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Trauerfeierlichkeiten für Helmut KohlAuf dem Weg zum Requiem

Die MS Mainz fährt am 01.07. 2017 mit dem Sarg des Altbundeskanzlers Helmut Kohl auf dem Rhein von Reffenthal nach Speyer. (dpa-Bildfunk / Uwe Anspach)
Trauerfeierlichkeiten für Altkanzler Kohl (dpa-Bildfunk / Uwe Anspach)

Nach dem europäischen Trauerakt für den verstorbenen Bundeskanzler Helmut Kohl in Straßburg und einem Trauerzug durch Ludwigshafen ist der Sarg auf dem Rhein nach Speyer gebracht worden. Dort findet in Kürze ein Requiem mit 1.500 Gästen statt, anschließend die Beisetzung im Familienkreis.

Die Fahrt auf dem Rhein nach Speyer war nicht lang, aber sicherlich symbolisch - ist der Rhein doch auch die Grenze zwischen den Ländern, die Kohl Zeit seines Lebens einander näherzubringen versuchte. Die "MS Mainz" legte in Speyer in unmittelbarer Nähe zum Dom an. Dort trugen acht Mitglieder eines Wachbataillons der Bundeswehr den Sarg von Bord, bevor eine schwarze Limousine ihn zum Dom fuhr. Ähnlich wie in Ludwigshafen standen auch in Speyer zahlreiche Menschen am Straßenrand.

Es gibt ein detailliertes Protokoll dieses Tages, das im Minutentakt auflistet, was geplant ist und wo. Nach dem Europäischen Trauerakt in Straßburg hatte zunächst ein Hubschrauber Kohls Sarg von Straßburg zurück nach Deutschland. Kai Diekmann, der frühere Chefredakteur der "Bild"-Zeitung und enge Kohl-Vertraute, twitterte ein Video vom Flug.

In Ludwigshafen hatten dann vor allem die Bürger eine Gelegenheit, um Abschied zu nehmen. Darum fuhr der Konvoi aus schwarzen Limousinen, der im Fachjargon auch "Trauerkondukt" heißt, durch die Innenstadt und insbesondere zum Ludwigsplatz. Rechts und links der Straßen standen viele Menschen und applaudierten, als der Sarg vorbeikam - nun mit einer Deutschlandfahne bedeckt. In Straßburg hatte noch eine Europafahne darauf gelegen.

"Pontifikalrequiem" in Speyer

Nach dem Trauerakt in Straßburg folgt dann ein weiterer wichtiger Programmpunkt des Tages: ein "Pontifikalrequiem" im Dom zu Speyer. Es soll gegen 18 Uhr beginnen, und geladen sind 1.500 Gäste. Der Ort ist kein Zufall: Für Kohl war der romanische Dom immer ein besonders wichtiges Gebäude, in das er auch viele Gäste mitnahm.

Die Predigt während der Trauermesse wird Bischof Karl-Heinz Wiesemann halten. Die Lieder stammen von Komponisten aus verschiedenen EU-Ländern. Sie wurden nach Angaben des Bistums in Abstimmung mit Kohls Witwe Maike Kohl-Richter ausgesucht. Als Gäste im Dom werden unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, erwartet.

Die Liste der Lieder enthält neben bekannten Kirchenliedern wie "Wir sind nur Gast auf Erden" und "Mit Freud fahr' ich von dannen" auch gregorianischen Gesang und das Requiem von John Rutter, das der englische Komponist extra zu diesem Anlass neu arrangiert hat. Außerdem werden Stücke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Sergeij Rachmaninoff, Heinrich Schütz, César Franck und Maurice Duruflé gespielt.

"Großes militärisches Ehrengeleit"

Nach einem Verabschiedungsgebet wird der Sarg zum Klang der Totenglocke auf den Vorplatz getragen. Dort schließt sich ein militärisches Zeremoniell an, ein sogenanntes "Großes militärisches Ehrengeleit". Kohls Beisetzung auf dem Domherrenfriedhof findet im engsten Familien- und Freundeskreis gegen 20.30 Uhr statt. Dort begraben zu werden, war der Wunsch des Alt-Kanzlers. Vom angrenzenden Adenauerpark wird ein öffentlicher Zugang zur Grabstätte geschaffen.

(jcs/gw)

 

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