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StartseiteVerbrauchertippSpaß mit Verletzungsrisiko25.06.2018

Trampolin im GartenSpaß mit Verletzungsrisiko

Trampolinspringen trainiert nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Koordination und den Gleichgewichtssinn. Allerdings können Trampoline gerade für Kinder gefährlich werden. Deshalb sollten Eltern nicht nur beim Kauf, sondern auch bei der Benutzung des Sportgerätes durch ihre Kinder einiges beachten.

Von Margret Bielenberg

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Ein Mädchen springt in einem Garten in Hannover auf einem Trampolin. (picture alliance / dpa /Silas Stein)
Wer hoch hinaus will, kann tief fallen - und sich verletzen (picture alliance / dpa /Silas Stein)
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Hoch hinaus, Spagat oder Salto. Springen Kinder auf dem Trampolin, probieren sie aus, messen sich mit anderen und haben Spaß. Dabei können sie sich überschätzen und die Kraft des Trampolins unterschätzen. Schnell kommt es dabei zu Verletzungen, sagt Dr. Renate Döbber, Orthopädin in Hamburg.

"Es gibt Verletzungen am gesamten Bewegungsapparat, besonders betroffen sind Arme und Beine, also Sprunggelenke, Kniegelenke, Handgelenke, Ellenbogen auch, Schulter, aber eben auch die Wirbelsäule, und da sind schwerere Verletzungen besonders gefährlich."

Immer nur ein Kind

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie empfiehlt Eltern, Kinder unter sechs Jahren nicht aufs Trampolin zu lassen. Außerdem sollte immer nur ein Kind zurzeit springen und das in der Mitte des Trampolins und: unter Beaufsichtigung.

Katharina aus Hamburg ist Mutter zweier Kinder. Die beiden dürfen auch ohne Beobachtung aufs Gartentrampolin, aber nur gerade nach oben springen, sagt die Lehrerin. Wenn andere Kinder zu Besuch sind, hat sie einen Blick drauf.

"Dann setzt sich eine oder einer von uns mit dem Stuhl daneben oder manchmal mache ich das auch so, dass ich sage nur dein Besuchskind und dann wieder du und dann zählt ihr bis zehn, ihr könnt ja was nachmachen, aber ihr wechselt euch ab. Mir ist das sonst zu wild oder zu hoch."

Absprachen sind wichtig

Mit den Eltern der anderen spricht sie ab, ob die Kinder überhaupt aufs Trampolin dürfen, denn viele könnten ihr Springvermögen nicht einschätzen. Um sich nicht an den Sprungfedern zu verletzen, müssen die abgedeckt sein, sagt Orthopädin Renate Döbber. Außerdem:

"Seit 2015 müssen die Trampoline eine EU-Norm für Spielzeugtrampoline erfüllen: die EU-Norm EN 71-142014."

Darauf ist beim Kauf zu achten. Stabile Gartentrampoline gibt es ab rund 200 Euro. Sie sollten mit einem Netz gesichert sein. Das muss, genau wie das gesamte Trampolin, regelmäßig kontrolliert werden, da beispielsweise UV-Strahlung, Regen und Sturm das Material schädigen können. Eine Regenplane oder Trampolin-Abdeckung ist daher zu empfehlen.

Es gelten die gleichen Regeln wie im Sportunterricht

Obwohl Gartentrampoline eine Spielzeug-Norm erfüllen müssen, sind sie Sportgeräte. Deshalb müssen auch die Kinder beim Springen einiges beachten, erklärt Mutter Katharina.

"Auf Socken oder barfuß und am besten keine Schlüssel oder irgendwas Ösiges, also diese Jacken mit den langen Zippeln dran. Am liebsten nur mit Sweatshirt, T-Shirt und ohne Schuhe, damit das Netz nicht einreißt. Oder eine Uhr, muss man ein bisschen drauf achten, wenn sie eine große Uhr haben, müssen sie die auch abmachen. Ist ein bisschen wie im Sportunterricht, gelten eigentlich die ähnlichen Regeln."

Wer höher hinaus will, sollte in den Verein gehen

Wollen Kinder mehr als hohe Sprünge wagen, sollten sie sich im Sportverein anmelden, sagt die Orthopädin.

"Im Verein wird auch nicht nur auf dem Trampolin trainiert, sondern die Kinder machen Krafttraining und Muskelaufbautraining am Boden, bevor die überhaupt aufs Trampolin gehen. Da wird erst mal geübt stabil gerade zu springen, bevor es dann an irgendwelche Figuren herangeht."

Wer gut Trampolinspringen möchte, muss das regelmäßig üben. Das trainiert nicht nur die Muskulatur und die Koordination, sondern auch den Gleichgewichtssinn.

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