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TrockenheitDeutschen Wäldern geht es immer schlechter

Die Drohnen-Aufnahme zeigt das Waldsterben im Taunus (imago / Jan Eifert)
Diese Fichten auf dem Taunushauptkamm sind nicht mehr zu retten. (imago / Jan Eifert)

Der Zustand der deutschen Wälder hat sich in diesem Jahr weiter verschlechtert.

Die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der Waldbesitzerverbände, Schulz-Trieglaff, sprach von einer "katastrophalen Situation" in einem Großteil der Wälder. Das dritte Dürrejahr in Folge habe zu einem weiteren Absterben ganzer Waldflächen geführt, vor allem in Ländern wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Daten des Deutschen Wetterdiensts zufolge hat es auch in diesem Sommer in den meisten Regionen Deutschlands weniger geregnet als üblich. Durch die Trockenheit können sich Bäume schlechter vor Krankheiten und Schädlingsbefall schützen. Allein in Nordrhein-Westfalen sind laut dem zuständigen Landesbetrieb rund 16,2 Millionen Kubikmeter Schadholz angefallen. Eine Fläche von 32.000 Hektar müsste wiederaufgeforstet werden, um die Schäden auszugleichen. Wegen eines Absturzes der Holzpreise infolge des Baumsterbens vermeldeten die Bayerischen Staatsforste einen Nettoverlust von 80 Millionen Euro.

Besonders betroffen sind Nadelbäume wie Fichten und Kiefern. Sind sie zu trocken, können sie einen Befall von Borkenkäfern nicht mehr abwehren, die unter der Rinde die Lebensadern des Baumes durchtrennen. Seit Spätsommer 2019 beobachten Förster jedoch zunehmend auch Schäden an Laubbäumen wie Rotbuchen und Eichen. Das stellt Forstbetriebe vor die Frage, welche Sorten sie nachpflanzen können.

Wälder gelten als wichtige Bremser des Klimawandels. Alleine in Deutschland entziehen sie Studien zufolge der Atmosphäre etwa 62 Millionen Tonnen CO2.

Diese Nachricht wurde am 18.10.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.