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Ukraine-KonfliktErstes direktes Gespräch

Wladimir Putin (l), Staatspräsident von Russland, und Wolodymyr Selenskyj, Staatspräsident der Ukraine. (dpa / ap / Lahodynskyj/Lovetsky /The Canadian )
Der russische Präsident Putin und sein ukrainischer Kollege Selenskyj (dpa / ap / Lahodynskyj/Lovetsky /The Canadian )

Der neue ukrainische Präsident Selenskyj und der russische Staatschef Putin haben erstmals ein Gespräch über die Lage in der Ostukraine geführt. Bei dem Telefonat sei es unter anderem um die Bemühungen zur Beendigung des Konflikts und um den Austausch von Gefangenen gegangen, hieß es von beiden Seiten. Bisher hatte Putin Selenskyj nicht einmal zu dessen Wahl gratuliert.

Heute treffen sich in Paris die Unterhändler von Russland, der Ukraine, Frankreich und Deutschland um über das weitere Vorgehen in der Ostukraine zu beraten. Putin schloss ein persönliches Treffen mit Selenskyj nicht aus. Allerdings könne ein Gipfel gemeinsam mit Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron erst nach der Parlamentswahl in der Ukraine am 21. Juli und der Regierungsbildung erfolgen. Selenskyjs Partei Diener des Volkes ist bislang nicht in der Obersten Rada vertreten. Er hat deshalb bisher keine eigene Machtbasis. Umfragen sagen aber einen haushohen Sieg seiner Partei vorher. Das ukrainische Parlament müsste viele der für einen Frieden im Osten des Landes nötigen Vereinbarung billigen.

Normandie-Format plus X?

Putin zeigte sich offen für den Vorschlag, den Kreis der Teilnehmer zu erweitern. Er reagierte damit auf einen weiteren Vorschlag Selenskyjs, der dafür US-Präsident Trump und den künftigen Premierminister Großbritanniens ins Spiel gebracht hatte. Der Ukrainer hatte direkte Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk zum bereits seit mehr als fünf Jahren andauernden Konflikt vorgeschlagen.

Selenskyj wollte telefonieren

Die Initiative für das Gespräch ging nach Kreml-Angaben von Selenskyj aus. Es war der erste Kontakt zwischen beiden Präsidenten. Putin hatte dem früheren Komiker bislang nicht einmal zu seinem Amtsantritt gratuliert und immer wieder betont, dass der ukrainische Kollege möge erst einmal mit der Arbeit beginnen. Seit 2014 werden Teile der Gebiete Donezk und Luhansk an der russischen Grenze von Separatisten kontrolliert. Bei Kämpfen mit Regierungstruppen sind nach UN-Schätzungen rund 13 000 Menschen getötet worden.