Sonntag, 25.10.2020
 
Seit 18:10 Uhr Informationen am Abend
Startseite@mediasres"Trump wollte so einen Krawall"30.09.2020

TV-Duell in den USA"Trump wollte so einen Krawall"

Heftige Wortgefechte sind üblich bei den TV-Duellen im US-Präsidentschaftswahlkampf. Doch so wild wie zwischen Donald Trump und Joe Biden ging es selten zu. Für Moderator Wallace sei die Debatte unheimlich schwierig gewesen, sagte Journalist Erik Kirschbaum im Dlf. Kritik an ihm teilt er nicht.

Erik Kirschbaum im Gespräch mit Sebastian Wellendorf

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
TV-Duell zur US-Wahl am 29.09.2020: US-Präsident Donald Trump und Joe Biden, demokratischer Kandidat mit Fox News-Moderator Chris Wallace (AP / Patrick Semansky)
US-Präsident Donald Trump und Joe Biden stehen dem Moderator Chris Wallace gegenüber (AP / Patrick Semansky)
Mehr zum Thema

TV-Duell zur US-Wahl Donald Trump wirkte wie entfesselt

Trump vs. Biden im TV-Duell Das Debatten-Desaster

Trump gegen Biden im TV-Duell Die Kunst des Angriffs

Das erste TV-Duell zwischen den Präsidentschaftskandidaten im US-Wahlkampf ist vorbei – und eine Lehre lässt sich unbestritten ziehen: Es war laut. Moderator Christopher Wallace hatte immer wieder Mühe, Ruhe in die Debatte zu bringen, so dass zwischenzeitlich nichts mehr zu verstehen war. Über Themen konnte unter diesen Umständen nur eingeschränkt gesprochen werden.

"Trump brauchte dieses Duell", sagte Erik Kirschbaum, Journalist und Korrespondent der "Los Angeles Times" in Deutschland. Solche Formate seien wichtig, um seine Anhänger zu mobilisieren.

(www.imago-images.de / Xinhua) (www.imago-images.de / Xinhua)TV-Duell zur US-Wahl - Donald Trump wirkte wie entfesselt
US-Präsident Donald Trump hat sich im TV-Duell mit Joe Biden an keine Regel gehalten. Er fiel seinem Herausforderer ins Wort und lieferte dabei weniger Argumente als Unterstellungen und Verschwörungstheorien.

Krawallmacher Donald Trump

An Moderator Chris Wallace, der für den Trump-nahen Sender "Fox News" arbeitet, entlud sich zum Teil deutliche Kritik. Er hatte nach Ansicht einiger TV-Zuschauer und US-Kommentatoren keine Kontrolle über das Geschehen.

Es sei eine schwierige Situation gewesen, weil Trump auf Krawall aus gewesen sei und stören wollte, so Kirschbaum. Die Kritik an Chris Wallace teilt er nicht: "Ich glaube, kein Moderator der Welt hätte was dagegen tun können."

Keine Zweifel an Wallace' Unabhängigkeit

Auch die Ausgewogenheit stehe bei Wallace außer Zweifel: "Vor vier Jahren hat er auch ein Duell zwischen Trump und Clinton moderiert, das wurde von allen Seiten gelobt. Es ist zu kurz gedacht, dass, nur weil er von Fox kommt, dass er pro Trump wäre."

Bis Ende Oktober stehen noch zwei weitere TV-Debatten zwischen Präsident Donald Trump (74, Republikaner) und Joe Biden (77, Demokrat) an. Außerdem wird es noch ein Rededuell zwischen den beiden Bewerbern um das Amt des Vize-Präsidenten geben.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk