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Trauer um SPD-PolitikerReinhard Höppner erliegt Krebsleiden

Dr. Reinhard Höppner (SPD), ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, aufgenommen am Mittwoch (27.10.2010) in der Staatskanzlei Magdeburg. (dpa / Jens Wolf)
Sachsen-Anhalts ehemaliger Ministerpräsident Reinhard Höppner ist tot (dpa / Jens Wolf)

Sachsen-Anhalts ehemaliger Ministerpräsident Reinhard Höppner ist tot. Der SPD-Politiker ist in der Nacht zu Pfingstmontag gestorben. Ex-Regierungssprecher Franz Stänner sagte, Höppner habe seit Jahren an Krebs gelitten. Er wurde 65 Jahre alt.

Höppner war von 1994 bis 2002 Ministerpräsident in der ersten Minderheitsregierung Sachsen-Anhalts, auch bekannt als "Magdeburger Modell". Die rot-grüne Landesregierung war MItte der Neunzigerjahre angesichts fehlender Mehrheit nur arbeitsfähig, weil sie von der damaligen PDS toleriert wurde. Das hatte bundesweit Kontroversen ausgelöst.

Sohn eines Pfarrers

Höppner wurde am 2. Dezember 1948 in Haldensleben Nach einem Mathematikstudium an der TU Dresden arbeitete er mehr als 18 Jahre als Lektor im Berliner Akademie-Verlag. Nebenbei engagierte er sich in der Evangelischen Kirche. Von 1980 bis 1994 war er Präses der Synode der Kirchenprovinz Sachsen.

Vizepräsident der Volkskammer in der DDR

Im Dezember 1989 trat Höppner der neu gegründeten SPD der DDR bei, saß mit an den Runden Tischen in der Wendezeit. Im Frühjahr 1990 bestimmte ihn die erste freigewählte DDR-Volkskammer zu ihrem Vizepräsidenten, ehe er im Oktober 1990 in den Landtag Sachsen-Anhalts einzog und dort zunächst SPD-Fraktionschef wurde.

Ab 1994 war Höppner acht Jahre lang Landeschef. Nach einer schweren Wahlniederlage 2002 - die SPD stürzte auf 20 Prozent - übernahm er die poltische Verantwortung, saß aber noch vier Jahre als Abgeordneter im Landtag. Anschließend zog er sich aus der Politik zurück. Von 2005 bis 2007 war Höppner Präsident des Evangelischen Kirchentages.

(tzi/swe)

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