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Ukraine-KonfliktLeichen aus Flüchtlingskonvoi geborgen

Ein prorussischer Soldat wacht nahe der ostukrainischen Stadt Donezk an einer Straße, auf der ein Flüchtlingskonvoi unterwegs war und beschossen wurde. (AFP / Dimitar Dilkoff)
Ein prorussischer Soldat wacht nahe der ostukrainischen Stadt Donezk an einer Straße, auf der ein Flüchtlingskonvoi unterwegs war und beschossen wurde. (AFP / Dimitar Dilkoff)

Nach dem Beschuss eines Flüchtlingskonvois in der Nähe der ostukrainischen Großstadt Luhansk sind nach Angaben des ukrainischen Militärs mindestens 17 Leichen geborgen worden. Aus der Region werden heftige Gefechte gemeldet. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Samstag nach Kiew.

Bei den Toten aus dem Flüchtlingskonvoi handele es sich um Zivilisten, sagte Armeesprecher Andrej Lyssenko. Die Suche nach weiteren Toten werde fortgesetzt. Nach Angaben Lyssenkos feuerten die Aufständischen mit russischen Mörsern und Raketenwerfern auf fliehende Zivilisten, die in einem humanitären Korridor unterwegs gewesen seien. Unter den Opfern sind zahlreiche Frauen und Kinder.

Die ukrainische Regierung hatte pro-russische Separatisten für den Angriff verantwortlich gemacht. Die Rebellen bestreiten die Vorwürfe und erklärten Regierungstruppen für die Täter. Ein Separatistenanführer deutete an, es habe den Vorfall gar nicht gegeben. Der Konvoi kam laut Lyssenko aus der umkämpften Großstadt Lugansk. Dort gab es demnach Straßenkämpfe in der Innenstadt. Ein Stadtteil sei von den Regierungstruppen zurückerobert worden.

Auch die zweite Separatistenhochburg Donezk wurde erneut von Explosionen erschüttert. Korrespondenten berichten von Detonationen im Osten und im Westen, wo sich der Flughafen befindet. In der umkämpften Großstadt verschlechterte sich die humanitäre Lage. Seit zwei Tagen hatten die Bewohner kein fließendes Wasser mehr.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist am Samstag in die Ukraine. Sie folgt einer Einladung von Präsident Petro Poroschenko. Die Kanzlerin will nach Angaben eines Regierungssprechers in Kiew auch über "konkrete Möglichkeiten" sprechen, "die Ukraine in der aktuellen Krise zu unterstützen".

(sdö/dk)

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