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StartseiteInformationen am MittagTote bei Angriff auf Mariupol24.01.2015

Ukraine-KonfliktTote bei Angriff auf Mariupol

Bei einem Angriff auf Wohngebäude am Rande der Hafenstadt Mariupol in der Ostukraine sind nach Behördenangaben mehr als 20 Menschen getötet worden. Die ukrainische Armee macht prorussische Separatisten verantwortlich, die wiederholt die Einnahme der Stadt angedroht hatten.

Von Jan Pallokat

Flammen und Rauch kommen aus einem Haus in Mariupol. Ein ganzes Wohnviertel wurde beschossen. (picture alliance / EPA / Sergey Vaganov)
Flammen und Rauch kommen aus einem Haus in Mariupol. Ein ganzes Wohnviertel wurde beschossen. (picture alliance / EPA / Sergey Vaganov)
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Bereits am Freitagabend hatte die Militärführung in Kiew von verstärkten Artillerie- und Panzerangriffen auf Stellungen der Armee rund um die Hafenstadt Mariupol gesprochen, die als letzte große Stadt in der Region unter der Kontrolle der Ukraine steht. Am Samstag nun wurden offenbar mehrere Wohngebäude am östlichen Stadtrand getroffen. Nach jüngsten Angaben der Behörden sollen mindestens 27 Menschen getötet worden sein. Getroffen wurde offenbar auch ein Markt. Eingesetzt wurden offenbar Distanzwaffen - die Ukraine spricht von Grad-Raketenwerfern. 

Landweg auf die Krim führt über Mariupol

Die Stadt Mariupol selbst war zu Beginn des Krieges umkämpft, die Separatisten konnten aber nie länger Fuß passen. In Mariupol gibt es bedeutende Industriebetriebe und den größten ukrainischen Hafen am Asowschen Meer. Wenn bei starkem Frost der Seeweg auf die Krim abgeschnitten ist, führt die einzige Verbindung von Russland auf die annektierte Halbinsel über Mariupol.

Die von Russland unterstützten Separatisten hatten wiederholt die Einnahme der Stadt angedroht. Am Freitag hatte Rebellenchef Sachatschenko eine regelrechte Großoffensive angekündigt und weitere Friedensgespräche ausgeschlossen. Den diese Woche zwischen Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich abermals vereinbarte Abzug schwerer Waffen hinter eine sogenannte Kontaktlinie erschwert zudem, dass die vergangenen Herbst in Minsk definierte Linie vielfach nicht mehr mit dem tatsächlichen Frontverlauf übereinstimmt.

Karte der Ost-Ukraine mit Kämpfen und von Separatisten kontrollierten Gebieten (picture-alliance/ dpa-Grafik)Karte der Ost-Ukraine mit Kämpfen und von Separatisten kontrollierten Gebieten (picture-alliance/ dpa-Grafik)

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