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UkraineRegionalpolitiker nach Säure-Angriff auf Aktivistin angeklagt

Ein Banner mit dem Gesicht der Anti-Korruptions-Aktivistin Gandsjuk. Im Hintergrund Demonstranten.  (dpa/STR/NurPhoto)
Demonstranten fordern die Aufklärung des Mordes an der Anti-Korruptions-Aktivistin Gandsjuk (dpa/STR/NurPhoto)

Nach einem tödlichen Säure-Angriff auf die ukrainische Anti-Korruptions-Aktivistin Gandsjuk hat die Staatsanwaltschaft des Landes einen ranghohen Regionalpolitiker angeklagt.

Wie der Generalstaatsanwalt per Facebook mitteilte, steht der Vorsitzende des Regionalrats der Hafenstadt Cherson, Manger, in Verdacht, den Mord an Gandsjuk organisiert zu haben. Er habe eine "persönliche Abneigung" gegenüber der Aktivistin gepflegt.

Ein Unbekannter hatte Gandsjuk Ende Juli vergangenen Jahres mit Schwefelsäure überschüttet. Sie erlitt dabei schwerste Verätzungen und starb drei Monate später an den Folgen. Gandsjuk galt als Kritikerin der Sicherheitsbehörden und verurteilte vor allem die Korruption im regionalen Innenministerium.

Wegen des Säure-Angriffs waren in den vergangenen Monaten insgesamt sechs Verdächtige festgenommen worden, darunter jedoch kein möglicher Auftraggeber.

Manger war wegen des Verdachts bereits am Freitag aus der nationalistischen Vaterlandspartei der früheren Regierungschefin Timoschenko ausgeschlossen worden. Die Regierung in Kiew hatte die Tat verurteilt, auch die Europäische Union und die USA forderten Aufklärung.