blickte Bernd Barth in Richtung des DOSB-Vorstandsvorsitzenden Michael Vesper.

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