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StartseiteVerbrauchertippGünstige Alternativen über Internet-Plattformen20.02.2019

Überweisungen ins AuslandGünstige Alternativen über Internet-Plattformen

Gebühren für Geldtransfers außerhalb der EU können bei deutschen Banken ziemlich teuer werden. Kunden sollten deshalb auch andere Möglichkeiten prüfen - zum Beispiel über Plattformen im Internet.

Von Brigitte Scholtes

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Online-Shopping mit dem Smartphone  (dpa/ picture alliance/ mageBROKER)
Bei Geldtransfers außerhalb des Euroraums trägt häufig der Empfänger die Kosten (dpa/ picture alliance/ mageBROKER)
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Jährlich ermittelt das Marktforschungsunternehmen Consumer Intelligence, wie viel es Verbraucher kostet, Geld vom heimischen Bankkonto ins Ausland zu überweisen. Innerhalb des Euroraums ist das seit Februar 2014 kostenlos, denn seither gilt der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum. Doch bei Überweisungen in Länder außerhalb des Euroraums gilt es schon aufzupassen: Wer zum Beispiel die Miete für ein Ferienhaus in Großbritannien bezahlen möchte, muss mit happigen Aufschlägen rechnen. Das gilt genauso für Zahlungen etwa nach Polen. Das hat auch Hermann-Josef Tenhagen erstaunt, Chefredakteur des Verbraucherportals Finanztip:

"Nach Polen rüber, da sind es schnell für die ersten 1000 Euro 20 Euro an Überweisungsgebühren, die eine normale deutsche Bank dann nimmt. Damit rechnet kein Mensch mehr. Und dann ist noch nicht mal berücksichtigt die Frage, wie die mit dem Wechselkurs umgehen, nach Polen wechselt man ja von Euro in Zloty, und je nachdem wie mit diesem Wechselkursrisiko oder mit dieser Wechselkurssituation umgegangen wird, kann das de facto für den Überweisenden oder für die beiden Partner noch teurer werden."

Preisverzeichnis prüfen

Tatsächlich, so hat auch die Studie ergeben, verstecken sich die hohen Kosten vor allem in intransparenten Wechselkursaufschlägen. Die eigentliche Überweisungsgebühr müssen die Banken ausweisen, erklärt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, aber nicht ganz offen: "Das wäre natürlich schön, wenn man den Betrag in der Überweisung eingibt und dann sieht, das kostet jetzt 35 Euro oder 350 Euro, das sieht man eben nicht. Stattdessen muss man ins Preisverzeichnis schauen. Dazu würde ich auch raten, denn das Geld tatsächlich auch nach Übersee zu schicken, ist Stand heute einfach wahnsinnig teuer."

Günstige Alternativen bei Internet-Anbietern

So verlangten die Banken im Schnitt für eine Überweisung in die USA im November vergangenen Jahres knapp 12 Prozent mehr als noch im März, das hat die Studie des Marktforschungsunternehmens ergeben. Bei Geldtransfers außerhalb des Euroraums trägt häufig der Empfänger die Kosten. Auch der amerikanische Zahlungsdienstleister PayPal bietet Auslandsüberweisungen an. Doch auch hier fallen feste Gebühren an, die je nach Empfängerland und Höhe der Transaktion variieren. Und: sie werden mit dem Wechselkurs verrechnet, bleiben also intransparent, wenn man nicht in der Gebührenordnung nachsieht.:
Günstiger geht das über Plattformen im Internet wie Forexfix oder Transferwise, sagt Finanztip-Experte Tenhagen: "Transferwise ist nach dem, was wir davon wissen und was wir gesehen haben, seriös. Die Frage ist, ob die Einrichtung eines Kontos, was man dann ja da machen muss, ob das sich lohnt. Wenn man jetzt regelmäßig solche Überweisungen in ein EU-Land, das nicht ein Euroland ist, hat, dann kann man sich da wirklich ernsthaft mit beschäftigen."

Die Europäische Kommission will nun mit Zustimmung des Europaparlaments und des Europäischen Rats die Anbieter bewegen, künftig bei Zahlungen und Überweisungen alle Kosten offenzulegen. Nur das werde langfristig helfen, glaubt Tenhagen: "Früher war es so, dass die Kreditkartengebühren schnell bei 3 Prozent lagen, jetzt ist eine Höchstgebühr von 0,3 Prozent festgelegt. Ich glaube, in so einem Bereich wird man das dann auch tun müssen. Es ist eigentlich nicht einzusehen, dass bei diesen elektronischen Zahlverfahren, dass das derartig teuer sein muss."

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