Russischer Großangriff
Ukraine meldet teilweisen Abzug in Region Charkiw - Blinken verspricht weitere Hilfszahlungen

Die Ukraine gerät angesichts der massiven russischen Angriffe in der Region Charkiw zunehmend unter Druck. Der ukrainische Generalstab teilte auf Facebook mit, die ukrainischen Einheiten hätten sich aus mehreren umkämpften Ortschaften zurückgezogen. Ziel sei, das Leben der Soldaten zu retten.

16.05.2024
    Merhere Soldaten und Armeefahrzeuge auf einem Feldweg. Sie sind von hinten zu sehen.
    Ukrainische Soldaten in der Region Charkiw (Archivbild). (Kostiantyn Liberov/AP/dpa)
    Das russische Verteidigungsministerium meldete, russische Einheiten hätten weitere Orte unter ihre Kontrolle gebracht. Das ukrainische Militär wies die Darstellung zum Teil zurück. Präsident Selenskyj sagte vor dem Hintergrund der Lage einen für Freitag geplanten Besuch in Spanien und Portugal ab.

    USA kündigen Freigabe von Geldern für Militärhilfen an

    US-Außenminister Blinken kündigte in Kiew die Freigabe von zwei Milliarden Dollar für Militärhilfen an. Er sagte bei einer Pressekonferenz mit seinem ukrainischen Amtskollegen Kuleba, man arbeite daran, dass sich die Ukraine aktuell auf dem Schlachtfeld durchsetzen könne. Es gehe aber auch darum, das Land in die Lage zu versetzen, künftige Angriffe abzuwehren.

    Neue ukrainische Luftangriffe auf russisches Gebiet

    In der Nacht auf Mittwoch hatte Russland erneut den Abschuss mehrerer ukrainischer Raketen und Drohnen gemeldet. Die Luftabwehr habe zehn Raketen vom US-Typ ATACMS über der Krim zerstört, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Nach Angaben des Gouverneurs der vor zehn Jahren annektierten Halbinsel galt der Angriff der Stadt Sewastopol. Trümmer einer Rakete seien in einem Wohngebiet niedergegangen. In Sewastopol ist die russische Schwarzmeer-Flotte stationiert. Nach Angaben aus Moskau wurden auch über der russischen Grenzregion Belgorod Drohnen abgefangen. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt nicht vor.
    Diese Nachricht wurde am 16.05.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.