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StartseiteSonntagsspaziergang"Wir waren alle arbeitslose Schauspieler"30.12.2018

TV-Serie Dallas"Wir waren alle arbeitslose Schauspieler"

Die texanische Stadt Dallas ist ein Hotspot der TV-Geschichte. Doch seit den Zeiten von JR, Bobby und Sue Ellen hat sich einiges verändert. Zum Beispiel hat Dallas ein neues Viertel, wo vorher Brachland war. Auf der legendären Southfork Ranch ist dieses moderne Dallas auch heutzutage weit entfernt.

Von Tom Noga

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Die Hauptdarsteller der US-Fernsehserie "Dallas" (v.l. hinten): Larry Hagmann als Fiesling J. R. Ewing, Linda Gray als dessen Frau Sue-Ellen, Jim Davis als Vater Jock Ewing, Patrick Duffy als J. R.'s "guter" Bruder Bobby Ewing und Victoria Principal als dessen Frau Pamela Ewing. Vorne im Stuhl sitzend Barbara Bel Geddes als Jock's Ehefrau Miss Ellie Ewing und daneben Charlene Tilton als Enkelin Lucy (undatierte Aufnahme) (picture-alliance/ dpa)
Die Hauptdarsteller der US-Fernsehserie "Dallas" (picture-alliance/ dpa)
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Die Lange Nacht über die Fernsehserie "Dallas" Bohnenstroh im Cowboyhut

Is was?!

Da ist sie, unverkennbar: die berühmteste Ranch der Fernsehgeschichte. Das schmiedeeiserne Tor, darüber ein Bogen mit den Buchstaben S und F. Dahinter die Einfahrt, von Eichen gesäumt. Dann das Haupthaus: weiß, mit hohem Giebel und großer Terrasse. Rechts und links je ein Nebengebäude: kleiner, mit Gauben im Dachgeschoss und gelb-weiß gestreiften Markisen an den Fenstern.

Die Umgebung irritiert allerdings. Klar, zur Ranch gehören Wiesen und Weiden. Aber die Wohnsiedlungen gegenüber der Einfahrt passen nicht ins Bild, das man von dieser Ranch vor Augen hat macht. Schachbrettartig sind sie angelegt, wie in den USA üblich, und ziemlich steril. Dallas ist 40 Kilometer entfernt, aber die Vororte haben die Ranch längst erreicht.

Einfach besichtigen kann man die Southfork Ranch natürlich nicht. Sondern nur im Rahmen einer Tour: für 15 Dollar plus Mehrwertsteuer. Mit Eingang durch den Andenkenladen.

Das Sortiment ist breit: Kappen, T-Shirts, Tassen, DVDs, Kochbücher. Dinge, die man nicht braucht, von denen sich einige dann aber doch im Einkaufskorb finden.

JR: "Hat Sie Ihr Bruder dazu angestiftet, Miss Barnes? "Ich halte das für keine so ungewöhnliche Frage, Miss Barnes."

Pamela: "Mrs. Ewing! Entschuldigen Sie mich bitte."

Keine nette Familie

Die Southfork Ranch war die Heimat der Ewings. In der Fernsehserie "Dallas". "Dallas" wurde vom Herbst 1978 bis Juni 1991 ausgestrahlt und ist mit 357 Folgen in 14 Staffeln einer der erfolgreichsten Serien aller Zeiten.

JR: "Vielleicht wäre es angebrachter zu fragen, was für eine Abfindung Sie verlangen für die Annullierung dieser Farce."

Pamela: "Lassen Sie meinen Arm los!"

JR: "Noch würde ich es mich etwas kosten lassen, damit keine Unannehmlichkeiten entstehen. Aber wenn Sie unbedingt hier rausgesetzt werden wollen, und dazu wird es kommen, dann werden Sie am Schluss überhaupt nichts kriegen."

(Tom Noga )Die Southfork-Ranch in Dallas (Tom Noga )

Die Ewings sind keine nette Familie. Jock, der Patriarch ist im Ölgeschäft reich geworden - mit List und Skrupellosigkeit. Und auf Kosten von Dinger Barnes, seinem früheren Partner. Diggers Tochter Pamela heiratet Jocks Sohn Bobby - das ist der Ausgangspunkt für die Geschichte. Die wahren Gegenspieler aber sind Bobbys älterer Bruder JR, ein intriganter Fiesling. Und Pamelas Bruder Cliff, der als aufrechter Anwalt beginnt, JR im Lauf der Serie aber immer ähnlicher wird.

"Hallo Leute, noch einmal willkommen auf der Southfork Ranch. Ich heiße Sally, Sally Southfork. Schön dass Ihr hier seid. Die Tour beginnt."

Sally Southfork sieht aus wie eine Kopie der Country-Sängerin Dolly Parton: alterslos, platinblond, Western Style. Sie trägt eine bestickte weiße Bluse, einen weiten Rock. Und natürlich Cowboy-Stiefel.

Die Tour beginnt. Mit dem "Museum".

Prachtvolle Sättel

"Wir Ihr seht, haben wir hier ein bisschen Hollywood, mit den Hand- und Fußabdrücken der Stars. Wir haben jede Menge Memorabilien: die Pistole, mit der auf JR geschossen wurde, Lucys Hochzeitskleid, Skripte im Original. Und den Stammbaum der Familie. Hier seht Ihr, mit wem JR zusammen war, mit wem Bobby, wer mit wem verheiratet war, wer von wem geschieden wurde. Könnt ihr alles hier nachlesen, falls Ihr’s vergessen habt."

Der Stammbaum ist nötig. Denn das Beziehungsgeflecht der Ewings war nie einfach und ist mit der Zeit noch komplexer geworden. Da ist zum Beispiel Ray Krebbs, der Vorarbeiter auf der Ranch. Zu Beginn der Serie steigt er mit Jock Ewings Enkelin Lucy ins Heu - mit seiner Nichte, wie sich herausstellt, denn Ray Krebs entpuppt sich als Jocks unehelicher Sohn. Später heiratet er Jenna Wade.

Jenna ist Bobbys Jugendliebe. Sie hat ihn am Traualtar versetzt, um einen italienischen Grafen zu heiraten. Nach der Scheidung hat sie eine Affäre mit Bobby, wird von ihm schwanger, heiratet aber erneut den Grafen- um in kurz darauf zu erschießen.

"Diese Sättel - wie prachtvoll! Die Namen sind aus Silber: JR, Bobby, Sue Ellen. Wir werden heute übers Grundstück laufen. Gott segne Texas. Oh ja, mein Schatz. Gott segne Texas. Wir lieben unser Texas, den größten, besten und freundlichsten US-Staat."

"Als "Dallas" gedreht wurde, war dies eine ganz andere Stadt. Gebeutelt von der Wirtschaftskrise der frühen 1980er, die Innenstadt nahezu ausgestorben. Die Leute sind in die Vororte gezogen, nach fünf konntest du hier die Bürgersteige hochklappen. Seit 10, 15 Jahren erlebt die Innenstadt eine Wiedergeburt. Ihre Kinder sind groß, sie kehren aus den Vororten zurück, auf der Suche nach pulsierendem urbanen Leben."

Frank Ambler sitzt in einem Café im Bishop’s Art District. Das Viertel ist geprägt von Galerien, Boutiquen, Restaurant. Und von kleinen Einfamilienhäusern: Wohnzimmer, Küche, Diele, Bad, zwei Schlafzimmer - in den 1940er, als der Distrikt entstand, war dies ein Traum für 4, 5-köpfige Familien. In den letzten Jahren sind Künstler hier her gezogen. Die Mieten waren billig, Kaufpreise günstig. Und viele Häuser herunter gekommen. Heute erstrahlen sie in neuem, bunten Glanz: das eine blau, das andere gelb, ein weiteres rot.

Frank Ambler ist Werber. Und war Journalist, Er hat für die "Dallas Morning News" geschrieben und Reportagen für den Fernsehsender CBS produziert. Über Dallas. Dabei ist er ein transplant: ein Zugezogener. Und kein Dallasite, wie die gebürtigen Einwohner der Stadt genannt werden.

"Ich betrachte mich als Dallasite ehrenhalber, auch wenn ich meine Zertifikat noch nicht in der Tasche habe. Dallas ist nicht mehr geprägt von einer alten Elite, wie noch zu Zeiten der Serie. Dafür gibt es zu viele Zugezogene. Neue Leute kommen und bleiben. Dallas hat Soul, dazu kommt die Gastfreundschaft der Südstaaten. Wir bezeichnen uns als can-do-city: Wenn es eine Herausforderung gibt, dann meistern wie sie, die Stadtoberen und die Bürger. Wir kultivieren ein Außenseitertum, sind vielleicht auch ein bisschen zu stolz darauf. Aber es ist einfach toll, hier zu leben."

"Dallas ist cool geworden, eine Stadt im stetigen Wandel"

Vor allem junge Leute kommen, angelockt von Jobs in Computer- und Technologiefirmen. Abgelockt auch von Dallas/Fort Worth, dem mit 60 Millionen Passagieren achtgrößten Flughafen der Welt. Und von der Dienstleistungsindustrie, die um das Drehkreuz entstanden ist.

"Wenn ich heute den Vorspann der Serie mit den Bildern der Skyline sehe, wirkt das schon sehr karg. Damals bist du bist vom Land reingekommen und plötzlich wuchsen da ein paar Hochhäuser aus dem Boden. Heute ist Dallas eine moderne, kosmopolitische Stadt. Klar, mit einem Western-Flair, man sieht viele Cowboy-Hüte und Stiefel. Aber nicht nur. Dallas ist cool geworden, eine Stadt im stetigen Wandel."

"Da lang bitte. Wir hatten ein bisschen Regen, aber was für ein wunderschöner Tag heute!. Dank Gott, Halleluja. Ehre sei Gott, Ehre sei Jesus, Schätzchen. Amen."

Ein bisschen Regen ist untertrieben. Die Wiesen und Weiden der Southfork Ranch stehen knöcheltief unter Wasser. An den wenigen trockenen Stellen drängen sich ein paar Quarter Horses, die typischen Western-Pferde: klein, gedrungen, muskulös. Gezüchtet werden sie hier längst nicht mehr. Auch keine Rinder. Als Working Ranch hat Southfork ausgedient - das Geschäft mit den Touristen läuft einfach zu gut.

"Schwer zu sagen, wie viele Leute es im Jahr sind. Sicher über 200.000, mit eingerechnet die Besucher unserer Veranstaltungen. Wir haben hier zum Beispiel das größte christliche Open-Air-Konzert der USA, jedes Jahr am Samstag vor dem 4. Juli. Wir veranstalten es zusammen mit einem christlichen Fernsehsender. Es heißt: Celebrate Freedom"

Hinter den Ställen drei Grabstein: Jock Ewing, seine Frau Eleanor Ewing, genant Miss Ellie, und JR.

Jock Ewing wurde tatsächlich hier begraben - in der Serie. Nachdem der Schauspieler Jim Davis im April 1981verstorben war, musste auch die vom ihm verkörperte Figur den Serientod sterben. Auch JR hat auf dem Bildschirm das Zeitliche gesegnet, allerdings in "Dallas 2012", der Nachfolgeserie mit seinem Sohn und Bobbys als Hauptfiguren. Muss man nicht gesehen haben. Aber JRs Tod ist genial: Krebskrank lässt er sich von einem Freund erschießen - mit der Waffe seines Erzfeindes Cliff Barnes, der sich zu diesem Zeitpunkt das Familienunternehmen der Ewings unter den Nagel gerissen hat.

Hinter dem Friedhof ein weißer Pavillon - dort hat Lucys Hochzeit in der vierten Staffel stattgefunden. Aber wo ist der Heuschober, in dem sie sich mit Ray vergnügt hat.. Das war gar nicht hier, sagt Sally.

"Die ersten fünf Folgen wurden woanders gedreht, auf der Box Ranch in Frisco, Texas. Aber irgendwie hat der Deal nicht richtig funktioniert und die Produzenten haben was anderes gesucht. Sie haben sich viele Ranches angeguckt und sich für diese entschieden, weil der Produzent fand, dass man immer gute Bilder vom Haus bekam, egal aus welcher Richtung."

"Ich wollte nicht nach Dallas. Mein Sohn war zwei, ich lebte in L.A. Als es hieß, dass in Dallas gedreht wird, dachte ich: autsch. Aber meine Frau sagte: Mach’s, in ein paar Wochen bist du zurück. Gottseidank hab ich’s gemacht."

"Sie riefen an: Übrigens, wir drehen in Dallas. Meine Kinder waren klein, ich war verheiratet und lebte auf einer Ranch in Kalifornien mit vielen Tieren."

Bobby und Sue Ellen, JR’s Frau. Oder besser: die Schauspieler Patrick Duffy und Linda Grey. In der Serie ertränkt Sue Ellen den Kummer über die Eskapaden ihres Mannes in Alkohol.

"Wir waren alle arbeitslose Schauspieler, froh einen Job für fünf Folgen zu haben. So kamen wir hier an, im Winter 1978, inmitten eines Schneesturms. Alles war braun, wir wurden in schäbiges Motel verfrachtet. Ich dachte nur: Wo sind wir denn hier gelandet? Keiner von uns war je in Texas gewesen, außer Larry. Er fuhr uns durch die Gegend, zeigte uns seine Lieblingsplätze, hauptsächlich Bars."

"Einmal hier, habe ich gemerkt: echt toll. Dallas ist sehr unterhaltsam, nicht nur wegen der Cowboys. Es ist der Lebensstil: Jeder ist willkommen. Dann die außergewöhnliche Höflichkeit, ein Überbleibsel der Südstaaten-Etikette. Ich war überrascht, dass Dallas mehr ist als eine Stadt auf dem Land. Für mich war das bildend, dafür bin ich sehr dankbar."

Ursprünglich nur fünf Folgen geplant

Patrick Duffy und Linda Grey sitzen im Konferenzraum eines Nobelhotels in der Innenstadt von Dallas. Er: weißhaarig mit Zopf - man muss schon genau hinsehen, um in ihm den jugendlichen Bobby Ewing zu entdecken. Linda Grey dagegen ist unverkennbar: brünett, breites Lächeln und die zitternde Oberlippe, die ihr Markenzeichen war. Die beiden sind für die Dallas-Fan-Tage in der Stadt: Autogramme geben, für Fotos posieren, Rede und Antwort stehen.

Die Darsteller der Figuren Ray, Lucy, Bobby und Sue Ellen vor der Southfork-Ranch (Tom Noga )40 Jahre später: Darsteller der TV-Serie Dallas (Tom Noga )

Ursprünglich war "Dallas" nur für fünf Folgen geplant - als pilot, wie es im Fernseh-Sprech heißt: als Pilotsendung, mit der eine Idee getestet wird. Schon diese fünf Folgen brachen alle Rekorde. Die weitere Serie erst recht: In den 1980ern war "Dallas" ein weltweiter Quotenhit. Und ist bis heute Kult.

"JR als war anfangs gar nicht so wichtig, aber Larry Hagman war unersetzlich. Schauspieler reagieren aufeinander und er hat den Ton gesetzt, auch für die Freundschaft, die uns alle bis heute verbindet. Die Figur des JR ist durch Larry Hagman gewachsen. Und die Figur des JR war der Grund, dass "Dallas" 13 Jahre lang lief. Er war Texaner. Er verkörperte Texas. Und er war ein Typ, der mit all dem durchkam, was jeder andere mindestens einmal versuchen möchte: Affären haben und jede Menge Geld, alle hintergehen. Aber zum Abendessen nach Hause kommen und ein lieber Sohn sein. Das Ganze augenzwinkernd gespielt - damit zog er die Zuschauer in seinen Bann."

Nicht nur JR ist in der Serienwirklichkeit mit allem durchgekommen. Auch die Macher von "Dallas". Am Ende der achten Staffel starb Bobby den Serientod, zu Beginn der zehnten war er wieder da - die neunte Staffel wurde kurzerhand zum Albtraum seiner Frau Pamela erklärt.

"Ich sage immer: Es war die dümmste und die beste Entscheidung meines Lebens. Ich dachte damals: Sei schlau und geh’, wenn du ganz oben bist. Aber es ist nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die beste Entscheidung war dann, zu "Dallas" zurückzukehren."

Das Haus der Ewings: helle Marmorfliesen und die geschwungene Treppe in der Eingangshalle, beigefarbene Ohrensesseln und überm offenen Kamin ein Porträt von Jock Ewing in Öl. Aber die Holzvertäflung im Wohnzimmer? War da nicht eine Blumentapete.

"Nachdem der gegenwärtige Besitzer die Ranch gekauft hatte, hat er alles umbauen lassen. Jedes Zimmer hat ein fiktionales Thema. Warum fiktional? Weil die Innenaufnahmen nicht hier gemacht wurden, sondern in einem Studio in Kalifornien. Aber alle Außenszenen wurde hier gefilmt. Der damalige Besitzer hatte vertraglich festhalten lassen, dass hier nur in den heißen Sommermonate gefilmt werden durfte, von Juni bis August. Er wollte nicht, dass die Dreharbeiten mit den Schulzeiten seiner Kinder kollidierten."

Bobbys Zimmer ist im Cowboy-Stil dekoriert, Lucys kleinmädchenhaft, JR’s und Sue Ellen Schlafzimmer protzig.

"Durch diese Tür geht es auf die Terrasse. Und da unten, das ist der berühmte Pool. Warum berühmt? Weil die Leiche von Christine Sheppard, Sue Ellens Schwester, darin schwamm. Sie hatte die Schüsse auf JR am Ende der dritten Staffel abgegeben."

Mutter aller Cliffhanger

Die Schüsse auf JR waren die Mutter aller Cliffhanger, des offenen Endes eines Films oder einer Folge, damit die Zuschauer beim nächsten Mal wieder einschalten. Sieben verschiedene Fassungen haben die Produzenten drehen lassen - auch die Schauspieler erfuhren erst in der ersten Folge der neuen Staffel, welche die richtige war.

Die Gegend um den Farmers Market unweit des Zentrums steht für das neue Dallas. Die Wohnblöcke sind verklinkert und fünfstöckig, mit großen Fenstern und Balkonen. Ein neues Stadtviertel, wo vorher Brachland war. Errichtet um einen Markt, den größten in den Südstaaten und den einzigen im Umkreis von 400 Kilometern. Bauern verkaufen hier Gemüse, Obst und Fleisch. Zum Markt gehört auch eine Halle mit Feinkostläden.

"Der Farmers Market District hat jetzt ungefähr 11.000 Bewohner. Das ist viel, im Jahr 2017 hat hier so gut wie niemand gelebt. Nun geht es darum, die Infrastruktur für dieses Viertel schaffen."

Nancy Barber ist Geschäftsführerin der Farmer’s Market Association. Diese private Firma hat den neuen Stadtteil aus dem Boden gestampft und entwickelt ihn weiter typisch für Amerika. Noch typischer für Dallas. Das Sixth Floor Museum, das sich dem Mord an Präsident John F. Kennedy in Dallas widmet, ist in privater und öffentlicher Partnerschaft entstanden. Ebenso das Naturkundemuseums -gestiftet vom konservativen Politiker Ross Perot. Aber während sich die Museen eher an Touristen richten, ist der Farmers Market Distrikt der Nukleus einer neuen Stadt.

"Wer hier lebt, kauft auch auf dem Mark ein. Hier sind alle Altersklassen vertreten: von jungen Leuten, die gerade anfangen zu arbeiten, bis zu älteren, deren Kinder aus dem Haus sind. Sie leben hier nicht in Apartments, sondern in einer Gemeinschaft. Das ist unser Ziel: eine andere Art von Gemeinschaft aufzubauen."

Das funktioniert. An den Wochenenden trifft man sich auf dem Markt, unter der Woche in den Kneipen und Restaurants im Vierteln. Oder auf den Plätzen und Grünflache. Ein für amerikanische Verhältnisse ungewöhnliches, fast schon mediterranes Stadtleben. Nicht nur hier. Auch im Bishop’s Art District. Und im Stadtteil Trinity Groves, der sich gerade als Viertel für Kreative neu erfindet.

"Dallas hat ein neues Verkehrskonzept, den 360-Plan. Ziel ist es, die Stadt begehbarer zu machen. Dafür braucht es öffentliche Verkehrsmittel. Und viel Überzeugungsarbeit, denn wir lieben unsere Autos. Wir fahren sie auch gerne, je größer umso besser. Vor einem Jahr hat die Stadt ein paar hundert Fahrräder angeschafft, die jeder gratis nutzen und überall abstellen kann. Und sie hat ein Nahverkehrssystem namens D-Link aufgebaut, auch gratis. D-Link verbindet die Innenstadt mit den angrenzenden Vororten. Nicht nur unsere Anwohner nutzen die Busse regelmäßig - kostenlos zum Pendeln.

Auf der Southfork Ranch ist dieses Dallas weit entfernt. Hier dreht sich alles um die Welt der Ewings: um Öl, Geld und Intrigen. Und hier ist Sally’s Tour wider dort angekommen, wo sie vor ein paar Stunden begonnen hat: im Andenkenladen. Schaut doch mal durch, für jeden ist etwas dabei.

"Ich hoffe, die Tour hat euch gefallen. Vielen Dank fürs Kommen. Wir haben bis auf Weihnachten und Thanksgiving jeden Tag offen und würden uns freuen, euch wiederzusehen. Draußen auf der Straßen müsst ihr unbedingt noch ein Foto vor der Einfahrt mit dem Tor und den Initialen SF: wie ein echter Ewing auf der Southfork Ranch."

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