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TröglitzBrand im Flüchtlingsheim

Das geplante Flüchtlingsheim in Tröglitz - nach dem Brand (picture-alliance / dpa / Hendrik Schmidt)
Das geplante Flüchtlingsheim in Tröglitz - nach dem Brand (picture-alliance / dpa / Hendrik Schmidt)

Tröglitz in Sachsen-Anhalt kommt nicht zur Ruhe. In der Nacht hat es ein Feuer im künftigen Flüchtlingsheim gegeben, die Polizei und der Staatsschutz ermitteln. Der zurückgetretene Bürgermeister hat für heute Nachmittag zu einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus aufgerufen.

Nach Angaben der Polizei wurde bei dem Brand das gesamte Dach des geplanten Heimes für Asylbewerber zerstört. Schätzungen zufolge entstand ein Schaden in sechsstelliger Höhe. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung auf. In der Pressemitteilung heißt es weiter: "Zwei Bewohner konnten das Haus unverletzt verlassen. Die beiden Deutschen sind derzeit die einzigen Bewohner." Inzwischen nahm auch der Staatsschutz Ermittlungen auf, denn es sei nicht auszuschließen, dass es sich um eine politisch motivierte Brandstiftung handle.

Tröglitz hat 2.700 Einwohner, liegt in Sachsen-Anhalt und gelangte in die Schlagzeilen, weil Markus Nierth wegen rechtsextremer Anfeindungen seinen Rücktritt erklärt hatte. Das löste eine Debatte in ganz Deutschland darüber aus, ob und wie gut auch Lokalpolitiker geschützt werden können - und sollten. In Tröglitz hatte es mehrfach rechtsgerichtete Demonstrationen gegen die geplante Unterbringung von 40 Flüchtlingen gegeben, organisiert von der NPD.

Fassunglos über die "braune Saat"

Nierth sagte im Deutschlandfunk, er sei fassungslos, traurig und wütend zugleich über das Feuer. "Da ist die braune Saat so weit aufgegangen, dass man nun lieber Häuser niederbrennt, in denen Familien eine neue Bleibe finden sollten." Für ihn sei klar, dass Rechtsextreme das Feuer gelegt hätten. Nun komme es darauf an, dass die Bevölkerung sich dagegen stelle - heute um 17 Uhr auf einer Kundgebung. Denn der Brand sei, Zitat, "ein ganz übles Zeichen" nach außen.

Vergangene Woche fand eine Bürgerversammlung statt, zu der 500 Menschen kamen. Dabei informierte Landrat Götz Ulrich über die Unterbringung der Flüchtlinge - und es gab, wie unser Reporter Christoph Richter , auch halbwegs versöhnliche Töne: "Die Einwohnerversammlung endet nach etwa zwei Stunden mit einer Tröglitzer Erklärung. Unterzeichnet haben mittlerweile mehr als 100 Personen. Überschrieben ist sie mit den Worten 'Miteinander füreinander'. Und wirbt für ein weltoffenes Tröglitz, in der Flüchtlinge willkommen sind."

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