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Ultraorthodoxe Juden in IsraelMänner und Frauen getrennt

Die Geschlechtertrennung bei ultraorthodoxen Juden sorgt für Proteste in Israel. Säkulare Israelis akzeptieren nicht, dass Männer und Frauen bei Konzerten oder Konferenzen getrennt sitzen sollen. Nun wird diese Religions-Debatte zum Wahlkampf-Thema.

Von Eva Lell

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Jüdische Männer tanzen in einem Kreis, in der Mitte stehen zwei kleine Jungen. (picture alliance / dpa / Abir Sultan)
Getrennt sitzen, getrennt feiern: Geschlechtertennung ist bei ultraorthodoxen Juden (picture alliance / dpa / Abir Sultan)
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Motty Steinmetz, ein junger Mann Ende 20, ist ein unter den streng religiösen, ultraorthodoxen Juden sehr bekannter Sänger. Zwei seiner Konzerte im Norden Israels, in Afula und Haifa, sorgen derzeit für Diskussionen in Israel. Frauenrechtsorganisationen protestieren, weil das Publikum bei diesen Konzerten entweder nach Geschlechtern getrennt oder rein männlich ist.

Das Israel Religious Action Center (IRAC) setzt sich gegen Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen aus religiösen Gründen ein. Die Anwältin Meital Arbel berichtet, dass oft bei Beschwerden nicht die Geschlechtertrennung aufgehoben, sondern die Veranstaltung schlicht abgesagt wird:

"In Jerusalem war eine Konferenz für die Rechte von autistischen Kindern und deren Eltern geplant, von der Stadtverwaltung und dem Wohlfahrtsministerium. Das Publikum sollte nach Geschlechtern getrennt sitzen. Wir haben uns beschwert und wegen unserer Beschwerde wurde die Konferenz abgesagt, was seltsam ist. Eigentlich hätte die Geschlechtertrennung gestoppt werden sollen, und nicht die Konferenz."

Geschlechtertrennung illegal - bei Ultraorthodoxen vorgeschrieben

Geschlechtertrennung ist in Israel illegal, bei den ultraorthodoxen Juden ist sie nach ihren religiösen Regeln aber vorgeschrieben. Yair Revivo, der Bürgermeister der Stadt Lod von der rechtskonservativen Likud-Partei verteidigt Bürgermeister, die Veranstaltungen nach den Regeln der Ultraorthodoxen unterstützen.

"Es ist eine Art von Angriff, solche Veranstaltungen zu verbieten", sagte er dem israelischen Armeeradio. "Und ich sehe, leider, dass einige Bürgermeister Ultraorthodoxe konsequent übergehen. Wir sprechen von einer großartigen Gesellschaft. Ich meine, ein Ultraorthodoxer kann sich nicht an jedem Ort aufhalten, aber Säkulare können sich an Orten von Ultraorthodoxen aufhalten."

Der Plenarsaal der Knesset in Jerusalem, des Parlamentes des Staates Israel. An der Wand links ein Relief von Dani Karavan. (dpa/ picture-alliance/ Bernd Weißbrod)Der Plenarsaal der Knesset in Jerusalem (dpa/ picture-alliance/ Bernd Weißbrod)

Die ultraorthodoxen Juden stellen geschätzt bis zu 15 Prozent der israelischen Bevölkerung. Vielen im Land ist ihr Einfluss zu groß, seit langem sind sie an der Regierung beteiligt. Immer wieder gibt es Konflikte zwischen säkularen jüdischen Israelis und religiösen, auch jetzt im Wahlkampf. Der amtierende Transportminister Bezalel Smotrich von der Partei Vereinigte Rechte fordert seit Monaten eine Art "jüdischen Gottesstaat":

"Wenn wir könnten, würden wir durchsetzen, dass das Land Israel nach der Thora geführt wird, nach dem jüdischen Gesetz. Aber das wir können noch nicht, denn es gibt hier noch Menschen, die anders denken und wir müssen mit ihnen zurechtkommen."

Konflikte im Wahlkampf

Auch im rechten Lager besteht keine Einigkeit in religiösen Fragen. Der frühere Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, Spitzenkandidat der Partei "Unser Zuhause Israel" wirbt im Wahlkampf um rechtskonservative, aber säkulare Wähler:

"Eines ist klar: Premierminister Netanjahu bevorzugt immer die Ultraorthodoxen vor der allgemeinen Öffentlichkeit. Er geht immer mit den Ultraorthodoxen. Für uns heißt das: Eine Regierung, die ohne uns entsteht, wird eine Regierung nach dem Jüdischen Gesetz, der Halacha, sein. Natürlich will die Vereinigte Rechte einen jüdischen Staat."

Ob Lieberman mit dieser Strategie zusätzliche Stimmen bekommt, wird sich erst nach der Knesset-Wahl am 17. September zeigen. Vermutlich werden sich die Gerichte in Israel auch weiterhin mit Veranstaltungen beschäftigen müssen, die Geschlechtertrennung vorsehen.

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